Welpenvermittlung

Wie finde ich „meinen“ Hund?
Es gibt da so Theorien wie man angeblich „seinen“ Hund findet oder auch nicht. Wer anfängt davon zu erzälen, dass er sich einen Welpen anschauen fährt, wird mit Besserwissen, Orakelsprüchen und Binsenweisheit überschüttet, ob er es will oder nicht. Bitte hören Sie nicht auf angeblich magische Zauberformeln gemäß derer, Sie “sofort” wissen, welches der richtige Welpe für Sie sein wird. Jeder, der an so eine Zauberformel glaubt, tut es, weil er daran glaubt und nicht, weil sie objektiv richtig ist oder nicht.

Die Auswahl des richtigen Hundes braucht Zeit, Achtsamkeit, Ruhe und Dialog zwischen Ihnen und dem Züchter der Welpen. Ein Züchter, der nach dem “first com, first serve” (wer zuerst kommt, mahlt zuerst)-Prinzip die Welpen der Reihenfolge nach vergibt, behandelt seine Welpen und die Familien, die die Welpen adoptieren würde- und respektlos. Gute Welpenvermittlung funktioniert nicht so, dass Sie zum Züchter kommen, auf einen Welpen zeigen und sagen: “Oh ja, DEN will ich haben!” und dann geht der Züchter zu dem Welpen udn legt ihm eine Schleife um den Hals mit der Aussage „Der ist nun verkauft an: XXX“ und dann wird nur noch abgewartet, bis der Welpe “herangereift” und “ausgabefähig” wird an seine Menschen.

Wenn es aber so einfach nicht funktioniert (oder vielmehr nicht sollte – diverse Züchter gehen so vor und verdinglichen auf diese Weise ihre Hunde zu seelenloser Ware, die gegen Geld eingetauscht wird nach Ablauf der Aufzuchtzeit beim Züchter) – wie “funktioniert” eine gute Anbahnung der Bindung zwischen Welpe und Mensch denn dann?

Die Anbahnung einer Adoption, also einer hundelebenslangen Beziehung zwischen Mensch und vierbeinigem Lebensgefährten ist ein Dialogprozess zwischen uns allen: Welpe, interessierte Familie/Einzelperson und Züchter. Der Züchter agiert dabei vor allem als Sprachrohr für den Hund und versprachlicht all die Dinge, die ein Hund nicht auszudrücken vermag in seinem noch jungen Alter. Einem lebensgierigen und erkundungsfreudigem Hund versucht ein Züchter Hilfestellung zu geben dabei Menschen zu finden, die offen sind für einen Hund, der auch einmal abseits eingetretener Pfade Lebenswege beschreiten will mit seinem Menschen. Einem zurückhaltenden Hund, der sich in Konflikten defensiv zeigt und eher in sich gekehrt ist, ist er bemüht Menschen zu finden, die auch Halt geben können und Ruhe teilen wollen mit ihrem Hund.

Phasen züchterischer Arbeit
In den ersten drei Wochen dürfen die Welpen erst einmal in ihrem Leben „im Außen“ ankommen und außer mir und meiner Familiekommt niemand den Welpen nahe. Stille und sehr zurückhaltende Beobachter dürfen vereinzelt und nur, wenn die Mutter sich resolut und souverän zeigt von frühem Besuch die Welpen besuchen. Denn in dieser Zeit hat eines absolute Priorität: Das Band zwischen Mutter und Welpen darf in keiner Weise gestört werden. Die tiefe und friedliche Bindung zwischen Welpen und Mutter ist das Wichtigste, was die Welpen für ihr Leben mitbekommen auf ihren hoffentlich jahrelangen Lebensweg.

Was eine Störung dieses Bandes ist oder sein könnte, entscheide dabei nicht ich (auch wenn das auf den ersten Blick so wirken mag, weil ich das Sprachrohr von Mutter und Welpen bin). Alleine Ambra (die Hundemutter) entscheidet, was sie als Störung empfindet und ich habe die Aufgabe feinfühlig wahr zu nehmen, was für Ambra im Beziehungsaufbau zu ihren Welpen richtig und förderlich ist und was sie eher hemmt und schlimmstenfalls sogar irritiert oder verstört. So kann es durchaus passieren, dass es Ambra schon zu viel sein wird, wenn meine Kinder oder mein Mann der Wurfbox mit ihren Welpen zu nahe kommen – sogar ich könnte als Störfaktor wahrgenommen werden, was allerdings zwischen Ambra und mir sehr unwahrscheinlich ist, da Ambra mir ohne Bedingung vertraut wie niemand anderem auf der Welt (aber: Unwahrscheinlic ist nicht unmöglich – Ambras Vertrauen in mich ist kein Freifahrtschein mich ihr und ihren Welpen zu nähern direkt nach der Geburt, den ich nach Belieben einsetzen darf ohne dabei Rücksicht auf ihre Gefühle und Bedürfnisse zu nehmen, die tagesabhängig und hormonbedingt sehr unterschiedlich ausfallen können).

Zwischen der dritten und fünften Woche sind alle Bewerber und Interessenten eingeladen die Welpen persönlich kennen zu lernen. Die Interaktion zwischen Welpen und Mensch ist in dieser Zeit noch so gut wie gar nicht vorhanden, wenn es überhaupt eine gibt. Es ist sogar möglich, dass Sie mit Pech nur eine Schlafphase der Welpen antreffen, wenn Sie zu Besuch kommen und die Mutter nicht gedenkt in der Zeit Ihres Besuches die Welpen zu füttern (und somit die Welpen Ihren Besuch eventuell einfach verschlafen). Ich tue mein Bestes, um Sie zu einer Zeit einzuladen in denen die Welpen mit Sicherheit wach sein werden, doch eine Garantie dafür abgeben kann ich leider nicht, es sei denn Sie sind bereit im Zweifelsfall auch für ein paar Stunden zu kommen, um auf jeden Fall eine Fütterungs- und Wachphase der Welpen mit zu erleben. Im Alter von drei bis fünf Wochen paddeln die Welpen auf ihren vier Pfoten noch staksig, aber immerhin halbwegs aufrecht mit bereits geöffneten Augen in ihrer Wurfbox kleine Kreise , erkunden einander und die sie umgebende Umwelt zaghaft im Radius einiger Taps-Schrittchen nach dem Säugen und schlafen wenige Minuten nach dem Säugen wieder ein, bis sie in vier Stunden erneut von der Mutter geweckt werden.

Diese Zeit bietet sich an für ein erste Kennenlernen zwischen Welpen und gerne der ganzen Familie ohne irgendeine bestimmte Erwartung in dieser Zeit daran zu haben wer welchen Hund später bekommt. So können alle Familien die Welpen ergebnisoffen kennen lernen und es gibt keinen Wettbewerb zwischen den Familien wer welchen Hund bekommt. Alle Familien können den Eindruck des ersten Treffens in Ruhe mit nach Hause nehmen und auf sich wirken lassen, um beim nächsten Treffen (das dann meistens kaum abgewartet werden kann) erste Ideen zu entwickeln, welcher Hund vielleicht derjenige sein könnte, der in einigen Wochen bei Ihnen einziehen könnte. Doch dieses Treffen soll Sie vor allem ein wenig in den Welpenzauber einbinden und teilhaben lassen an dem Gefühl und Geruch der noch neuen Welpen auf dieser Welt.

Viele Familien verändern nach dem ersten Treffen Ihre Gefühle und Einstellung gegenüber dem zukünftigen Hund und werden ehrfürchtig und still angesichts des zerbrechlichen und noch feinen Lebens, das sie angetroffen haben.

Ab der fünften Woche geht es dann sehr zügig damit los, dass sich Persönlichkeiten beginnen zu zeigen. Die Interaktion zwischen den Welpen beginnt erste Züge hündischen Verhaltens anzunehmen und die Welpen bekommen von Tag zu Tag sichtbar mehr Energie und Körpergewicht. Die Mutter frisst in dieser Zeit wie ein Scheunendrescher und man sieht vielen Hündinnen in dieser Zeit die körperliche Anforderung einen ganzen Wurf Welpen mit Muttermilch zu versorgen sehr deutlich an.

In der Zeit zwischen der fünften und achten Woche, also der Zeit bis zum Abstillen, treffen wir uns erneut und schauen dann schon etwas genauer welcher Welpe es sein soll/kann und es werden erste Eingrenzungen vorgenommen. Auch hier ist ganz wichtig: Es soll keinen Wettbewerb und keine Angst geben darum, wer welchen Welpen bekommt. Vorstellungen bezüglich des äußeren Aussehens sind durchaus von Relevanz aber sie sollten, sofern der Hund nicht für einen bestimmten Arbeitseinsatz gedacht ist und daher die äußerlichen Kriterien zulassungsrelevant sind (wie beispielsweise eine bestimmte Größe für einen Assistenzhund oder helle Fellfarbe für einen Blindenführhund) nicht an erste Stelle stehen bei der Auswahl des “richtigen” Welpen.
Um die achte Lebenswoche herum legen wir dann gemeinsam fest, welcher Welpe wann zu wem einziehen soll, also welcher Welpe von welcher Familie adoptiert werden wird. Wenn ich hier „wir“ schreibe meine ich damit nicht, dass ich die Belange der einzelnen Familie mit allen anderen Adoptionsfamilien abgleiche. Mit „Wir“ meine ich zunächst im engeren Sinne „mich“, den/die betreffenden Welpen und Sie (die Adoptionsfamilie). Im weiteren Sinne sind damit auch die anderen Adoptionsfamilien gemeint, da ich achtsam und vorsichtig schaue, dass am Ende die Mensch/Hund-Teams entstehen, die auch zueinander passen. Wichtig ist, dass der Dialog achtsam, ruhig und unaufgeregt geführt wird, um am Ende zu Entscheidungen zu kommen, die ein Hundeleben lang halten und sich gut und richtig anfühlen mögen.

Persönlichkeitsmatching

Die Antwort darauf fällt in einer idealen Welt ganz einfach aus: Der mit dem Sie sich wohlfühlen und der sich mit Ihnen wohl fühlt. Aber auch in einer idealen Welt hängt an dieser scheinbar simplen Antwort mehr dran, als auf den ersten Blick zu erkennen ist – oder einfacher gesagt: „Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater millionär“.

Im letzten Wurf hatten wir eine Familie, die hatte sich in Mogli verliebt. Mogli schien mit seiner lebensfrohen Persönlichkeit gut zu seiner Familie zu passen. Bis auf… Diese eine kleine Sache…. War Mogli ein Hund, der in der Lage sein wird früh ein paar Stunden alleine zu sein? Von allen Welpen akzeptierte er am schlechtesten, wenn wir die Welpen „weggesperrt“ haben. Das klingt zunächst brachial, ist aber ein ganz simpler sowie hund- alters- und artgerechter Vorgang, der zu einer verantwortungsbewussten Aufzucht von Hundewelpen dazugehören sollte.

Die Welpen haben bei uns ein Zimmer, bzw. Einen Raum in dem sie ein großes und reichhaltig ausgestattetes Welpenareal zu ihrer freien Verfügung haben. Es fehlt ihnen darin an nichts und sie haben zudem während ihrer Wachzeit uneingeschränkten Zugang zu einem Teil unseres Gartens. Die Welpen haben stets ihre Geschwister um sich herum, freien Gartenzugang und eine Menge Spielzeug, Kuschelmöglichkeiten und einen vollen Bauch von der guten Ernährung durch ihre Mutter. Es gibt also keinen Grund das Schließen der Tür/Zugang zu uns als Einschränkung wahrzunehmen. Alle Welpen, außer Mogli, empfanden das auch genau so: Ging die Tür zu uns zu wandten sie sich einander, ihren Erkundungswünschen oder ihrem Bedürfnis nach Ruhe zu. Keiner der Welpen, außer eben Mogli, assoziierte mit dem Schließen der Tür das Gefühl von Verlust.

Mogli aber fing an zu weinen sobald wir die Tür zu uns verschlossen. Seine Wahrnehmung war anders als die seiner Geschwister. Für Moglis Geschwister waren wir vermutlich so etwas wie Sensationstouristen, die nach der Speisung durch Muttern am Rand des Welpengeheges erschienen, kurz beschnüffelt und als akzeptables Inventar befunden wurden zwischen all den Sträuchern, Spielzeugen, Geschwistern und Erkundungsmöglichkeiten. Für Mogli waren wir DIE Attraktion. Doch mehr noch: Manchmal öffneten wir die Tür zu unserer Welt und dort hielt sich Mogli am liebsten auf, denn da war so viel mehr los als in “seiner Bude”.

Alle Welpen erlebten unser Kommen und Gehen, das Öffnen und Schließen der Türen als normal und selbstverständlich. Und das war auch gut so, denn so wurden sie zu genau den in sich ruhenden Familienhunden, die ich mir für “meine” Familien wünsche. Nur eben Mogli, der hatte so seine Ansichten bezüglich unseres Kommens und Gehens, die von denen seiner fünf Geschwister abzuweichen schienen.

Nur der Eine, Mogli, tat sich mit dem Konzept „Tür zu, Menschen weg, alles ist gut, denn ich habe hier ja noch so viel mehr, was mich zufrieden stellen kann“ schwer. Ausgerechnet der Hund, der an die eine einzige Familie gehen sollte, die zügig innerhalb weniger Wochen das alleinesein für 3-4 Stunden hinbekommen musste, da der Vater in Vollzeit und die Mutter in Teilzeit berufstätig war. Mogli war in allen anderen Eigenschaften DER Hund für diese Familie, sie passten so gut zueinander und hatten sich jeweils auf zwei Beinen und vier Pfoten schon angefangen aneinander zu binden und dann war da diese eine Eigenscahft, die es “zu lösen” galt, um eine hoffentlich gelingende Adoption für Zwei- und Vierbeiner in wenigen Wochen feiern zu können.

Moglis “Türsensitivität” zeigte sich im Alter von ca. 10 Wochen. Mit 11 1/2 Wochen sollte Mogli zu seiner Familie gehen. Auf der einen Seite habe ich mit Mogli so gut es möglich war versucht auf die Herausforderung “Türen schließen und alles wird (bleibt!) gut” vorzubereiten, andererseits habe ich beide Ehepartner (Frau UND Mann) seelisch darauf vorbereitet, dass sie bei diesem Thema besonders achtsam vorgehen müssen, um den Erfolg der Adoption nicht bei Wiederaufnahme der Berufstätigkeit durch die Frau wenige Wochen nach dem Einzug des Welpen zu gefährden.

Heute, zwei Jahre nach der Vermittlung kann ich verkünden: Die Adoption war ein voller Erfolg für Mensch und Hund. Die Familie und ich waren im regelmäßigen Dialog über Aufbau und Fortschreiten in der Gewöhnung an das Alleinsein und die Bemühungen sind am Ende auch von Erfolg gekrönt worden, doch das ist am Wenigsten auf unser aller Fleiß und Selbstdisziplin zurück zu führen, sondern am ehesten auf den gemeinsamen Dialog mit ALLEN Beteiligten und die gemeinsame Berücksichtigung dieses potenziellen Stolpersteins ohne dabei Themen zu “unbesprechbaren Themen” zu erklären.

Mona, die Halterin war bei der Adoption des Welpen der enthusiastisch vorantreibende Part, ihre neunjährige Tochter fieberte mit schlaflosen Nächten, Kunstwerken und Tagträumen über Wochen dem Tag des Einzugs entgegen und der Vater wusste nicht recht wie er mit dem ganzen so umgehen soll, dass es ihm am Ende nicht doch alles zu viel wird (auch wenn er natürlich die Entscheidung mitgetragen hat, nur eben nicht so enthusiastisch wie seine zwei Frauen). Es war ihm auch recht, wenn es einfach und unaufwendig wird den Welpen zu integrieren und nach Möglichkeit bitte NICHTS von dem Welpen zerstört wird in den Wochen nach seinem Einzug.

Es war aber nicht klar, dass Mogli es schaffen wird, das Alleinebleiben zu lernen ohne etwas zu zerstören. Ein Welpe ist eine Kristallkugel in die man nicht 100%ig hinein schauen kann, so wie niemand sagen kann “genau so wird sich das Kind nach der Geburt einmal entwickeln”. Auch wenn es unangenehm war für den Halter zu wissen, dass er mit Mogli das Risiko eingeht, dass ggf. Dinge kaputt gehen oder andere Probleme mit dem frühen Alleinebleiben auftreten können, habe ich das dem Halter und seiner Frau frühzeitig vermittelt. Das klingt zunächst einfach, ist aber in der Realität oftmals gar nicht so leicht, wenn es ein Ungleichgewicht gibt zwischen Mann und Frau in der Intensität des Wunsches nach einem Hund. Der Partner, der den Hund unbedingt will, ist bereit zu sagen: Das schaffen wir – egal wie – aber das schaffen wir! Der Partner, der dem Hund eher zugestimmt hat, als dass er sich den gewünscht hat, beginnt unter Umständen seine Zusage zu einem Welpen in Frage zu stellen und sobald der Welpe tatsächlich einzieht wandelt sich der schwelende Zweifel zunächst zu unterdrücktem Zorn, bis irgendwann der Welpe mit der ihm innewohnenden Energie eines tasmanischen Teufels etwas tut, dass das Fass zum Überlaufen bringt. Manche Menschen haben Glück und sie betrauern wenige zerstörte Objekte in der kurzen Zeit zwischen Einzug, Pubertät und Erwachsenwerden ihres Welpen. Andere tragen zerbissene Ladekabel, Lederschuhe oder Stuhlbeine zu Grabe, erkennen ihre sorgsam im Garten gepflegten Beete nicht wieder und verwechseln ihren Garten mit einem Truppenübungsplatz. Und wieder andere Hunde gehen mit “ihrem” Thema in ihre Familie und fordern ihre Zweibeiner indem sie nicht in die hündische Norm passen und besondere Ansprüche haben – wie Mogli es zu haben schien.

Als Mogli zu seiner Familie ging, war er nicht mehr ganz so “Tür-Sensitiv” wie in der zehnten Lebenswoche. Das war ein gutes Fundament, das er zu seiner Familie mitbrachte. Gleichzeitig war klar, dass seine Familie das Alleinebleiben, Türen vor Mogli verschließen und potenzielles Wegsperren mit so viel Feingefühl und “Dialogbereitschaft” mit Mogli wie nur möglich angehen musste, um nicht frühzeitig das Vertrauen zu zerstören, das Mogli seinen Menschen schenkte und somit das Band, das zwischen ihnen und ihrem neuen Familienmitglied langsam entstehen sollte im Kern zu erschüttern.

Ein erfahrener Züchter, der sich für seine Welpen Zeit nimmt, kennt die Charaktere seiner vierpfotigen Sprösslinge und kann den Bewerbern sagen, ob ihr Welpe ein “Thema” mitbringt oder nicht. Wie beispielsweise Caspar ein “Thema” zu haben schien. Caspar sollte der neue Freund seiner damals 12-jährigen „Halterin im Herzen“ werden. Iona hatte im Jahr vorher ein schweres seelisches Trauma erlitten. Ihre Eltern hatten die Hoffnung, dass ein Hund in der Familie Iona vom Schmerz weg hin zur Freude am Leben geleiten könnte. Dafür wollte ich einen Hund, der fröhlich, lebensfroh und resilient war gegen die Wirren des Lebens. So einen wie Nala (seine Mutter), nur eben in nächster Generation. Caspar schien mir der richtige Kandidat hierfür zu sein.

Bis er kurz vor der Abgabe pienzig, weinerlich und fast unberechenbar konfliktscheu wurde. Mir wurde es angst und bange und ich fragte mich, ob ich diese Familie mit dem falschen Hund verpaart hatte. Ich habe diesen Konflikt einige Tage mit mir selbst ausgemacht, bis ich bei einem Treffen vorsichtig angedeutet habe, dass Caspar gerade sehr „schwächelt“ und ich mich frage, ob er wirklich zu dieser Familie passt. Es war eine schwere Entscheidung gewesen diese Frage überhaupt vorsichtig anzubringen, weil ich sie nicht leichtfertig in den Raum stellen wollte. Andererseits wollte ich nicht schweigen und sehenden Auges in ein Drama hinein trudeln, dass am Ende noch stärkere Gefühle aufwühlen würde.

Allein meine Frage hatte zu großer Unsicherheit bei Mutter und Tochter geführt. Es flossen Tränen und ich fühlte mich schuldig. Doch am Ende war es so, dass sich Caspar wenige Tage vor der Übergabe wieder „fing“ und unsere These im Nachhinein die ist, dass er vermutlich einen Virus in den Tagen seines „Schwächelns“ gehabt hatte und deshalb so abgeschlagen war im Vergleich zu seinen Geschwistern. Hatte ich die Frage unnötig aufgeworfen oder war es notwendige Vorsicht? Ich weiß es nicht und ich werde auch in Zukunft mit Bedacht und vorsicht beobachten und anmerken oder, wenn es geht, zurückhalten was ich denke und fürchte, wenn in der Sorge nicht auch eine Chance verborgen ist.

Adoptionsplanung eines Welpen entsteht nicht am Reißbrett.

Es ist ein Prozess, der Dialog, Mut und Entschlusskraft erfordert. Ich bin bemüht achtsam und mit genauem Blick auf die Möglichkeiten und Ressourcen der Familien ebenso wie der Welpen eine möglichst gute „Zusammenführung“ zu ermöglichen.

Vieles wird dabei in die Wagschale geworfen: Wie leben Sie? Was können Sie leisten? Wo sind Ihre Grenzen? Welches Set an Eigenschaften braucht der Welpe? Sind Sie Allergiker? Gibt es Traumata oder andere Themen, die belastend oder nicht aufgearbeitet sind, die ggf. Sie oder Ihre Familie belasten? Welche „Leistungen“ erwarten Sie von Ihrem Hund und welche Lebensqualität können Sie Ihrem Hund wie bieten?

Was wird im Adoptionsverfahren besprochen?
Die Adoption eines Welpen gleicht in der Intensität der Erfahrung durchaus der Geburt und Ankunft eines eigenen Babys in die noch junge Familie. Ein Welpe stellt das, was bisher war auf den Kopf, pinkelt drauf, zerreißt es und läuft dann schwanzwedelnd davon und Sie hinterher.

Für kurze Zeit ist alles anders und Sie können diese Zeit genießen oder verfluchen.

Der Unterschied ist, dass ein Welpe ein Hund ist und kein menschliches Baby und somit ein Wesen mit Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anforderungen an uns, die wir im Zweifelsfall nicht einmal aus der Intuition „herausholen“ können. Welpen verlangen von uns Dinge, bzw. Fähigkeiten uhd Fertigkeiten, die uns Menschen eben nicht in die Wiege gelegt sind, sondern die wir schlicht und ergreifend erlernen oder akzeptieren und umsetzen müssen.

Was Sie erwartet
Bei “meinen” Welpen gibt es seit dem vorletzten Wurf, den ich vermittelt habe keine größeren Konfliktlinien mehr im Zusammenleben zwischen Mensch und Hund. Die Gründe darin sind auf vielen Ebenen zu suchen. Ich habe als Züchterin über die Jahre gelernt worauf es ankommt bei der Zusammenführung zwischen Welpen und ihren Familien. Beim ersten Wurf war ich noch sehr unsicher gewesen wie ich den Vermittlungsprozess optimal für beide Seiten gestalte und habe dabei noch viele Fehler gemacht, die meine Hunde und ich bitter bezahlt haben. Beim zweiten Wurf habe ich vieles besser gemacht und ab dem dritten Wurf hatte ich den Dreh raus.

Das anspruchsvolle Prozedere aus langen Texten, hohen Erwartungen an die Halter und meinem hohem Anspruch meine Welpen und mich passt nun endlich zusammen. Die Welpen lernen bei mir alles, was sie brauchen, um bei ihren Menschen später gut zurecht zu kommen. Die Arbeit teilen uns Ambra und ich dabei ziemlich fair auf untereinander.

Ambra kümmert sich während er Schwangerschaft und die ersten Wochen nach der Geburt um das Wohlergehen der Welpen so gut sie es kann. Ich halte mich in der Zeit so gut ich es kann zurück und sehe meine Aufgabe darin Ambra zu schützen, zu versorgen und stark zu machen für ihre Rolle als Mutter. Nur dort, wo es nötig ist und Ambra an oder über ihre Grenzen kommt (was ich nicht hoffe) greife ich ein und ziehe mich sofort wieder zurück, wenn Ambra das Zepter des Handelns wieder zurück verlangt. Was heißt das konkret?

Vor der Geburt achte ich darauf, dass Ambra nur angemessene Bewegungen macht und keine Hetz- oder Jagdspiele macht, die die Welpen gefährden könnten oder zu hohen Adrenalinausschüttungen führen. Insgesamt ist meine größte Aufgabe häufige oder besonders starke Adrenalinschübe (bzw. Stresshormone im Allgemeinen) zu verhindern. Ich halte sie also aus für sie belastenden Situationen fern oder (sofern das nicht möglich ist) versuche ich sie davor so weit wie möglich zu schützen. Abgesehen davon lasse ich sie ganz normal Hund sein und fahre mit ihr in angemessenem Tempo täglich am Fahrrad, wir machen Familienspaziergänge zusammen und fahren mit dem ÖPNV (sofern coronabedingt möglich) oder mit dem Auto zwischen Hamburg und Greifswald hin und her.

Während der Schwangerschaft nehme ich keine Untersuchungen an den Welpen vor. Ich verzichte auf sämtliche Diagnostik bei den im Mutterbauch wachsenden Welpen. Es ändert nichts an der Wurfstärke oder dem Geburtsverlauf, wenn ich die Welpen vorab schallen lasse. Es führt lediglich zu einer übermäßig hohen Ausschüttung von Stresshormonen bei der Mutterhündin (Ambra) sodass ich auf diese Maßnahme zum Wohle der Welpen verzichte. Der Geburtsverlauf ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet. Ich kann dieses Risiko jedoch nicht dadurch senken, dass ich vorher die Welpen zählen oder vermessen lasse, sondern indem ich auf die Geburt gut vorbereitet bin und während der Geburt mit möglichst viel Augenmaß Zurückhaltung übe und bei jeder potenziellen Komplikation das Wohl und Überleben des einzelnen Welpen gegen das Wohl des ganzen Wurfes abwäge.

Es ist immer möglich, dass Komplikationen während der Geburt auftreten können. Eine Hundegeburt ist immer eine Mehrlingsgeburt sodass der Wunsch bei einem Welpen bspw. Nachhelfen zu wollen sorgsam abgewogen werden muss gegen das Risiko den Geburtsverlauf damit so sehr zu stören, dass unter Umständen die Wehentätigkeit so sehr nachlässt, dass auch die noch nachkommenden Welpen Geburtshilfe benötigen werden und schlimmer noch – die Hündin aufgrund des hohen Stresses während der Geburt ihre Welpen unter Umständen nicht annimmt und dann nicht säugern wird. Dieses Szenario ist das schlimmste Szenario, das einen Züchter und dessen Welpen treffen kann.

Ich will nicht so weit gehen und sagen, dass solche Welpen eigentlich sofort getötet werden sollten. Am besten ist es, wenn man eine Hündin findet, die die Welpen als Amme groß ziehen kann. Sollte das nicht möglich sein, ist eine Handaufzucht die schlechteste Option für die Welpen, die es für sie geben kann. Es entfällt fast alles, was während des Säugens für die Welpen wichtig ist, um angemessenes soziales Verhalten entwickeln zu können. Es fehlt am Körperkontakt zwischen den Welpen, es fehlt das Schieben, Schubsen, Drängeln, die Eigeninitiative und der Raum für individuelle Ressourcen, es fehlt die Möglichkeit eigenständig zur Ruhe kommen zu können und unangerührt im Welpenverbund im eigenen Tempo groß werden zu können. Welpen, die mit der Hand aufgezogen werden, haben später große Probleme artangemessenes Verhalten zeigen zu können. Sie neigen zu hysterischem Verhalten und haben eine hohe Anfälligkeit für chronische Erkrankungen jeglicher Art.

Ich selber habe zwei Kinder geboren und mehrere Hunde,- Kaninchen- und Katzengeburten erlebt. Ich kann daher beim Thema Geburten im Umfang meines Erfahrungshorizontes mitreden. Ich entscheide mich grundsätzlich dafür soweit es irgendwie möglich und vertretbar ist, der Mutter Raum zu lassen für ihre Geburt und übe mich sofern es unter sorgsamer Abwägung aller Faktoren möglich ist, in Zurückhaltung während der Geburt, davor und danach.

Sofern möglich beginne ich während der Geburt zu fotografieren, ansonsten nach der Geburt. Im Abstand von ein bis drei Tagen veröffentliche ich Bilder und Texte zu den Welpen, die die Familien virtuell miterleben lassen wie “ihre” Welpen groß werden und in das Leben beginnen hinein zu wachsen.

Ab der dritten Woche sind Sie eingeladen die Welpen zum ersten Mal kennen zu lernen ohne sich dabei für einen bestimmten Welpen entscheiden zu müssen oder zu sollen. Sie kommen einfach nur, um hallo zu sagen und erste Bande zu knüpfen.

Anschließend lassen Sie die Gefühle und Erfahrungen sacken. Mit Ihren Rückmeldungen beginne ich mir erste Gedanken darüber zu machen, welche Wünsche und Erwartungen bei den Familien entstehen und wie das alles zusammen kommen kann im Laufe der nächsten Wochen.

Das zweite Treffen der Welpen findet im Alter zwischen fünf und acht Wochen statt. Bei diesem Treffen schauen wir langsam, ob bestimmte Persönlichkeiten beginnen sich füreinander zu interessieren. In dieser Zeit beginnt sich die Fellstruktur langsam zu zeigen und es wird klar welche Hunde Doodle-Fell bekommen und welche das Retriever-Fell tragen werden. Um die achte Woche herum beginnt das Matching zwischen Welpen und Familien in einem allseitigen Dialogprozess. Zu dieser Zeit haben meistens alle Welpen einen Namen bekommen, der ihrem Seelenkaleidoskop entspricht und sind mit ihren eigenen einzigartigen Eigenschaften zu einer Persönlichkeit in unserer Mitte geworden.

In der achten Woche beginne ich mit Erkundungsspaziergängen zu zweit und zu dritt, mit der Gewöhnung an Leine und Geschirr und die Welpen beginnen auf Sozialisierungstouren zu gehen. Zunächst machen wir die Runden zusammen mit Ambra, später gehen die Welpen einzeln oder zu zweit mit mir auf Tour und lernen so ganz nebenbei all das, was ein Welpe können muss, wenn er ein stadtsicherer Hund werden soll: Autos, Fahrräder, Fußgänger, Straßenüberuqerung, Hundebegegnung, Kommunikation mit dem Menschen, angemessenes Verhalten, etc. Die Einweisung in all das, was ich tue erfolgt zum Einen mit Tutorials via Foto und Text, die Sie dem Entwicklungsstand der Welpen entsprechend während der Welpenaufzucht zugeschickt bekommen.

Der große Startschuss zur Welpenabgabe erfolgt mit dem Kick-Off-Weekend, das um die 10. Lebenswoche herum stattfinden wird. Voraussichtlich wird es in Hamburg stattfinden, obwohl die Welpen die meiste Zeit ihres bisher kurzen Lebens in Greifswald erlebt haben. Sollten sich wider Erwarten mehr Halter in Greifswald und Umgebung finden als im Hamburger Umfeld werde ich im allseitigen Dialog eine Verlegung des Kick-Off-Seminars nach Greifswald überlegen. Dieses Seminar wird voraussichtlich im September stattfinden, bis dahin fließt also noch viel Wasser die Elbe (oder den Ryck) heraunter und es bleibt noch genügend Zeit, um dieses Detail dann gemeinsam zu klären.

Das Kick-Off-Seminar dauert 1,5 Tage und umfasst ca. 10-12 Zeitstunden – dabei “arbeiten” wir theoretisch und praktisch miteinander. Zum Einen vermittle ich das notwendige Wissen, das ein Welpenhalter mitbringen sollte. Zum Anderen gehen wir gemeinsam raus und üben den Umgang mit dem Welpen in verschiedenen Situationen. Die Erfahrung zeigt, dass bei mir alles so einfach aussieht (nach über 10 Jahren Hundetraining darf es das auch) und es doch Einiges an Üben braucht, bis die Halter langsam Sicherheit in der Anwendung der vermittelten Techniken bekommen.

Das Seminar versteht sich grundsätzlich weniger als Frontalveranstaltung, die einseitig der Wissensvermittlung dient. Zum Einen werden hier Kontakte geknüpft zwischen den Welpenfamilien, die sich erfahrungsgemäß gerne gegenseitig in der Anfangszeit unterstützen. Zum Anderen entstehen hier häufig Freundschaften, die ein Hundeleben lang halten und (was ich bisher noch nicht erlebt habe, da meine Welpen noch nicht so alt sind) auch darüber hinaus.

In den letzten zwei Wochen in denen die Welpen bei mir wohnen sind die neuen Familien so oft willkommen uns zu besuchen, wie es ihre Zeit und Lust zulässt. Je häufiger, desto lieber in dieser Zeit. Man kann nicht zu viel, nur zu wenig vorbereitet sein für einen Welpen in der Familie.

Zum Zeitpunkt des Kick-Off-Weekends habe ich mit jeder Familie bereits das Datum für den Umzug des Welpen in sein neues Zuhause festgelegt. Jeder Welpe wird anschließend von mir in sein neues Zuhause gebracht. Jeder Welpe kommjt mit einer eigenen kleinen Decke oder Ähnlichem aus seinem bisherigen Zuhause und in Begleitung seiner Mutter. Je nach Situation bleibt Ambra die erste Nacht mit ihrem Welpen im neuen Zuhause. Viele Familien haben im letzten Wurf dankbar den “Mutter-Begleitservice” in Anspruch genommen. Es hat ihnen viel Druck genommen in den ersten 24 Stunden alles richtig machen zu müssen.
Am nächsten Tag komme ich noch einmal vorbei und wir gehen gemeinsam spazieren und ich nehme Ambra-Mutter mit und lasse den Welpen und die neue Familie mit einem Gefühl großen Glücks und des gegenseitigen Respekts voreinander zurück, um ihnen Raum zu geben für ihre neuen Bande, die nun zart erwachsen mögen.

In den ersten Wochen hat es sich bewährt, dass wir uns – sofern es die Entfernung zulässt – noch ein paar mal zum Welpenspiel und für ein bißchen Üben der Techniken im Umgang mit Leine & Co. Üben – vielen hilft es, wenn ich sie begleite bei der Vorbereitung ihres Welpen zur erweiterten Straßentauglichkeit und, sollte eine Ausbildung zum Therapie- Assistenzhund oder ähnlichem geplant sein, setzen wir die Arbeit miteinander einfach nahtlos fort.

Alle Kosten für die Aufzucht, Erstausstattung des Welpen, Bringservice und Beratung in den ersten Wochen ist durch die Schutzgebühr abgedeckt. Die Schutzgebühr für einen Welpen beträgt im Normalfall 1.600 EUR. Ich gewähre auf Anfrage einer Familie einen Nachlass, wenn bspw. Die Eltern behindert oder eingeschränkt erwerbsfähig sind oder andere Gründe vorliegen dafür, dass die Familie (oder Einzelperson) das Geld nicht in der Lage ist aufzubringen dennoch auf einen verlässlichen Sozialpartner auf vier Beinen angewiesen ist.

Wem meine Schutzgebühr hoch vorkommt, den bitte ich zu berücksichtigen wie viel Zeit und Material ich in meine Welpen investiere. Ebenso bitte ich zu berücksichtigen, dass meine vollumfängliche Betreuung bei fast allen Familien in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass keine Hundeschule besucht wurde. Die Kosten für die Schutzgebühr sind somit mehr oder minder als “in Toto” zu verstehen im Sinne der “Anschafffungskosten”. Die darüber hinausgehenden Anschaffungskosten für Transportbox und weiteres kleines Zubehör summiert sich bestenfalls auf 150 bis 200 EUR, sofern hier zu den teuren Modellen gegriffen wird. Die einfachen Transportboxen, die qualitativ in nichts nachstehen sind zusammen mit dem übrigen erforderlichen Zubehör schon im zweistelligen Bereich zu erwerben.

Die Familien bekommen von mir eine “Shoppingliste fürs Hundi” vorab zur Verfügung gestellt sowie ausführliche Informationen zu Ernährung, Bewegung und artgerechter Haltung und Gestaltung des Zusammenlebens. Ebenso nehme ich mir beim Kennenlerngespräch grundsätzlich die Zeit die Wohnungs- und Familiensituation der Adoptionsfamilien zu besprechen. Als Hundetrainerin habe ich mir angewöhnt die Familien- und Wohnsituation immer mit zu betrachten, da fast alle systemrelevanten Faktoren durch die Wohn- oder Familiensituation bestimmt werden. Für die Adoption eines Welpen ist darüber hinaus die berufliche Situation der Partner/Singles von großer Bedeutung.

Doppelverdiener sollten, sofern nicht einer von ihnen im Home Office arbeitet, bzw. Den Hund nicht mitführen darf bei der Arbeit, für einen Welpen gar nicht erst bewerben. Es ist einfach nicht artgerecht einen Hund länger als 6 Stunden alleine zu lassen (egal wie alt er ist). Ausnahmen sind Paare, die bspw. Im Schichtdienst arbeiten oder es durch andere kreative Lösungen schaffen den Welpen nicht länger als 3-4 Stunden alleine zu lassen. Ein junger Hund sollte maximal 3-4 Stunden täglich alleine sein müssen (und das gilt erst für einen Welpen ab vier Monaten oder noch älter).

Wer berufstätig ist und den Hund zwischen 4 und 6 Stunden alleine lassen muss, kann mich darauf ansprechen, ob wir den Welpen länger behalten können für einen Zeitraum von zwei bis vier Monatn, bzw. Ob er in einer der Patenfamilien leben kann mit denen ich seit Jahren zusammen arbeite, bis er zu seiner Familie ziehen kann. Solche Konstrukte habe ich in fast jedem Wurf für mindestens einen Hund “gedeichselt” (ich kann aufgrund unserer eigenen familiären Situation nicht mehr als einen Welpen länger bei mir behalten als über die 12. Woche hinaus). Solche Konstrukte können sinnvoll sein, wenn bspw. Die Kinder schon schulpflichtig sind und beide Elternteile bis zu 6 Stunden außer Haus sind oder ein Partner in Teilzeit arbeitet aber einen längeren Weg zur Arbeit hat, sodass aus vier Stunden Arbeit 6 Stunden Abwesenheit werden. Dann zieht der Hund erst im Alter von ca. 6 Monaten zu seiner Familie. Je Monat, den der Hund länger als bis zur 12. Woche bei uns verbleibt, berechne ich 150 EUR als Verpflegungs- und Betreuungspauschale.

Der Eigentumsvorbehalt

Neben all dem was ich biete, was ich verlange, erwarte und mache gibt es in meinen Schutzverträgen eine große Hürde über die jede Familie springen muss: Den Eigentumsvorbehalt. Meine Schutzverträge sehen vor, dass das Eigentum am Hund bei mir verbleibt auch wenn der Hund in sein neues Zuhause zieht. Die Verträge räumen mir das Recht ein ohne Angabe von Gründen den Welpen jederzeit in meinen Besitz zurück zu nehmen.

Oha! Diese Einschränkung macht vielen zunächst einmal große Angst und führt dazu, dass viele Familien verängstigt sind über mein “rigoroses” Herangehen. Ich will von meinen Erfahrungen erzählen, damit Sie mich verstehen und meine Verträge:

Im ersten Wurf habe ich den Eigentumsvorbehalt auf zwei Wochen befristet und hatte mir somit schriftlich im Vertrag die Verpflichtung auferlegt den Welpen nur nach Angabe plausibler Gründe zurück nehmen zu dürfen. Krönchen, eine schwarz-weiße Hundedame, die eine Art schwarzes Krönchen (Tiara) auf dem Kopf hat, habe ich an ein junges Paar vermittelt, das ich aufgrund seiner Sanftmütigkeit und seines humanistischen Wertesystems sehr sympathisch fand. Ich war als Züchterin noch unerfahren und habe die Anbahnungsgespräche so geführt wie ich das auch als Hundetrainerin jahrelang gemacht habe.

Doch es zeigte sich, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen den Gesprächen, die man als Hundetrainerin zu führen hat und denen, die ein Züchter mit Welpeninteressenten führen muss. Ein Hundetrainer versucht möglichst gut zu analysieren, was bereits vorgefallen ist und in welchem System der Hund und seine Mitmenschen leben. Für den Hundetrainer stellt sich nicht die Frage nach dem “Ob” einer Zusammenführung des Teams, das Mensch/Hund-System ist zusammen gestellt und ein guter Hundetrainer hat die Aufgabe die Stellschrauben zu finden an denen er das System effektiv für Mensch und Hund verbessern kann.

Ich habe zu züchten angefangen, weil ich die Einbahnstraßen mit Sackgasse am Ende, in denen viele Familien mit ihren Hunden fest saßen, wenn sie zu mir in die Hundeschule kamen, leid war. Ich wollte nicht mehr als Hundetrainerin “nur” reparieren was zuvor monatelang immer weiter herunter gewirtschaftet worden ist und unter Umständen nie eine echte Perspektive gehabt hatte – wer ein Haus mit Schwamm oder kaputtem Fundament kauft, wird daraus nie ein bewohnbares Haus machen können.

Ich wollte gestalten. Ich wollte Fundamente gießen, stabile Strukturen entwerfen und Menschen finden, die stabile Strukturen wert zu schätzen wissen und mit Sorgfalt und Liebe daraus Häuser bauen, die von Liebe und Wertschätzung erfüllt sein werden. Konkret ausgedrückt: Mir war schon klar, dass es wichtig ist die richtigen Interessenten für meine Welpen zu finden, doch was ich nicht wusste ist, wie ich diesen Selektionsprozess gestalte.

Und so habe ich den Fehler gemacht mich bei der Anbahnung der Kontakte mit den neuen Familien zu sehr auf meine Erfahrungen als Hundetrainerin zu verlassen und so ging es mehr um das “Wollen” als um das “Sein”. Meine Schutzverträge sollten meine Hunde ein wenig absichern, deshalb hatte ich den bereits erwähnten 14-tägigen Eigentumsvorbehalt eingabaut, von dem ich nur Gebrauch machen konnte unter Angabe von Gründen.

Die Abgabe der Welpen gestaltete sich, wie bei allen späteren Würfen auch, sehr unterschiedlich. Je nach Familie, deren Lebenskonstellation und Hundepersönlichkeit verließen uns die Welpen zwischen dem 3. und 7. Lebensmonat in unmittelbare Nähe ebenso wie in bis zu 200km entfernt lebende Familien. Mit den weiter entfernt lebenden Familien lief alles unkompliziert, der Eigentumsübergang vollzog sich formal nach Ablauf der Frist “automatisch” und wir telefonierten noch ein, zweimal miteinander und sahen uns danach nicht wieder.

Mit den in der Nähe wohnenden Familien habe ich begleitendes Training angeboten für die ersten Wochen des gemeinsamen Zusammenlebens. Dabei ereignete es sich eines Samstages, dass ich von weitem einen Hund bellen hörte. Das war Krönchen, die kleine Prinzessin des Wurfes nicht nur nach dem Aussehen, sondern auch nach dem Charakter. Das Bezeichnende an Krönchen war, dass sie von allen Welpen am genauesten wusste was sie wollte. Hatte Krönchen einmal ihren Willen geformt, hat sie ihren Weg dahin souverän und ruhig gestaltet.

Anders als zwei ihrer Brüder hatte Krönchen keinerlei Neigung zu Hysterie oder unruhiger Nervosität, sie war stets kooperationswillig und freundlich. Und mein Eindruck war gewesen, dass diese ruhige Souveränität auch das war, was das junge Paar, das Krönchen adoptiert hatte, an ihr sympathisch gefunden hatte. Nun gibt es zu ruhiger Souveränität eine Kehrseite: Ein Hund, der weiß, was er will, weiß, was er will. Er ist eben nicht hysterisch (orientierungslos), sondern fokussiert und klar in seinem Willen – und will sein Halter nicht, was der Hund will oder kann und will dem Hund nicht gestatten, was dieser gerade für sich für wichtig erachtet kommt es zu einem Interessenskonflikt zwischen dem Wunsch des Hundes und dem Willen des Menschen.

Krönchen bellte aufgeregt und ich hörte sie schon fast 200m weit, obwohl sie noch nicht zu sehen war. Das war mehr als ungewöhnlich – in den etwas über drei Monaten, die Krönchen mit uns verbracht hat, hat sie nicht ein einziges Mal in dieser Weise gebellt. Es musste also etwas passiert sein, was sie sehr, sehr in Aufregung brachte. Ich lief so schnell es mir möglich war um die Ecke, um dem jungen Paar mit dieser schwierigen Situation zu helfen und was ich sah, verschlug mir den Atem: Sie zerrte an Krönchen herum, wütend und hoch agitiert, er stand hilflos daneben mit dem Ausdruck im Gesicht “blöder Köter, halt endlich die Fresse”und tat alles, um Krönchen wütender und wütender zu machen. Krönchen versuchte zu springen, sich zu bewegen und sie fixierte Krönchen an der Leine (neuerdings sogar mit Halsband statt wie bisher immer mit Geschirr) und Krönchen wand und drehte sich in dieser Fixierung. Was ich sah war ein Kampf zwischen zwei ungleichen Partnern.

Das Warum lag auf der Hand. Krönchen wollte eilends zu uns auf das Gelände – dem Ort an dem sie über drei Monate ihres Lebens verbrachte hatte, wo all ihre Geschwister und Freunde waren und an dem sie nun fast sieben Tage nicht mehr gewesen war – für mich war es klar, nachvollziehbar und naheliegend, dass sie anstatt an lockerer Leine entspannt neben ihren Haltern daher zu trotten voll Vorfreude eilends – möglichst in vollem Galopp, wenn es nach ihr ginge – zu uns hingewollt hatte und nicht dafür zu motivieren gewesen war im gemächlichen Schneckentempo der Zweibeiner zu uns trotten zu wollen. Und eben dieser Interessenskonflikt war offenkundig zu einem Zweikampf willensstarker Frauen ausgeartet, die nun hoch agitiert und miteinander unglücklich wirkten.

Doch diese Beobachtung war nur der Anfang des Elends, das nun unwiderruflich seinen Lauf nahm, da ausgerechnet genau am Vortag der Eigentumsübergang vollzogen war. Und was ich nicht für möglich gehalten hatte, fand an dem Tag statt: Die Tatsache, dass das Eigentum von mir auf die neuen Halter übergegangen war, veränderte alles. Vor dem Eigentumsübergang hatte ich die beiden als freundlich, fast devot bzw. unterordnungswillig mir gegenüber erlebt. Sie nahmen alles auf, was ich ihnen empfahl und ich hatte stets den Eindruck gehabt, dass sie den Dialog als bereichernd und nicht als bevormundend empfunden hatten. Ich schilderte ihnen meinen Eindruck, dass ich das Gefühl hatte, dass sich aus einem einfachen Interessenskonflikt ein Kampf entwickelt hatte. Ich rechtfertigte Krönchens Interesse auf ebendieser Strecke jedes Recht der Welt zu haben ungeduldig zu sein und dass dies keine Aussage darüber sei, ob Krönchen kooperationsbereit sei ihren Haltenr gegenüber (was jeder Hund von Geburt an ist, wenn man ihn lässt).

Sie hörten mir offenkundig nicht zu. Also schwieg ich nach meinem kurzen Plädoyer für Krönchens Recht auf einen Willen. Der Halter fragte mich tonlos, ob sie noch verpflichtet seien zum Training zu kommen. Ich sagte, dass es keine Pflicht dazu gäbe, schließlich sei Krönchen jetzt ihr Hund, dass ich aber davon ausginge, dass wir gemeinsam darauf schauen werden, wie sie die Umgangsformen mit Krönchen so gestalten, dass sie dauerhaft ein konflitkfreies und bereicherndes Zusammenleben führen können. Darauf gab es dann schon keine Antwort mehr. Die beiden drehten sich um und ich sah Krönchen nie wieder.

Die darauf folgenden Nächte habe ich abends sehr lange geweint, wenn der Tag sein Ende nahm und Raum für Gefühle aufkam in mir. Ich musste mir eingestehen, dass ich bei Krönchen versagt hatte darin sie zu schützen. Es kam auch wie es sehr oft in solchen Fällen kommt: Das Trio ging auf eine Odyssee durch andere Hundeschulen und Trainingsmethoden (das berichteten mir befreundete Hundehalter) mit teilweise kruden Methoden der Unterdrückung wie sie bis heute in Hundeschulen und bei Trainern im Fernsehen salonfähig sind.

Nachdem ich getrauert hatte über mein Versagen und klar war, dass ich für Krönchen nichts werde tun können, da sie rechtmäßig ihren neuen Haltern gehört und das Anwenden “moderner Trainingsmethoden” und tingeln durch Hundeschulen kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist, sondern Hundehalter das Recht haben auf einseitigen Machtmissbrauch gegenüber ihrem Hund und dies heutzutage sogar als “Rudelführerstrategie” gefeiert wird von vielen Trainern.

So blieb mir nur der feste Entschluss diesen Fehler nie, nie wieder zu machen ohne dabei mit dem Züchten aufzuhören. Dasi ist mir leider nicht ganz gelungen, denn mein System hat am Ende eine Lücke gelassen: Was mache ich, wenn ein Hund nicht mir gehört und der “Noch-nicht-Halter” mich plötzlich aus dem Leben ausschließt und ich den Hund nur noch herausklagen kann? Auch diese Situation habe ich erlebt und zwar im zweiten Wurf mit – interessanterweise ebenfalls der willensstärksten Hündin aus dem Wurf: Ronja. Ich war gerade schwanger geworden, wir renovierten unser neu erworbenes Haus und mein “Großer” war noch immer ein sehr kleines Kind im Alter von einem Jahr. Das Paar war mehrfach bei uns zu Besuch gewesen und wir hatten einen freundschaftlichen Umgang miteinander gepflegt, bis plötzlich der Kontakt abbracht von einem Tag auf den Anderen.

Ich hatte das Recht auf meiner Seite aber wollte ich den Klageweg bestreiten, um Ronja zurück zu erkämpfen? Ich entschied mich dagegen. Wir hatten die Ressourcen für so einen Klageweg zu der Zeit nicht gehabt (finanziell vermutlich nicht aber vor allem zeitlich und kräftemäßig hätten wir so viel Energieverlust in einen Kampf zu der Zeit kaum verkraftet).

Und so ist sie gewachsen die Überzeugung in mir: Die Bewerber für einen meiner Welpen müssen sich klar machen welch einen großen Sprung ich mache indem ich ihnen etwas anvertraue, das mir so lieb und wertvoll ist wie eines meiner von mir geborenen Kinder. Was würden Sie tun, wenn Sie an meiner Stelle stehen? Finden Sie es unverhältnismäßig, wenn Sie ein geliebtes Wesen weggeben alles daran zu setzen, dass sich nur diejenigen Menschen bei Ihnen melden, die einen großen Vertrauenbonus sind zu leisten?

Denn ja: Sie müssen einen großen Vertrauensvorschub leisten indem Sie sich mit mir auf einen Adoptionsprozess einlassen, wenn ich mir vorbehalte das Eigentum am Hund auf unbestimmte Zeit zu behalten auch wenn der Hund schon bei Ihnen lebt. Für gewöhnlich vollziehen wir den Eigentumsübergang irgendwann sechs bis zehn Wochen nach dem Umzug in sein neues Zuhause. Ich kann jedoch aus der Erfahrung der nächsten Würfe sagen, dass es bei keiner einzigen Familie ein nervöses Drängeln gab, wann denn dieser Eigentumsübergang endlich erfolgen kann.

Nach all den Abenteuern, die wir miteinander zusammen bestehen in der intensiven Zeit des Umzugs eines Welpen von seiner Geburtsttätte (bei uns) in sein neues Zuhause rückt am Ende dieser Punkt in den Hintergrund überschattet von all den Erlebnissen, die Sie und mich dann miteinander verbinden. Ich bitte Sie sich eines klar zu machen, fallls mein Eigentumsvorbehalt Sie sehr beunruhigen sollte. Ich rechne damit, dass Ambra zwischen sechs und acht Welpen zur Welt bringen wird. Die ersten fünf Wochen werden wir uns an den Welpen ausschließlich erfreuen. In der fünften bis zehnten Lebenswoche werde ich mit den Welpen viel Zeit verbringen, sie auf das Leben und die Welt vorbereiten und jeden von ihnen lieben lernen in seiner einzigartigen Art.

Und ab der zehnten Woche werden die Welpen soviel Energie und Ideen haben, dass wir wieder nervös dasitzen werden und uns fragen: Warum haben wir uns diesen Quatsch überhaupt angetan? Mehrere Welpen in diesem Alter mit ordentlich dumm tüch im Kopf können einem das Leben reichhaltig ausfüllen und anspruchsvoll machen. Alles ist lösbar mit Geschick, Geduld und dem richtigen Wissen – aber es braucht eben alles davon. Und so steigt die Sehnsucht nach der Zeit in der die Welpen dann endlich zu Ihnen ziehen in ihr neues Zuhause und wir hoffen, dass wir von jedem Welpen nur noch eines bekommen: Fotos, Erfahrungsberichte und gelegentliche (ggf. gegenseitige) Besuche.

Mein Wunsch einen Welpen zurück zu nehmen, insbesondere nachdem er schon bei seinen Haltern ist, ist bei Null oder noch weit darunter angesiedelt. Ich kann mir, genau genommen, nichts frustrierendes vorstellen als einen Welpen zurück nehmen zu müssen, die Familie mit diesem wahnsinnigen Übergriff traumatisiert zurück zu lassen und am Ende einen Welpen im Haus zu haben bei dessen Vermittlung ich von vorne anfangen muss.

Nichts ist mir lieber als Familien, die sich frühzeitig melden, die geduldig den Weg bis zur Abgabe gemeinsam mit Ambra, den Welpen und mir zusammen gehen und bei denen ich den Welpen loslassen und sicher zuhause wissen kann. Und das Recht, dass ich den Welpen zurück nehmen darf, wenn sein Zuhause sich für ihn nicht als guter neuer Ort erweisen sollte, soll kein Damokles-Schwert sein, das ständig über der Familie schwebt (wie es offenkundig bei dem jungen Päärchen der Fall gewesen war von dem ich oben berichtet habe). Es ist einfach ein Aspekt unseres Vertrages von vielen.

Kontaktaufnahme
Nun habe ich sehr viel geschrieben und kenne Sie noch überhaupt nicht. Ich freue mich, wenn Sie sich bei mir melden und wir in Kontakt kommen. Grundsätzlich funktioniert Kontaktaufnahme bei mir nur “anachronistisch”. Ich nutze keine modernen Kommunikationsformen wie Whatsapp & Co.

Sie können mich per Mail, SMS oder Telefon kontaktieren. Dabei kann es vorkommen, dass ich mein Telefon nicht immer höre oder beantworte, aber ich rufe gerne zurück sobald es mir möglich ist. Am Einfachsten ist es, wenn wir, sofern es sponta nicht gelingt einen Termin zum Telefonieren vereinbaren und wir uns bei diesem Erstgespräch so weit kennen lernen, um zu schauen, ob wir zueinander passen.

Sobald Sie sich sicher sind, dass Sie “das Gefühl haben einen Welpen von uns zu wollen” freue ich mich, wenn Sie zum persönlichen Treffen vorbeikommen. Das persönliche Treffen läuft dabei immer nach dem stets gleichen Schema ab. Sie kommen zu mir (am besten mit der ganzen Familie sofern die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Maßnahmen dies zulassen), wir schnacken ein wenig miteinander, gehen mit Ambra eine Runde spazieren (so erleben Sie gleich “live”, was Sie am Ende von mir erwarten dürfen) und Sie stellen Fragen, ich plaudere aus dem Nähkästchen und wir verabschieden uns dann voneinander. Verarbeiten Sie die Eindrück miteinander in Ruhe.

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie einen Welpen von mir haben wollen, dann setze ich Sie “auf die Liste”. Bitte machen Sie sich klar, dass es ein wahnsinnig aufwändiger Prozess ist, eine ständig fluktuierende Liste zu haben. Natürlich nagele ich niemanden darauf fest, dass er einen Welpen abnehmen muss, weil das der gesamten Herangehensweise für dich einstehe widersprechen würde. Aus 1001 Gründen kann und darf es sein, dass Sie am Ende doch keinen Welpen von mir nehmen, weil es aus irgendeinem Grund nicht gepasst hat. Ich wäre Ihnen jedoch sehr dankbar, wenn Sie mit der Zusage nicht leichtfertig umgehen, sondern sich klar machen, dass ich ebenfalls niemandem leichtfertig zusage.

Jeder, der “auf der Liste” steht, wird auch die Chance auf einen Welpen bekommen, sofern nichts Unerwartetes dazwischen kommt (wie bspw. Krankheit oder Tod eines Welpen, was ich nicht erwarte aber zum Leben genauso dazugehört wie Geburt und Gesundheit). Ich nehme keine Leute auf Vorrat auf ohne ihnen das zu sagen, sondern jeder weiß genau woran er ist. Ich wünsche mir, dass die Personen, die einen Welpen von mir haben wollen ruhig und reflektiert an diese Entscheidung herangehen und ich nicht plötzlich den Anruf bekomme (wie schon so oft), dass das Interesse an einem Welpen nicht mehr da ist, weil man gestern spontan bei einem Züchter war und da hat man dann einen Welpen gefunden und der sitzt jetzt übrigens unter dem Tisch und ist ja soooo süß.

Sie sind frei das zu tun, was Sie wollen – aber bitte sehen Sie eine Zusage mir gegenüber als eine Zusage und keine lose Willensbekundung an – ich tue es nämlich genauso. Damit lassen Sie mir mehr Zeit für meine Kinder, für die Bekümmerung der Welpen und das Erledigen der Dinge, die wichtig sind und rauben mir nicht Zeit für das ständige Auffüllen von Lücken auf meiner Liste nachdem ich den Prozess der Suche nach Adoptionsfamilien schon als abgeschlossen angesehen hatte.

Sie finden im Folgenden eine kleine Auswahl an Texten, die ich im letzten Wurf den Familien zur Verfügung gestellt hatte. Dazu gehört unter anderem eine kleine Shoppingliste, die im Großen und Ganzen immer noch aktuell ist. Sie wäre lediglich zu erweitern um eine “Quer-Transportbox” von Trixie, die ich (hoffentlich) zeitnah vornehmen werde. Darüber hinaus finden Sie einige Fotodokumentationen, wie Sie sie ebenfalls erwarten dürfen von Ihren Welpen und ein paar der Texte über die Entwicklungen und Herausforderungen mit denen die Welpen konfrontiert sind während der Zeit des Aufwachsens bei mir.