Hingabe = Abhängigkeit?

Das Thema Leibeigenschaft ist ein Steckenpferd, das ich seit über einer halben Dekade mit mir herumtrage. Vor ca. fünf Jahren habe ich meine Hauptberuflichkeit als Hundetrainerin eingestellt und habe beschlossen für meinen Lebensunterhalt die Leitung einer Sauna zu übernehmen, um nicht mehr vom Hundetraining finanziell abhängig zu sein. Ich habe das Hundetraining dann zwar weiterhin gewerblich, aber nur noch im Nebenberuf ausgeübt.

Es hat mich damals an den Rand meiner Möglichkeiten gebracht zu erkennen, dass ich Helfershelfer bei der Versklavung und Unterordnung vierbeiniger Wesen bin. Aber wenn es nur das wäre, hätte ich vielleicht einen ethisch-moralischen Kniff finden können, um meine Arbeit weiterhin vor mir selbst und vor anderen rechtfertigen zu können. Doch es ist und war noch mehr: Die Abhängigkeiten, in denen wir alle leben reden wir uns schön und schaffen uns Statussymbole an, mit denen wir uns und anderen zeigen, wie frei wir eigentlich sind (sein wollen) und es somit nicht sind.

Ich war es leid die hund- und menschenzerstörenden System zu unterstützen durch meine Arbeit und wollte die Freiheit haben ein Training abzulehnen ohne dann rechnen zu müssen, ob ich meine Miete am Monatsende bezahlt bekomme. Die Sauna war mein Schlüssel dazu. Das tolle daran war, dass ich die Sauna erst um 17 Uhr aufgemacht habe und somit den Tag vorher für mich, meine Hunde und meine auserwählten Kunden hatte. Das hat mir sehr, sehr gut gefallen – weil es mir erlaubt hat unabhängig und frei meien Meinung zu sagen.

Und einen Bonus hatte die Sauna damals für mich und meinen weiteren Weg: Ich habe eine Arbeit gemacht, bei der wir uns alle nackt und frei begegneten. Das war nicht anzüglich. Es war toll, dass alle ihre Statussymbolkleidung in der Umkleide abgelegt haben. Es war toll, dass dann der Richter neben dem Polizisten, dem Rentner, der Studentin saß. Und alle schwiegen, genossen und meine einzige Tätigkeit darin bestand ihnen allen stündlich ordentlich einzuheizen. An diese Freiheit denke ich manchmal zwischen Windelwechseln und Schlaflosigkeit mit Wehmut zurück.

Doch zurück zur Hingabe! Ein neues Kapitel ist in unserem Buch des Lebens aufgeschlagen worden durch unsere Entscheidung unser Kind in die Kita zu schicken. Und ohne es zu wollen bin ich erneut mit dem Thema Hingabe, Unterwerfung und Abhängigkeit konfrontiert worden.

Mit Achtsamkeit haben wir eine Kita ausgewählt, die uns so gut gefiel, weil wir das Gefühl hatten, dass sie die Kinder gleichwertig mit Respekt und Achtsamkeit in ihren Schoß nimmt und ihnen als Steigbügelhelfer ins Leben hilft und nicht als ständig korrigierender Bremser im Nacken sitzt. Ach, was lagen wir falsch mit dieser Einschätzung, stellten wir in der Eingewöhnung fest!

Die Kita-Leitung hat uns darüber belehrt, dass „unsere“ Erzieherin die Kinder liebevoll, achtsam und mit ganz viel Zuwendung eingewöhnt. Wieso bloß habe ich das diametral anders erlebt? Zuwendung bedeutet hier ein nach seinen Eltern schreiendes Kind von der Tür wegzureißen, es auf den Arm zu nehmen und auf dem Schoß mit sich herum zu tragen. Dabei wird es getröstet. Nein, es passiert nichts Schlimmeres. Das Kind wird nicht geschlagen, gescholten oder ähnliches. Wobei es mir lieber wäre das Kind würde gescholten (!).

Denn dann würde es wenigstens merken wie hinterlistig der Mensch ist, der da gerade das Kind von seinem ein und alles: Seinen ihn bisher beschützenden Eltern wegreißt. Es hat mich in der Arbeit mit Hunden wahnsinnig gemacht, wenn Menschen nicht verstanden haben, was sie für ein mächtiges Instrument in ihrer Hand halten, das dem Hund grausames Folter- und Unterwerfungsinstrument ist: Halsband und Leine.

Wir haben die Macht!

Ja, genauso ist es: WIR HABEN DIE MACHT! Wir haben die Macht, einen Hund einfach zu halten und ihn von allem, was ihm etwas bedeutet fern zu halten, ihm die Freude daran zu nehmen, es mit Stress zu belasten, ihm Schmerz zuzufügen (kennen Sie diese Leinenrüttler, Schüttler und anderen Tierquäler? Ich sehe sie täglich…). Das sieht weniger grausam aus als ein Tritt. Ist es de fakto aber nicht.

Und die Höhe der Machtausübung geschieht da, wo Menschen liebevoll greifen. Man könnte auch sagen „eingreifen“. Wenn ich sehe wie die weinenden, teilweise schreienden und tobenden Kinder von der Tür weggezerrt werden, muss ich gegen meinen Impuls kämpfen die Erzieherinnen mir in gleicher Weise zu schnappen, damit sie das sich GEGEN sie wehrende Kind loslassen.

Manche Krippenkinder sind noch nicht alt genug, um die Funktion der Türklinke zu kennen, bzw. an sie heranzukommen. Aber sie alle wissen, dass HINTER dieser Tür ihr sicherer Hafen ist, der sie seit ihrer Geburt immer in Empfang nahm, wenn sie in Not waren: Ihre Eltern. Und das nennt sich dann euphemistische „Eingewöhnung“. Ich nenne das Zerstörung des Vertrauens in die mütterilche Fürsorge.

Die Kinder lernen, dass es egal ist, dass sie weinen, schreien, zetern oder kreischen. Ich erlebe es, dass manche Kinder in der „Eingewöhnung“ bis zu 30/40 Minuten am Stück durchschreien und weinen. Denn der „Fahrplan“ muss ja eingehalten werden. Wir haben unser Kind aus diesem Fahrplan entzogen und anscheinend ist durch irgendetwas, was wir getan haben nicht nur eine Eskalation entstanden, in der natürlich deutlich wurde, dass wir für unseren Sohn eine Extrawurst wollen. Wenn die „Eingewöhnung“ meines Sohnes auf Augenhöhe ohne die Anwendung von Zwang eine Extrawurst ist – fein, dann kämpfe ich für diese. Und bekomme ich sie nicht, nehme ich meinen noch so winzigen und schutzlosen Sohn raus. Basta!

Dazu musste es – wofür wir sehr, sehr dankbar sind – nicht kommen. Wir haben uns für unser Kind eingesetzt. Und wir haben uns sehr, sehr unbeliebt dabei gemacht. Und wir haben sehr viel Kritik dafür geerntet. Und wir haben das Glück eine zweite Chance zu bekommen. Mit diesem Glück hatten wir schon gar nicht mehr gerechnet und uns eine neue Einrichtung gesucht, von der wir uns mehr erhoffen (wobei wir natürlich bis mindestens zum Sommer mit einem Platz hätten warten müssen (!)).

Ich sehe jetzt beim Schreiben noch die Kinder vor mir, die morgens in die Einrichtung gebracht werden und leise wimmernd am Bein ihrer sie in den Speisesaal bringenden Eltern hängen. Dann wird so etwas wie eine Verabschiedungszeremonie von den Eltern gemacht, die so abläuft: Die Eltern fangen an dem Kind zu erklären, dass sie jetzt gehen müssen. Das Kind fängt an zu wimmern, nein zu rufen und sich bereits in sich gekehrt an das Bein oder den Arm seines bringenden Elternteils zu klammern. Dann kommt irgendwann der Zeitpunkt, dass die Eltern gehen müssen. Je nachdem wie dicht das Kind schon an der Aufgabe ist, klammert es noch einmal oder hat bereits seine eigene Hilflosigkeit erlernt und gibt einfach hilflos weinend auf.

Das ist der Einsatz für die Erzierhin. Die kommt dann und nimmt das hilflos weinende Kind auf den Arm. Das Kind weint und wimmert dann bei ihr auf dem Arm. Wahlweise wenige Minuten bis zu mehreren Stunden (also die ganze Zeit durch). Natürlich – das Kind kommt darüber hinweg und dann ist alles gut, weil normal und unauffällig. Die Störung der elterlichen Bindung, all die Probleme, die später kommen – ja die fallen vom Himmel und haben natürlich rein gar nichts mit dieser frühkindlichen Erfahrung von Macht, Missbrauch und überwältigung zu tun.

Deutschland, was tust du deinen Kindern bloß an?

Fotomania

Im Moment entstehen bei meiner dokumentarischen Arbeit durchschnittliche einhundert Fotografien am Tag. Zirka 50 Fotos bei einem „Shooting“. Ein Shooting ist eine Sequenz, die ich fotografiere. Üblicherweise beginnt sie mit dem Betreten der Mutter, also dem Stillen. Nala entscheidet ihrem eigenen mütterlichen Rhythmus gemäß wann das der Fall ist.

Sobald Nala auf der Bildfläche auftaucht entbricht ein irres Rennen, um die besten Plätze an der Milchbar. Das Säugen selbst ist je nach Lage von Nala, dem Andockverhalten der Kleinen und Nalas Fähigkeit still zu halten eine ruhige Angelegenheit oder ein Tummelplatz der Sixpack-Welpen, die ständig Bäumchen-wechsle-dich spielen.

Das Stillen dauert zwischen 10 und 15 Minuten – je nach Laune von Nala und dem Verhalten der Welpen. Wenn Nala gut drauf ist und die Welpen „nur“ am Gesäuge Terror veranstalten und nicht auch auf Nala draufklettern, dann bleibt Nala gerne bis alle zur Ruhe kommen. Sie schnauft dabei zwar hörbar zwischendurch, leckt sich häufig die Schnute, zeigt mit vielen Körperhaltungen deutliches Unwohlsein ob der terroristischen Angriffe auf ihr Gesäuge, ist im äußeren Verhalten dabei aber ruhig und gelassen.

Schluss ist jedoch bei Übergriffen auf ihre Schnauze. Nala toleriert es, wenn ein Welpe auf ihr herumklettert. Es ist für sie auch noch okay, wenn die Welpen auf die Halspartie klettern oder sich auf ihre Schnauze legen. Aber der Spaß hört für Nala auf, wenn die Welpen anfangen an ihrer Schnauze zu lecken. Bis zum Stand heute (Nikolaus) habe ich zwei Welpen dabei beobachten können wie sie Nalas Schnauze lecken in einer Weise, die dazu geeignet ist Nala zum Wiederkäuen von Futter bewegen zu können.

Nala hat hierzu jedoch überhaupt keine Meinung. Sobald Coco oder sein schwarzer Bruder damit beginnen hebt Nala den Kopf. Wenn das nicht hilft, erhebt Nala sich mit den Vorderläufen. Und wenn ihr dann alles zu viel wird, macht sie die Biege. Nala ist dann mal weg. Je nachdem wie gesättigt die übrigen fünf dann sind, wird Nalas Entschwinden stumm oder mit traurigem Weinen zur Kenntnis genommen. Und auch im nächsten Schritt gilt: Je nachdem wie gesättigt die Welpen sind, kommen sie entweder innerhalb von Sekunden zur Ruhe und gehen über zu normalem Welpenverhalten wie die Umwelt zu erkunden, einander zu erkunden, körperliche Nähe zu suchen, einen Schlafplatz zu suchen. Bei Hunger weinen sie einfach nur – mein Kleiner (Lukasz) imitiert dieses Weinen in seinen schwierigen Momenten mittlerweile auffällig gut.

Von meinen Fotografien sind ca. 90% darüber wie die Welpen ihren Körper, ihr Sein, ihre Fähigkeiten erkunden. Jeden Tag übt sich jeder in der Art, wie er ist. Coco tanzt auf allem rum. Auf seiner Mama, auf seinen Geschwistern, auf Spielzeugen, auf Klettermöglichkeiten. Coco muss auf allen und jeden rauf! Ambra erkundet in ihrer ruhigen und klaren Weise. Ganz selten gibt sie mal einen Ton von sich. Sie mischt mit, wenn es nicht anders geht und schiebt sich auf andere drauf, wenn jemand im Weg ist. Und dann ohne Zögern und Zaudern. Caspar ist ein großer Entdecker! Er kennt das Gehege schon wie seine Westentasche und ist gerne allein unterwegs. Mogli, Filou und noch namenlos wirren und wuseln gut durcheinander – doch wir müssen sie zur besseren Unterscheidung eindeutig kennzeichnen – und das sobald wie möglich. Vielleicht hilft mir Bettina dabei.

Zurück zur Dokumentation! Ich versuche möglichst aktuell grafisch rohe Texte in der Navigationsleiste rechts hochzuladen. Sie sind die Rohvorlagen für ein Buch, das ich hoffentlich nächstes Jahr fertig bekomme. Ich will sie euch trotz ihrer Unfertigkeit nicht vorenthalten.

In den Dokumentationen seht ihr, wie vielfältig das Ausdrucksverhalten der Welpen ist. Diese Vielfältigkeit ist die Schönheit des Seins! Und es ist so essenziell die Vielfalt des Seins, die Stärke des Ausdrucks und die Einzigartigkeit eines jeden Welpen (Hundes) zu kennen, um ihm als Persönlichkeit begegnen zu können. Mich quälen diese erzieherisch martialen Ansätze, in denen den Hunden ein einheitlicher Trainingsweg übergestülpt wird ohne Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse des einzelnen Hundes.

Jeder, der die Dokumentationen sieht und die Vielfalt des Ausdrucksverhaltens darin erkennt, kann sehen wie herrlich ein Hund ist, wenn er so ist, wie er ist. Alles das, was wir an Hunden kennen: Bellen, Schubsen, Fressen, Liegen, Hüpfen, Raufen, Jaulen, Schlafen ist vollkommen normal und angeboren. Erst durch unangemessene Eingriffe von außen, Traumata und Deprivationen enstehen all diese Kläffköter, Wadenbeißer und andere, die unsere Gesellschaft und den Einzelnen belasten können.

Abhilfe schafft nicht den Hund wie in einer Einbahnstraße regeln zu wollen, sondern ihm die Rückkehr zu dem zu verschaffen, was er ist: Ein Hund! Ein aggressiver Beutegreifer, der im Rudel lebt und ein starkes Ausdrucksverhalten mit individuell veranlagten Nähe/Distanz-Regulierungsmechanismen. Ich füge diesem Artikel ein paar zusammenhanglose Bilder bei, die meine Welpen in ihrer Stärke, ihrem Sein zeigen. Bilder im Zusammenhang findet ihr in der Navi-Leiste rechts unten.

Nikolaus

Heute ist Nikolaus. Den Welpen bedeutet das nichts. Ihre große Schuhbeißerkarriere liegt noch vor ihnen. Insofern habe ich ihnen noch keinen Schuh in ihr neues Gehege reingestellt.

In den letzten Tagen ist tatsächlich sehr, sehr viel passiert. Zu viel, damit ich es geschafft hätte mich zwischendurch „mal eben“ an den PC zu setzen.

Am Sonntag hat mein Mann Paul einen großen Arbeitseinsatz gemacht. Er hat das Welpenparadies im Zimmer nebenan fertig gebaut. Die Welpen bekommen nun einen ganzen Raum für sich, damit sie sich dort artgerecht entwickeln können. Der Raum bekommt einen „barrierefreien Zugang zum Garten“ – also eine Rampe, die sie eigenständig und sicher betreten können und eine stets offene Klappe zum Garten.

Auf der Außenseite bauen wir nächste Woche den Abstieg hin. Da sie noch gar nicht hochgehen ist es jetzt auch noch nicht notwendig.

Der ursprüngliche Plan war gewesen den Welpen einfach unseren 500qm Garten mit angemessener Einzäunung, Sichtschutz und Welpenspielplatz zur Verfügung zu stellen. Die große Herausforderung ist ab der 8. Woche bei der Rein-/Raus-Schleusung die Stubenreinheit. Wir haben nur einen Gartenzugang und die Haustür zusätzlich. Aus den hinteren Räumen, in denen wie Welpen jetzt sind, hätten sie jedes Mal das gesamte Haus durchqueren müssen. Das wäre lösbar gewesen, hätten wir sie nur einmal am Tag rausschleusen müssen, um sie anschließend im Garten mit mehreren winterfesten Hütten, etc. den Tag über lassen zu können.

Aber unsere nachbarschaftlichen Kläffköter haben dieser Variante den Garaus gemacht. Und so ist nun die Notvariante entstanden, dass die Welpen direkten Gartenzugang über das Fenster ihres Privatraumes bekommen.

Der Opferteppich, den wir schon während der Renovierung ordentlich missbraucht haben fasst fast den ganzen Bodenbereich ein. Unter der Empore ist ein toller Kuschel- und Schlafbereich entstanden. Das Welpengehege hat nun mehrere Nischen und Versteckmöglichkeiten bekommen. In den nächsten Tagen stellen wir noch weitere auf, um das Gehege noch attraktiver zu machen.

Die Welpen haben direkt nach dem Umzug am Montag zunächst leicht erhöhten Stress gezeigt. Wir mussten das Säugen von Montag bis Dienstag ein bißchen begleiten und unterstützen mit sanfter Hand, damit die Babys nach dem Säugen gut in den Frieden kommen. Seit gestern ist wieder „Ruhe im Karton“. Die Babys kommen von alleine runter, Muttern säugt gut und gerne und wir müssen nicht mehr zufüttern. Zur Sicherheit haben wir dennoch immer ein winziges Angebot dastehen (max. 100ml Brei pro Fütterung und Tag). Das ist ein guter Notanker, falls Nala nicht die Nervenkraft hat ihre Babys auch in den Schlaf zu begleiten oder die Babys durch sich selbst und/oder unser menschliches Unruheverhalten doch ein kleines bißchen zu hoch gepusht werden.

Ich hatte mich früher immer gefragt, warum Stillen Stillen heißt und nicht füttern. Aber das Füttern mit der Brust ist eben ein Stillen. Die Nahrungsaufnahme ist irgendwie nur Mittel zum Zweck: Ruhe, Frieden, Geborgenheit. Und darum geht es. Und das ist das Fundament auf dem wir unsere Welpen groß werden lassen so gut wir können.

Fall nicht, kleiner Welpe!

Die Wurfbox hat ihre gute Zeit nun hinter sich. Am Freitag ist der Welpe bei einem schwungvollen Versuch der Weltenerkundung über die Barriere geplumpst. Das fand er nicht gut. Er fand es nicht schlimm, aber der größte Frust war nun aus seiner gewohnten Umgebung heraus zu sein.

Und natürlich ist das nachts passiert. Sein Weinen hat alle volljährigen Hausbewohner geweckt und sowohl bei Muttern als auch bei uns große Besorgnis ausgelöst. Das passte großartig in unseren Nacht-Takt, da mein Kleiner im Moment einen ca. 1-bis 1,5-stündigen Wachtakt in der Nacht hat. Und seit Sonntag nacht war er bonusmäßig pünktlich um 0:50 auf und lässt sich nicht beruhigen.

Wir haben im Moment Hilfe von Bettina hier. Das ist ein Gottesgeschenk. Ich habe mich vor Bettinas Ankunft gefragt, ob ich aus Zucker gemacht sei, weil mir zwischendurch alles zu viel wurde und ich nicht nur an Scheidung von Kind, Haus, Hund und Mann dachte, sondern gleich an Zeugenschutzprogramm und Auswandern ohne Rückkehr. Aber wenn ich Bettina jetzt nach zwei Tagen sehe mit dicken Augenringen und einem Blick, der sagt „ich könnte jetzt auch im Stehen schlafen“, dann gestehe ich mir still und heimlich doch zu, dass es anstrengend sein darf zwischendurch.

DIe letzten Nächte waren aber auch wirklich die Hölle. Nala ist zwischendurch vollkommen verunsichert gewesen im Still- und Säugeverhalten. Dann ist ein Welpe nachts rausgefallen, die Welpen haben die mütterliche Unruhe gespürt und wir haben versucht alles von sanfter Hand von außen so zu steuern, dass Mutter und Welpen wieder Ruhe und Frieden finden und nicht wir Menschen uns breit machen und Raum nehmen.

Ich glaube, dass es für alle Erwachsenen ein paar harte Tage waren, weil wir auch miteinander schauen müssen, was ist gerade gut. Wie viel fassen wir die Welpen an? Nehmen wir sie hoch? Wenn ja, wie oft? Und wenn ja, wer? Das ist immer schwierig, weil wir hier keine hierarchische Organisation, sondern Menschen sind. Und da kommen schnell Gefühle auf. Bei den Jüngsten, also meinem Sohn Pawelek, bei mir und bei Bettina. Es ist immer so leicht gesagt „stellen Sie die Bedürfnisse der Welpen an erste Stelle.“ Es tatsächlich zu leben ist anspruchsvoll.

Nun haben wir aber ein neues Welpenparadies geschaffen, in dem die Welpen sicher sind vor Rausfallen. Es gibt eine große hohe Absperrung gegen uns Menschen. Sie haben viel Raum und Möglichkeiten fest und sicher im Leben, in ihrem Körper, ihrem artangemessenem Sozial- und Aggressionsverhalten anzukommen. Und sie beginnen es langsam und in kleinen Schritten zu erkunden!

Breifütterung

Es ist nun so weit! Die Welpen bekommen zusätzlich zur Muttermilch auch Brei. Die schwierigste Phase der Fütterung ist für Nala nun angebrochen. Die welpen kratzen und kämpfen wie irre auf ihrem Gesäuge. Die ganze Haus ist rot und entzündet. Nala steht immer häufiger widerwillig vor der Wurfkiste und kann sich schlicht nicht entscheiden, ob sie reingehen will oder nicht.

Gestern ist es sogar passiert, dass Nala angefangen hat zu säugen dann aber schlicht nicht mehr konnte. Nach 2 Minuten ist sie gegangen und mochte auch nicht wieder zurück kommen. Ich habe sie dann mit einem Wiener Würstchen überredet und tatsächlich zum freiwillig überredetem Stillhalten überzeugt bekommen.

Aber ich wollte Nala das nicht noch einmal zumuten. Also habe ich vorsorglich Vollmilch mit Haferflocken, Leinsamen und ein bißchen Kräutern aufgekocht. Alles ist schön angedickt und abgekühlt. Und wie vermutet gab es am Abend noch einmal die gleiche Szene. Ebenso wie heute morgen.

Damit die Welpen nicht allzu sehr leiden, wenn Nala-Mama die Fütterung mittendrin unterbricht, habe ich den Welpen eine kleine Schale Brei hingestellt.

Beim ersten Mal wussten sie überhaupt nichts damit anzufangen. Manche sind reingepurzelt und dann weiter gelaufen. Ich habe sie dann wieder weggenommen. Erst beim zweiten Mal haben sie tatsächlich realisiert was da ist. Und die Meute um den winzigen Napf herum wurde immer größer. Am Ende der Futterschlacht sahen alle Welpen aus wie ordentlich durchgemanscht.

Nala hat sich dann tatsächlich eine Stunde später noch um deren Reinigung gekümmert. Aber manches ist dennoch im Fell geblieben.

Mir ist klar, dass wir sehr genau schauen müssen wie viel wir dazu füttern. Zumal natürlich in jedem Kopf jetzt der Kanon anstimmt „aber die Muttermilch ist doch das Beste!“ Ja, das ist sie. Und es nützt nichts, wenn die Mutter nur Höllenqualen leidet. Ein fairer Trade-Off für alle Beteiligten sollte das Maß der Mitte sein. Ich habe um die dritte Woche herum immer ein klein bißchen zugefüttert, damit Nala diese schwierige Phase zwischen noch liegend und bald stehend säugen gut übersteht.

Das tue ich auch dieses Mal. Und bisher hat Nala souverän und zuverlässig Milch bis zur einschließlich achten Woche gegeben und gleichzeitig haben die Welpen auch schon angefangen fetse Nahrung auszuprobieren.

Und wie dieses ausprobieren im ersten Schritt aussieht, können Sie hier erleben!

Lagerwechsel die Zweite

Jeder Wurf ist anders. Ich habe bisher bei keinem Wurf so früh so oft das Lager wechseln müssen. Nala bekommt von mir für ihre Babys seit ihrem ersten Wurf immer dieselbe Lammfelldecke. Die habe ich kurz vor ihrer ersten Niederkunft auf einem Sperrmüllhaufen gefunden und dachte mir: Das ist genau das richtige für meine (Nalas) kleine Bibis. Sie hat ein Katzen- und Hundemotiv darauf, hat die richtige Größe und hat eine braune Seite. Das schien mir alles in allem optimal zu sein.

Nalas erste Welpen haben diese Decke bis zur 6. Lebenswoche in der sie dann dauerhaft auf das Gelände gezogen sind, ohne eine einzige Wäsche als Schlafuntersatz gehabt. Aber da habe ich ihnen die Decke tatsächlich nur als Schlafuntersatz gegeben. Sobald sie wach waren sind sie davon runter gegangen und Muttern hat sie auf dem davor zurecht gelegten Teppich gesäugt.

Auf diese Weise blieb das Lager sauber und das Pipi war in dem Hochflorteppich davor… Nun muss ich nicht nur den Molton alle 3-4 Tage waschen. Auch die Welpen-Lammfelldecke brauchte dringend eine Wäsche.

Und auffällig ist nicht nur, dass die Decke so früh eine Wäsche dringend benötigt. Mir fällt auch auf, dass zum ersten Mal diese Decke von den Mini-Krallen stark angegriffen ist. Die Welpen rauhen mit ihren Krallen kleine Wollbüschelchen zurecht. Sie scheinen insofern sehr aktiv auf der Decke zu sein. Auch das ist ein neues Phänomen im vergleich zu den anderen Würfen.

Ich finde es erstaunlich. Ich denke jedes Mal: Jetzt weiß ich alles. Jetzt kann mich nichts mehr überraschen. Und jedes Mal kommt es anders als ich es vorher gedacht habe, bzw. als beim letzten Mal.

Ich habe das Gefühl, dass diese Welpen charakterlich sehr stark und souverän sind und mit für diese Gesellschaft sehr wünschenswerten Persönlichkeiten ausgestattet sind. Um so trauriger macht es mich, dass nun offenkundig eine Lehrerin abgesprungen ist, weil ihr Chef ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht hat mit ihren Schulhundeplänen.

Es scheint insofern eine anspruchsvolle Woche für viele Menschen zu sein. Auch Pawelek ist im Moment sehr beschäftigt mit sich selbst. Wir probieren es mit der Kita noch einmal. Ob das gut ist, weiß ich nicht. Seine Seele wirkt mehr als ramponiert. Er hatte insofern keine Ressourcen dafür die Welpen mit seiner Liebe zu umgarnen beim Lagerwechsel. Er war von ihren eifrigen Bewegungen, die sogar zu Fortbewegung auf den rutschigen Fliesen führten so geschockt, dass er nur stumm dastand und zuschaute.

Ich habe mich bemüht das Lager so zügig wie ein Soldat in der Ausbildung vor seinem Drill-Seargant zu wechseln. Es tut mir immer so leid die Babys aus ihrem ureigensten Zuhause rauszuholen und sie für kurze Zeit einer anderen Umgebung auszusetzen. Auch die Mama schaut dann immer recht irritiert.

Aber sobald ich dann fertig bin und die Bibis wieder einen je links und rechts zügigin ihre Wurfhöhle wieder reinhebe findet sich der Frieden ein. Nala beobachtet, bis alle sechs wieder in ihrem Fort Knox sind und kümmert sich um das stillende Fütterungsritual. Und wir dürfen dann wieder Zuschauer, bzw. Dreckwäscheträger sein.

Gute Entscheidungen

Es ist schwierig gute Entscheidungen zu treffen. Wer Kinder hat, weiß das. Heute war wieder mal so ein Tag, der einfach nur schwer ist. Ich habe in meinem Studium der Betriebswirtschaft tatsächlich ein paar lebenskluge Dinge gelernt. Die Entscheidung ist am Ende nur ein kleiner Trick eines erfahrenen Bauches. Das Sammeln der Informationen, die für die Entscheidung tatsächlich relevant sind. Das Gewichten der Informationen und das Erstellen der Relationen all dem, was man in Erfahrung bringt. Darin steckt die tatsächliche Kunst.

So hochtrabend so gut. Und was macht man, wenn man Kinder hat und tagtäglich für diese Entscheidungen fällen muss, die für sie gut sein sollen und für die Nachbarn, den Partner, die Eltern, die Schwiegereltern und zum Beispiel eine Kita, in die das Kind geht? Im Vergleich zu dem Widerstreit der Interessen war mein Job als Geschäftsführerin tatsächlich leichter gewesen. Da war alles so klar, weil es am Ende zumindest vertragliche Regelungen gibt auf die man als Erwachsene immer zurückfallen kann.

Ich bemühe mich meine Kinder so gut vor dieser Welt zu schützen wie ich kann und sie gleichzeitig stark zu machen, um eines Tages als Erwachsene selber in dieser Welt zurecht zu kommen. Und zwar so, dass sie nicht nur für sich selbst einstehen, sondern auch für andere, die sie vielleicht brauchen. Vielleicht sogar für Werte, die ihnen am Herzen liegen.

Bei den Welpen versuche ich das genauso. Und auch da gibt es oft einen Widerstreit der Interessen, wenn Nachbarskinder, mein Kind, mein Besuch die Welpen anfassen wollen, sie kuscheln wollen und ich merke wie Nala das im Ansatz schon wieder stresst und die Bibis einfach nur Ruhe brauchen, um ihre Selbstwerdung in Frieden erleben zu können.

Dieser Welt fehlt das Verborgene. Manchmal denke ich man sollte den Ultraschall abschaffen oder unter Strafe stellen. Er lässt uns Menschen vergessen, dass manche Dinge besser im Verborgenen bleiben. Stattdessen gewöhnen wir uns daran, dass es besser ist alles zu sehen, zu begutachten und zu bewerten. Was bringt uns das außer Stress in den meisten Fällen? Bringt es uns wirklich mehr? Ich weiß es nicht.

Ich habe Nalas ersten Wurf bis zu seiner achten Lebenswoche im Wesentlichen vor dieser Welt „verborgen“. Nur meine Kamera und mein sehr guter Freund Hajü und Jennifer haben die Welpies zu Gesicht bekommen. Und waren ihnen sehr gute und zurückhaltene Freunde. Nalas zweite Babies haben ein Paradies von 3.500qm für sich gehabt und konnten sich dort tagelang vor der Welt verbergen, ihr begegnen, sie feiern, erbuddeln – und ab und an kamen wir vorbei und haben ihne die Welt „dort draußen“ vorgestellt.

Nie werde ich vergessen wie meine selbstbewusste Ronja diejenige war, die uns angeführt hat. Für Ronja gab es nie Kompromisse. Ronja wusste eines ganz gewiss: Dass sie es ist, die führt und nicht wir. Ich habe Ronja manchmal (ganz still und heimlich) ins Ohr geflüstert, dass es Menschen gibt, die glauben sie dürften Könige sein. Ronja hat sich ein Kissen geschnappt, ist freudig gehüpft, hat meinen damals Baby-Pawelek geknutscht und die Welt im Sturm erobert. Ronja hat uns vieles gelehrt, was wir dachten anders zu sehen. Ronja, ich vermisse dich sehr!

Und nun sind da diese sechs Bibis. Nun ist mein zweijähriger Pawelek hier. Und ich dachte es würde leichter, wenn die Kinder heranwachsen. Nichts ist heute leichter. Es ist so anders, als ich es dachte! Und mal wieder muss ich eine neue Lektion lernen. Wir hatten einen Plan für die Welpen. Ich kann mich kurz fassen: Er ist nicht aufgegangen.

Pawelek sollte in der Kita sein, wenn die Welpenvermittlung in vollem Gang ist. Das wird nicht passieren. Die Welpen sollten ab der 6. Woche einen großen Teil ihrer Wachzeit im eingezäunten und hundegerecht gestalteten Garten verbringen. Auch das wird nicht klappen. Unsere Nachbarn haben sich um Nalas Empfängnis herum zwei Kläffköter zugelegt, die so fürchterlich sind, dass ich das meinen Welpen nicht „Zaun an Zaun“ zumuten kann. Alles ist anders als wir es geplant haben.

Wir haben nun einen neuen Plan. Wir brauchen neue, gute Entscheidungen. Entscheidungen, die zu einem Plan führen, der hoffentlich hält. Wir haben für den neuen Plan keine Erfahrungswerte, die uns versichern, dass er gut werden wird. hoffentlich haben wir hinreichend gute Informationen. Hoffentlich einen klugen Bauch. Und noch mehr hoffentlich ganz viel Glück! Und so fällen wir erneut Entscheidungen neu, obwohl wir alt und erfahren sind. Im Leben sowie in der Aufzucht von Hunden. Und jedes Mal hoffen wir, dass wir das „Richtige“ tun.

Aber wer tut das nicht?

Und so hoffen wir nun, dass das Welpenzimmer deluxe ende der nächsten Woche fertig gestellt werden wird (ich liebe diese passiven Formulierungen – sie nehmen mich so schön aus der Pflicht). Der Welpenknabber-Zerlege-Korb im Format XXL ist schon da. Solange die Bibis noch klein sind, dient er unseren Kindern als Krabbelhöhle.

Und jetzt brauche ich einen Tee, einen Feierabend und einen guten Film. Viel Spaß mit den Bildern von heute!

Klettern ahoi!

Heute war es – im Vergleich zum gestrigen Tag – Gott sei Dank ein ruhiger Tag. Gestern war irgendwie der Wurm drin gewesen. ich kann gar nicht so genau sagen wo und warum. Und ich kann in dem Moment dann auch nicht über so etwas schreiben. Aber aus der Reflektion kann ich deutlich erkennen, dass gestern im Ganzen irgendetwas nicht so war, dass es für alle friedlich sein konnte.

Die Welpen waren in Aufruhr. Pawelek war im Aufruhr. Nala war friedlich. Ich konnte zwischendurch einfach nicht mehr. Ich hatte diesen einen Text, der musste raus. Aber ansonsten war ich einfach völlig am Ende. Lukasz hat ständig geweint. Pawelek hat am Abend auch nur noch geweint. Und vor 21:30 war mit Schlafengehen nichts zu wollen. Das ist dann die Hölle.

Das war ein guter Tag, um über artangemessene Aggressin zu schreiben. Zumal mir gestern mehr als einmal der Satz durch den Kopf ging: „Ich will, dass du jetzt einfach nur noch Ruhe gibst.“ Das bezog sich auf meine Kinder – und irgendwann auch auf meinen Ehemann. Wenn ich nicht mehr kann und ein Text an die Tür klopft, dann brauche ich Ruhe. Und dann ist spätestens nach dem 100. „Mamaaaa!“ auch bei mir Unfrieden da… Und dann muss auch ich darum kämpfen angemessen deutlich zu machen, dass ich nicht mehr kann.

Heute war es dafür wie die Ruhe nach einem Sturm. Die Kinder waren friedlich und gut drauf. Mit unserer tollen Kinder- und Haushashalts-Hilfe Maria hat es geklappt wie im Bilderbuch und wir haben eine Menge geschafft. Endlich einmal! Und so wie meine Gefühle heute zum Gipfelstürmer wurden war es auch bei den Welpen.

Den Anfang hat Coco gemacht. Er musste nach dem Säugen erst auf Muttis Hals, dann auf den Kopf und hat anschließend versucht ihren Rücken entlang zu klettern. Das war nicht so richtig gut, also hat er sich schlussendlich doch zwischen seine Brüder und Schwester gelegt. Ja, gelegt – nicht gerollt wie sonst. Er hat einen auf Nala gemacht. Er hat sich genüsslich auf den Rücken geflezt und alle Viere in die Lüfte gestreckt.

Dies war der Startschuss für Mogli. Mogli beschloss dann eine Kletterrunde auf Nalas Hals, Kopf und dann Rücken zu machen. Er hat es fast geschafft es sich oben auf Nala thronend bequem zu machen. Aber nur fast… Als er sich gerade eingerückt hatte in die Spalte zwischen Mutti und OSB-Platte hat Mutti etwas doller geatmet und plumps! Das Welpie flog den ganzen Weg wieder runter. Anders als Coco kam Mogli aber nicht gleich zur Ruhe, sondern ging noch einmal teils schweigend, teils fiepsend eine Ehrenrunde durch die Welpen-Bett-kiste.

Ambra hält von dem ganzen Firlefanz nichts. Sie hat getrunken. Sie hat sich von niemandem wegschubsen lassen. Ambra hat sich wuchtbrummig einen guten Platz zum Liegen gesucht, sich eingerollt und ist sofort wohlig ins Land der Träume marschiert. Moglis Absturzt hat sie noch einmal zurückgeholt. Ambra schaute mich kurz wissend und friedlich an. Drehte sich ein und schlief weiter.

Caspar hat eine Ehrenrunde durch die Wurfkiste gedreht. Erst eine, dann noch eine und noch eine. Caspar ist jetzt schon sehr auf Menschen fixiert. Das wirkt sehr süß und wirkt jetzt schon sehr anhänglich. Ich hoffe, dass ihm das Vorteil und nicht später zum Nachteil geruhen wird. Vielleicht ist Caspar auch gar nicht so sehr auf Menschen orientiert als dass er einfach sehr, sehr leicht abzulenken oder zu interessieren ist. Seine Geschwister sind auf Klettern, Gehen, Trinken und Kuscheln fixiert. Er hingegen hört und sieht Pawelek und mich um sein eingezäuntes Reich herum agieren. Und ist als er von Nala satt und sauber entlassen wurde aus der Fütterungssession mit seinen Sinnen bei uns, der Paparazzi-Stalkerin und dem freihändig kletterndem Zwerg.

Die kleinen Klettereinlagen sind der bisherige Höhepunkt des Aktivitätsdranges der Welpen. Nalas Ruhe dabei bewundere ich. Beim ersten Wurf hat sie das anfangs nicht nur liebevoll hingenommen, sondern mit Sorgen beäugt, was bei ihren Zwergen zu häufigen Abstürzen führte. In ihrem zweiten Wurf war sie vom Säugen jedes Mal so angestrengt, dass sie für solche Kletterspielchen null Toleranz hatte. Und jetzt habe ich das Gefühl ist sie in ihrem mütterlich-ruhigen Element angekommen.

Pawelek fand es lustig den Bibis beim Klettern zuzuschauen und hat es ihnen leidenschaftlich auf der OSB-Kante und dem Bett sowie dem Deckenstapel in der Ecke des Zimmers gleich getan. Witzig, wie so der Funke zwischen den Arten überspringen kann. Und so wie die Welpen irgendwann friedlich zur Ruhe gekommen sind, hatte Pawelek auch irgendwann genug von dem Schauspiel. Er ist rausgegangen, hat die Tür hinter sich zugeschlagen und stand dann stoisch wartend auf „Mama-Foto“ hinter der Tür bis ich fertig war…

Ich wünsche viel Vergnügen beim Beschauen der Kletteraktionen hoch auf Nalas Rücken!

Seemannspatent durchgefallen

Gestern haben alle Bibis Bänzel um den Hals von mir bekommen. Ich mag die Welpenhalsbänder nicht. Die sind mir zu groß für die Neugeborenen. Das mag Subjektiv sein. Vielleicht sind die auch besser als Bänzel. Ich finde Bänzel aber besser – wenn sie ordentlich, kurz genug und vernünftig geknotet sind.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär – oder wie ich gestern zu unserem Nachbarsjungen gesagt habe: „Hätte, hätte Fahrradkette“. Meinen Bootsführerschein See habe ich noch vor Paweleks Geburt gemacht. Insofern ist meine Probezeit wohl schon rum. Und ich habe alle acht Knoten einwandfrei und blind knoten könne. Und den Achtknoten kann ich genauso wie einen ordentlichen Kreuzknoten mit Doppelpalstek im Salto knoten.

Was nützt es? Gestern habe ich den Bibis Bänzel umgelegt. Und heute morgen war eines schon ab. Der Knoten ist aufgegangen. Es war wohl kein fachmännischer Kreuzknoten, sondern ein laienhaft geknoteter Doppel-Hausfrauenknoten ( wie mein seefester Ehemann mit diesem Lachen im Mundwinkel sagen würde). Na super.

Und heute stolpert Caspar (rotes Band) in sein zu lang gewordenes Bänzel hinein. Also irgendwie ist das Murks mit dem Gebänzel. Aber es ist allerhöchste Eisenbahn die Individuen deutlich zu machen. Nicht nur, dass sie anfangen Wellen zu schlagen (im Fell). Sie fangen auch an zu spielen. Seit gestern ist es deutlich zu sehen.

Gestern war es noch zögerlich. Erste unsichere Schubser mit dem noch zur Milchaufnahme optimiertem Schnäuzchen. Bei Ambra gab es dabei kein Grummeln, kein Nichts. Einfach nur schieben – bumm! hier bin ich Ambra. Mit mir hört die Welt auf und mit mir fängt sie an. Coco winselt ein bißchen dabei. Er ist sich seiner Sache noch nicht ganz so sicher.

Und der mit dem gelben Bänzel (Filou) ist nicht nur frech und stiebt seinem Bruder schiebend und pienzend hinterher. Er ist dabei auch noch süß. Und Mogli (blaues Bänzel) fällt durch nichts weiter auf als durch properes wohlgefälliges Dasein. Nummer sechs ist noch ohne Namen.

Ich habe jetzt doch hauchzarte Welpenhalsbänder bestellt. Ich halte von so einem „Schnickschnack“ zwar nichts – aber wer hochtrabende Meinungen hat, muss sein Handwerk auch vernünftig beherrschen. Da werde ich wohl nochmal in die kleine Knotenkunde einsteigen.

Und die Welpen innig beobachten – das muss jetzt immer sein, wo so rasant und viel passiert. Und ach ja: Ich habe ein Bild geschenkt bekommen von Greta. Es ehrt mich sehr! Greta hat Nala zusammen mit ihren sechs Babys in der für sie derzeit natürlichen Art zu sein künstlerisch erfasst. Vielen Dank Greta für dieses Bild! Es ist mir eine Ehre es veröffentlichen zu dürfen.

Gelockt oder nicht, DAS ist hier die Frage

Ich habe mehrere Anfragen von Lehrern für unsere Welpen. Und für die ist es wichtig, dass unsere Doodles allergenarm – oder im Optimum allergenfrei sind. Was kein Hund wirklich ist. Außer einem Steiff-Plüschhund vielleicht. Aber es gibt Hunde, die nicht haaren: Pudel z.B.

Die doodles haben im Optimum diese tolle Eigenschaft ebenfalls. Allerdings gilt das nicht für alle Doodles. Das ist individuell unterschiedlich und abhängig von der Kreuzung – alles, was darüber hinaus geht, habe ich in den Wochen gelernt ist eine Wissenschaft für sich.

Inwiefern die doodles annähernd allergenfrei sind, kann im Welpenstadium am pudeltypischen Lockenfell erkannt werden. Ich habe also ganz genau hingesehen. My little queen Ambra hat eher gerades Fell mit nur ganz wenigen Locken. Coco fällt auf! Sein Fell schmeißt um seine kleinen Speckfalten im Nacken herum ganz schöne Wellen: Man kann auch sagen „Mann hat der Locken!“.

Von den schwarzen Rüden hat einer ebenfalls auffällig starke Locken. Ein zweiter ist ebenfalls gelockt, wenn auch nicht ganz so auffällig um den Hals herum. Und die übrigen drei haben meines Erachtens nach schwache Locken, wenn überhaupt. Ihre Fellstruktur wird insofern vermutlich eher am Retriever als am Pudel dran sein.

Der helle Hund, der im Fokus der Bilder dieses Beitrages steht ist ausschließlich Coco. Es sind einige Nahaufnahmen dabei, die die Fellstrukturen recht gut zeigen, hoffe ich. Viel Vergnügen mit den Bildern!