Zucht

Ich züchte seit 2013 mit meiner Hündin Nala. Nala ist eine Mischlingsdame der Rassen Flat Coated Retriever und Golden Retriever. Ihr Fell ist schwarz und sie hat eine weiße Blässe auf der Brust. Nala war zwei Jahre alt, als sie zum ersten Mal Mutter geworden ist. Seitdem hat Nala zwei weitere Würfe geboren im Abstand von jeweils zwei Jahren. Nalas Würfe waren je acht Welpen stark, wobei nicht jedes Mal alle Welpen die Geburt überlebt haben.

Mit 8 Jahren wäre Ambra noch jung genug gewesen ein viertes Mal Mutter zu werden, doch wir haben uns gegen einen weiteren Versuch entschieden nachdem bei ihrem dritten Wurf die Geburt etwas schleppend verlief und die Wehentätigkeit zum Schluss immer schwächer wurde. Auf dieser Grundlage einen vierten Wurf zu wagen wäre mir ein zu großes Wagnis gewesen, das ich nicht hätte eingehen wollen.

Deshalb haben wir uns für die Fortsetzung der Zucht mit Nalas jüngster Tochter Ambra entschieden. Im März 2020 wird Ambra vermutlich das nächste Mal läufig und wir planen die Verpaarung mit einem Duck Tolling Retriever-Mix-Rüden.

Die Zucht zwischen den Rassen ist kein Zufall bei mir, sie ist eine bewusste Entscheidung. Es gibt nicht den einen Weg wie die Gesundheit nachfolgender Generationen sichergestellt werden kann. Grundsätzlich ist es für die „Qualitätssicherung“ sehr gut, wenn eine dritte Instanz darüber urteilt, ob die Eltern gesund genug sind, um ihre Gene an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Menschen, die den Wunsch in sich tragen mit ihrer Hündin/Rüden zu züchten neigen dazu ihre Hunde als zuchttauglich zu bewerten, auch wenn sie es nach objektiven Kriterien keinesfalls sind.

Als Hundetrainerin habe ich mehrere hundert Hunde und ihre Halter in über 10 Jahren kennen gelernt. Meine Erfahrung ist, dass diejenigen, die mit ihren Hunden züchten wollten (innerhalb des VdH – Rassezucht) es am Ende auch immer getan haben. Sie haben so lange nach kreativen Wegen gesucht, um die „Zuchttauglichkeit“ ihres Hundes bestätigen zu lassen, bis es geklappt hat. Die objektive dritte Instanz, die die Motivation des Halters zur (Rasse)Zucht kritisch hinterfragen sollte, hat nach meiner Erfahrung nie zur kritischen Reflektion geführt. Vielmehr gerät man innerhalb des VdH in eine Maschinerie rein, die wie eine Echokammer die eigene Weltsicht nur noch verstärkt und darum herum Mauern baut.

Es braucht ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Reflektion, um im System „Rassezucht“ ein eigenes Wertesystem aufrecht erhalten zu können und kritisch auf den eigenen Hund und dessen Zuchteignung zu schauen. Bevor ich mich daher in ein System begebe, das bestenfalls wenig zur Gesundheit einer Rasse über Generationen hinweg beiträgt, habe ich mich dafür entschieden meine eigenen Werte zu Grunde zu legen und bemühe mich innerhalb dieser Werte reflektiert und klug zu entscheiden. Wenn ich auf Nalas drei Würfe zurück schaue habe ich eine intensive Lernkurve hinter mir. Jeder Wurf war anders, nicht jeder Wurf war tatsächlich gewollt gewesen (Wurf Nummer 2 war ein „Unfall“ gewesen) und jeder Wurf brachte unterschiedliche Eigenschaften bezüglich der Welpen, Aufzucht und ihrer Vermittlung mit sich.