Entgiftung

Entgiftung? Bitte was? Viele, die sich mit Gesundheit & Ernährung schon einmal beschäftigt haben, haben bestimmt auch schon einmal dieses Schlagwort aus der Gesundheits-Guru-Branche vernommen. Ich habe es bestimmt schon zigtausendundeinmal vernommen. Konnte aber nie wirklich etwas damit anfangen. Entgiftung? Wie soll denn das gehen? Als Chemikerin (ich hatte mal Chemie-Leistungskurs) stellte ich mir dabei das Herauslösen chemischer Verbindungen mit einem entsprechenden Lösungsmittel vor. Dabei ist es ganz einfach.

Einerseits habe ich es schon immer gewusst. Es kann doch nicht egal sein, dass wir wie die irren Gift, chemische Komplexverbindungen, Antipilz-/ Anti-Insekten-/ Anti-Lebensmittel(!)Giftstoffe auftragen. Es kann nicht egal sein, dass wir mit Giftstoffen putzen, unsere Kleidung bedecken, sie aus Autos emittieren und in alles Mögliche hineinpacken und dann wieder in uns hineinjagen. Es muss doch irgendwie eine Auswirkung jetzt schon auf uns, unsere Körper haben! Sonst wären es doch keine Gifte!

Mir geht es so, dass ich seit über zehn Jahre mit immer wieder mysteriösen chronischen und wiederkehrenden Symptomen zu tun habe. Ich gehöre zu der Liga an still vor sich herleidenden Frauen, die immer mehr abbauen und sich fragen, warum ihr Körper sie in ihren Zwanzigern verlassen kann. Autoimmunerkrankung war eine Diagnose, die mich vor zehn Jahren traf. Autoimmun? Mein Körper greift mich an? Das fühlte sich an, als ob alles an mir falsch wäre und mein Vertrauen in mich, in alles, was mir lieb und heilig war, war ganz schön geknickt.

Ich habe darüber bisher noch nie wirklich gesprochen. Worüber auch? Darüber, dass ich mir selbst nicht mehr traue? Darüber, dass etwas mysteriöses in meinem Körper vorgeht, ich es aber nicht ganz verstehe? Darüber, dass meine Schilddrüse mal spinnt und dann wieder okay ist? Darüber, dass ich mysteriöse Schmerzen im Gehirn, in den Nerven und mal nur auf der linken Seite Nervenkribbeln oder Schmerzen wie einen Ping-Pong-Ball im Unterleib habe? Wie soll ich darüber sprechen ohne in die „die ist bescheuert-Ecke“ gestellt zu werden?

Es ist auch nicht sehr mutig jetzt, wo ich die Antworten auf mein Nichtwissen habe darüber zu reden. Aber es geht mir auch nicht um Mut. Mir geht es um meine eigene Lust und Liebe am Leben! Ich wünsche mir so sehr meine Kinder aufwachsen zu sehen. Jede Mutter, die besorgt ihren Körper angeschaut hat und nach Zeichen von Krebs, dieser muttertötenden Krankheit gesucht hat, kennt diese Angst seine Kinder nicht bei der Schulentlassungs- oder gar Einschulungsfeier sehen zu dürfen.

Es gibt einen Autor, der mein Lotse war auf meinem Weg in mein Jetzt-über-mich-Bescheid wissen. Anthony William hat mich „gerettet“. Er hat mich insofern gerettet als dass er mir den Schlüssel zur Heilung gab, als die Ärzte nur eine Batterie an Tests auf mich loslassen wollten. Ich habe sofort abgewunken und gar nicht erst mit den Tests angefangen, die Eingangsthesen der Ärzte stimmten schon nicht. Sie haben nicht verstanden, dass ich meiner Meinung nach keine „spezifische“ Erkrankung habe, sondern meines Erachtens nach etwas Wesentliches nicht mehr im Gleichgewicht ist / war. Und so war/ ist es auch noch.

Seit zirka drei Wochen habe ich es wirklich geschafft meine Ernährung so anzupassen, dass ich auf einem Weg bin, der meinem Körper hilft die über Jahrzehnte angesammelten Amalgam-Rückstände aus ausgebohrten Füllungen, Pestiziden und Insektensprays, die ich in meiner Jugend in Hülle und Fülle in mich hineingejagt habe wieder herauszuschwemmen. Meine Eltern sind Liebhaber der Moderne und des technischen Fortschritts. Jede neue Impfung musste in mich hinein. Jedes chemische Zauber-Wundermittel kam in unseren Haushalt. Alles wurde mit Chemie abgetötet, einparfümiert und übercremt. Meine Schwester leidet unter den Spätfolgen ähnlich wie ich.

Ich predige allen Hundeleuten, dass die heutige Art Hunde künstlich mit industriell aufgewertetem Müll in Einheitspampe zu Brackets gepresst der sichere Weg ist die Hunde zügig sehr krank zu machen. Ich weiß schon seit über 10 Jahren, dass die Verdauung, die inneren Organe, der Magen und der Darm der Schlüssel in die Gesundheit, zum gesegneten Leben sind. Ich spüre aber erst jetzt an meinem eigenen Körper wie das sich anfühlt in all seinen Facetten.

Eine intakte Magensäure ist das Heiligste, beste was wir haben können, um sicher zu sein vor den vielen Gefahren der Umwelt! Unsere Hunde haben sogar eine noch stärker Magensäure als wir! Lasst uns dieses Heiligtum feiern und nicht es zerstören so zügig wie möglich! Rohe ungekochte Nahrung lässt die Magensäure intakt bleiben, trainiert sie, erhält sie. Bei uns Menschen wie bei den Hunden. Wir Menschen tun gut daran, sie mit viel Obst und Gemüse im Training zu halten. Hunden genügt dafür zu 90% Fleisch. Aber alles, was wir an Obst und Gemüse haben und sie mögen, tut ihnen auch gut. Egal, ob sie die darin enthaltenen Vitamine in ihrer Gänze erschließen oder nicht. Das ist nicht relevant!

Relevant ist, dass wir uns roh und gesund ernähren. Relevant ist, dass wir wieder herstellen, was „Gott“ (die Natur) uns mit auf den Weg gab: Einen heilen und intakten Körper. Und damit meine ich nicht das, was man von außen sieht, sondern das im Verborgenen Heilige versteckte: Das, womit wir Lebensenergie herstellen tagein, tagaus (unsere Verdauung).

Wir haben das Recht unsere einatmenden, aufnehmenden und Lebensenergie herstellenden Organe zuzukleistern mit industriell hergestelltem Pampszeug. Aber es tut uns nicht gut. Es führt uns weg von der Ganzheit, der Heiligkeit rohen lebensspendenden Essen.

Seit über einem Jahr lebe ich im Intervallfastenmodus, dem von Gesundheitsgurus als lebensspendend gepriesenem Ernährungsstil (16 Stunden am Tag fasten und 8 Stunden Nahrungsaufnahme). Es hat mich zwischenzeitig voran gebracht, dann aber kam ich einfach nicht weiter. Ich hatte mit industriell vorverpackten und pasteurisierten Säften „gearbeitet“. Seit vier Wochen entsafte ich jeden Morgen gut einen Liter (also mehr als 10 Äpfel, eine Gurke, zwei Karotten und Selleriestangen) frisch. Manchmal fällt auch noch eine Birne in den Saft mit hinein. Lecker!

Aber lecker ist gar nicht das wichtige Wort. Es ist ein Wort des Genusses, des Schwelgens. Wichtig ist, dass ich merke, wie ich anfange zu leben. Anfangs habe ich noch versucht Selleriesaft separat zu trinken und bin dabei fast umgefallen vor Schwäche. Selleriesaft in seiner Reinstform baut die Magensäure wieder auf, die wir verloren haben in den letzten Dekaden unseres Lebens in der industriellen Vollversorgung. Ich dachte also: „Auf, auf! Her mit dem neuen Leben!“ Ich hatte unterschätzt wie sehr mein Körper verlernt hatte rohe Nahrung zu verdauen.

Drei Tage lang brach ich am Nachmittag vollkommen zusammen. Meine Schleimhäute haben sich 2-4 Stunden nach dieser Kurz völlig verrannt in ihrer Arbeit. Alles, alles in mir tat mir weh. Ich habe gezittert, bin ins Bett und dachte ich sterbe. Für gute sechs Stunden. Und das jeden Tag. Also habe ich das Tempo reduziert, und zwar erheblich. Das ist jetzt über 10 Tage her und jetzt bin ich bei dem Drink, den ich oben genannt habe jeden Morgen mit ein bißchen Sellerie in meinem „Smoothie“, den ich noch mit Algen und Koriander versetze zur Aufnahme und Weiterbeförderung der ausgeschwemmten Giftstoffe.

Zwischenzeitig hatte ich einen Blähbauch, in dem ich von Tag zu Tag merkte wie sich all das „Zeug“ in meinem Körper abwärts bewegte. Gestern ist es „unten“ angekommen. Gestern morgen dachte ich, mir zerspringt mein Enddarm, weil ich das Gefühl hatte all das, was seit Tagen „abwärts“ wandert zersetzt meinen hübschen Popo von innen. Ich lebe noch. Und es geht mir auf der einen Seite von Tag zu Tag besser.

Vor drei Tagen bin ich das erste Mal aufgewacht früh am morgen (06h24) und dachte: „Jippie! Der Tag beginnt!“ Seit Wochen denke ich morgens nur noch „oh Herr, bitte lass mich diesen Tag durchstehen UND meinen Kindern in Liebe begegnen.“ Das ist manchmal gar nicht so einfach bei zwei kleinen Kindern und einem Körper, der ständig „Pause, Pause, Pause!“ funkt wie ein SOS-Morsezeichen. Die Morsezeichen sind tatsächlich weg. Ich liebe mein Leben und ich spüre wie die Energie wiederkommt. Aber es ist eben eine Medaille mit zwei Seiten.

Heute morgen taten meine Nieren und mein Unterleib so weh, dass ich nicht wusste, wie ich gehen soll, bis der erste Kram aus meinem Darm heraus war für den Tag. Jetzt geht es aufwärts und auch schon gut. Gestern hatte ich zwischendurch Taubheitsgefühle in der Lippe wie bei einer Betäubung beim Zahnarzt. Ich merke Schritte für Schritt wie alte Gifte herauskommen, durch meinen Körper wandern und dabei so manche Symptome mit sich Hand in Hand führen. Aber ich spüre auch wie es ein Abschied ist und keine Manifestation. Ich weiß auch wie sich das anfühlte vor einigen Jahren als die „Dinge“ kamen, das war ein sehr anderes Gefühl in meinem Körper.

Mir ist vollkommen klar, dass manch ein Mediziner jetzt stöhnen wird und sagt: „Das kann aber auch so und so eine Ursache haben. Ja, das kann sein. Und sicher ist, dass ich bald sterbe. Bald mag in 20, 30 oder auch 50 Jahren sein. Aber im Spiegel der Unendlichkeit ist es sehr bald. Ich weiß, was sich für mich richtig anfühlt. Und dieser Weg fühlt sich gut, richtig und wie Leben an.

Ich weiß, dass jeder von uns, der ein Herz hat und sich selbst liebt, weiß, was ihm gut tut. Ich weiß, dass jede Mutter, jede Frau spürt, was ihre Kinder brauchen. Jede Mutter weiß bei Geburt ihres Kindes alles und nichts. Wir wissen nichts darüber, was ein Kind wirklich braucht. Wer hat schon Bücher über Bücher studiert in denen alles steht, was ein Kind braucht? Und doch wissen wir alles, wenn wir mit unseren Kindern Arm in Arm sind, wenn wir auf unseren Bauch, unsere Liebe und unser Herz hören. Und genauso ist es auch mit einem Hund.

Niemand braucht einen Hundeexperten. Niemand braucht eine Hundeschule. Alles, was wir zu wissen brauchen ist in uns drin. Alles, was ein Hund braucht, ist in ihm drin. Es braucht nur Liebe, gesunde Ernährung, Intuition, Humor und ganz viel Liebe. Hilfreich ist gutes Material und in kniffligen Situationen ein wenig technisches Wissen. Aber das ist nur hilfreich. Nicht notwendig. Ich habe über 10 Jahre Erfahrung und Fachwissen über gutes Material und effektiv wirkende „kniffe / Techniken“ im Umgang mit Hunden in schwierigen Situationen. Die können helfen, wenn jemand Hilfe möchte. Aber sie sind nicht nötig, wenn ein Mensch sich erlaubt auf sich und sein Hundi zu hören.

Das gilt für alles: Für die Gestaltung des Miteinander, für die Ernährung, für die Gestaltung von Liebe, Beziehung und Leben. Für die Gestaltung von Begegnungen, Bewegung und dem Klein-Klein des Alltags. Liebe ist alles. Love is all you need. Oder: All you need is love.

Und damit beschließe ich meine Ausführungen zum Leben und räume die Küche auf. Denn Liebe ist schön und gut. Aber im Kleinen manifestiert sich die große Liebe im Alltag. Und ich liebe mein Leben, meine Hunde, meine Kinder, meinen Paul und dieses Haus. Es ist unser Leben. Und das ist so schön, dass wir es feiern, jeden Tag sofern wir können und uns nicht streiten, hauen und stechen oder anderweitig im leben verlieren.

Das Leben ist kurz! All you need is love! Nehmt euch in den Arm, fragt wie es euch geht und hört einander zu! Und in der Stille wird es besonders schön, dann wenn nichts mehr gesagt wird, weil alles gesagt ist und nur noch das stille Miteinander verbleibt! Küche ich komme.

Therapiehunde brauchen keine Ausbildung

Ich höre es immer wieder und immer wieder! Und es ist ein wirklich wichtiges und großes Thema! Deshalb will ich es einmal in diesem Blog aufgreifen. Wenn sich jemand bei mir für einen Welpen oder Junghund bewirbt, dann kommt ganz oft das Thema: „Ich möchte ihn später zum Therapiehund ausbilden lassen.“

Ja und was bitte will man da ausbilden lassen?

Ein Hund ist ein Hund. Hund sind aggressive Beutegreifer, die in sozialen Strukturen zusammen leben. Sie interagieren sozial mit artgleichen und artverschiedenen Wesen. Hunde sind dabei stets darauf bedacht, dass sie achtsam und angemessen anderen Wesen begegnen. Die einzige Ausnahme besteht im Jagdverhalten, also im Beute reißen. Da begegnen Hunde ihrer jagdlichen (aggressiven) Veranlagung gemäß schnell, angemessen und mit der Absicht zu reißen und möglichst zu töten.

Das ist so! Das können wir auch nicht wegkuscheln. Das ist einfach so! Wem das nicht passt, der sollte sich ein Steifftier und keinen Hund zulegen. Denn Hunde sind aggressive Beutegreifer. Das bedeutet aber auf der anderen Seite, dass sie überaus fein und sensitiv miteinander (unter Hunden) umgehen und noch feiner und sensitiver mit artfremden Wesen kooperieren, die sich in der Kooperation als nützlich erweisen (Mensch).

Ein Hund, der so auswächst, wie ein Hund aufwachsen darf, bleibt fein, weich, intakt, angemessen, stets auf Empfang und des Lebens lustig und freundlich! Ein Hund, der bei sich ist, selbstwirksam, selbtsbewusst und des Lebens froh ist, wird stets angemessen sein Sozialverhalten ausrichten. Angemessen heißt angemessen. Es ist angemessen, dass ein Hund eine Person, die sich über sie beugt und bedrängt gegebenenfalls Unwohlsein zeigt (Bellen). Aber ich will gar nicht auf das schauen, was alle sonst denken: Man muss die Probleme des Hundes im Griff haben und dafür braucht er eine Ausbildung! Das ist Quatsch mit Soße hinten und vorne!

Wenn es einen gibt, der Ausbildung braucht, dann ist es der Hundeführer. Der ist nämlich meistens beschränkt – und das meistens total. Hundeführer bilden sich so vieles ein, von dem meistens nicht einmal die Hälfte stimmt. Keiner tut das aus bösem Willen heraus. Es kursieren einfach so viele Falschmeldungen, Halbwissen und anderer Humbug über Hudne, dass sich ein Hundeführer zunächst einmal „richtiges“ Wissen aneigenen muss, um die nötige Kompetenz für die schwierige Rolle des Hundeführers zu haben.

Ein Hund muss eigentlich nichts lernen, um ein guter Therapiehund sein zu können.

Ist jetzt alles klar? Nein! Natürlich nicht. Denn es gibt so viele Lücken, die für unser menschliches Handeln in dieser Denkweise noch wertekonsistent zu schließen sind. Ich will es anhand der Geschichte erzählen, die ich gerade mit Mayham und Ambra erlebe.

Mayham ist Ambras zauberhafte Patin. Sie arbeitet als Therapeutin im sozialen Dienst und ist nun schon seit ein paar Wochen „ein Paar“ zusammen mit meiner Ambra. So Gott (oder wer auch immer) will werden die beiden dauerhaft (also ein Ambra Leben lang) ein sehr hübsches Paar im Therapiehundewesen sein. Aber da müssen wir erst einmal hinkommen.

Ambra ist jetzt genau sechs Monate alt. Ambra ist äußerlich der schönste Hund, den diese Welt je gesehen hat. Innerlich auch. Ambra ist selbstwirksam, freiheitsliebend, kreativ, eigensinnig, beharrlich, ausgefuchst und voller Liebe zum Leben! Ambra hat zudem eine ganz zauberhafte Art in Begegnungen zu gehen, die Ambra überdurchschnittlich gut zu einem Therapiehund qualifiziert: Ambra macht sich in allen Begegnungen klein und zeigt devotes Verhalten und bleibt dabei gleichzeitig ruhig am Boden liegen zugewandt zu dem Hund oder Mensch.

Wer Hunde nicht lesen kann könnte denken, dass Ambra Angst hat. Dem ist aber mitnichten so. Ambra ist eine ausgefuchste Maus und mit allen Wassern gewaschen! Ambra hat sich als Baby an der Zitzenbar von Mama nie (NIE!) den Platz wegnehmen lassen. Ambra hat immer an der einen und selben Zitze bleiben können, anders als ihre Brüder. Ambra hat aber auch nie gebellt oder geschubst, anders als ihre Brüder, um an eine Zitze zu kommen. Ambra hat gewartet, sich hingeschoben im günstigen Moment und dann getrunken, bis sie satt war. Und ganz genauso macht sie es heute auch – mit Menschen und Hunden.

Ambra geht hin, schaut, wartet, studiert die Situation und wählt ein Verhalten aus dem devoten Spektrum und schiebt sich freundlich, freundlich, freundlich immer näher an die Person oder den Hund heran. Mein 11 Monate alter Sohn Marek schläft daher nicht selten Kopf an Kopf mit Ambra auf dem Teppich im Wohnzimmer ein. Manchmal liegen die beiden wie ein Knäuel ineinander – und das obwohl Marek wie jedes Krabbelkind seine Finger vollauf in Ambras Fell krallt. Ambra nimmt das als Zuwendung still und voller Geduld hin.

Ich kann mir keine (und ich meine keine) Situation vorstellen, in der dieses zauberhafte Wesen namens Ambra unangemessenes Verhalten zeigen würde gegenüber einem Mensch oder Tier. Amseln sind zum Aufscheuchen da. Eichhörnchen zum In die Bäume jagen. Anderen Hunden wählt sie ja nach deren Erscheinungsform eine von 1001 Begrüßungsarten (schlängelnd am Boden, wie ein Känguruh hüpfend oder so tun als ob der andere nicht da ist, weil er ihr nicht ganz geheuer ist, 998 weitere Arten schaffe ich hier nicht auszuführen).

Wenn es ein Problem gibt, das ich mit Ambra habe, dann ist es dieses: Ambra liebt Kinder! Der Spielplatz (ein sehr großer) bei uns im Park ist nicht eingezäunt. Ambra hat immer eine Schleifleine an ihrem Geschirr. Das war einmal schon sehr praktisch, denn Ambra hat plötzlich im Spiel mit Coco entschieden, dass sie nun doch die Kinder, die im Sand spielten, begrüßen will. Ich kann sie so gut verstehen. Woher soll Ambra wissen, dass plötzlich eine unsichtbare Grenze verläuft im Park hinter der sie plötzlich nicht mehr erwünsch ist?

Ambra ist sechs Monate alt. Es ist viel zu früh, um ihr hermetische „hier gehst du NIE hin“-Grenzen erklären zu können (oder zu sollen). Das würde sie in ihrer noch stattfindenden Persönlichkeitsentwicklung deminuieren und ihre unendliche Ressourcenvielfalt deutlich endlich beschränken. Wie blöd wäre das denn?

Ambra hat noch keinen sicheren Rückruf. Es dauert und braucht sehr, sehr gutes Training, um einen sicheren Rückruf zu haben. Das Beherrschen eines sicheren Rückrufes ist kein notwendiges oder überhaupt relevantes Kriterium für einen Therapiehund. Hilfreich ja, aber notwendig auf keinen Fall. Der Rückruf wird in seiner Bedeutung viel zu sehr überschätzt! Viel wichtiger ist doch, dass der Hund freundlich ist, freundlich wirkt und mit jeder Situation prima zurecht kommt.

In dieser Situation war es so, dass ich noch Coco dabei hatte und meine zwei Kinder im Hänger. Ich konnte also nicht mal eben auf den Spielplatz flitzen und Ambra dort wegholen. Eine Erzieherin war so lieb und brachte mir Fräulein Ausbrecherin an der Leine zurück – beide kamen mit einem breiten Grinsen in meine Richtung. Ich habe mich freundlich entschuldigt und alles war gut. Was hat das mit Therapiehund zu tun? Alles!

Therapeutische Situationen sind nicht geschlossen. Angst ist kein Kontinuum. Genauso wie Liebe oder Freude es nicht sind. Wer schon einmal in unendliche verzehrende Angst oder Kummer gefallen ist, weiß wovon ich spreche. Das Gefühl, dass es nie, nie wieder festen Halt geben wird und sich alles auflöst und nirgendwo halt ist, das kann nur erfassen, wer es schon einmal gefühlt hat. Ebenso Liebe. Liebe ist kein Kontinuum. Es gibt keine Skala von 1 bis 10 innerhalb der man lieben könnte. Manchmal, da liebt man so sehr, dass man alles, alles, alles dafür aufgeben würde. Und manchmal tut man das auch.

Deswegen kann ein Hund kein „Set“ an dressierten Kunststückchen oder Verhaltensweisen in eine Therapiesituation einbringen. Und wenn er es tut ist es schlicht Verarschung. Ich weiß, dass viele Therapiehundeschulen so etwas machen und dafür sogar Geld nehmen! Sie meinen es gut, aber sie gehen einen traurigen Irrweg. Warum ist es verarschung, wenn ein Therapiehund beispielsweise „rückwärts einparkt“, um auf ein Signal des Hundeführers parallel zum sitzenden Menschen zu stehen und ihm dann nahe sein zu können? Ganz einfach! Weil die Situation dann gesteuert und vom Menschen geschlossen wird.

Ich möchte einen kurzen Blick in die Unendlichkeit berührender Situationen werfen, in die ich mit Therapiehunden gerutscht bin im Laufe meines Ausbilderlebens. Zwei Erlebnisse sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Es waren Erfahrungen im Hospiz, mit sterbenden älteren und sehr kranken Menschen. In der einen Situation kam ich rein mit einer kleinen Hündin, die vom Hospiz gezielt ausgewählt worden war, weil sie so klein war. Sie konnte dann auf die Betten hüpfen und den Menschen in den Schoß krabbeln. Ich fand das irgendwie nicht so gut, aber ich war jung und wusste, dass es so üblich ist und dachte was andere machen wird schon nicht so falsch sein.

Die Pfleger hatten zuvor abgefragt, ob ein Besuch des Hundes in Ordnung ginge. Die Angehörigen hatten das gesagt. Die Dame war nur noch bedingt ansprechbar und kommunikationsfähig. Wir kamen rein. Nichts passierte. Die Hundeführerin (ich hatte sie ausgebildet) meinte es gut. Sie führte ein paar Kunststückchen mit ihrer Hündin vor. Nichts passierte. Die Dame schaute nur aus dem Fenster. Sie können sich vorstellen wie der Druck im Raum für uns (vier!) Menschen zunahm. Wir waren zu viert (welch Perversion, eine Pflegerin, die Hundeführerin und ich als ihre Ausbilderin). Die Dame starrte stur aus dem Fenster. Die Pflegerin schlug also vor wir sollten die Hündin Gipsy doch einmal hochsetzen. Hoppla! Plötzlich schrie, tobte, schlug die Frau wie eine Irre im Irrenhaus! Hätte sie gekonnt, hätte sie auch noch gebissen, aber sie konnte schlicht nicht mehr!

Wir waren eindeutig in ihren Raum eingedrungen. Ich konnte die Frau so gut verstehen. Niemand hatte sie gefragt, was sie wollte. Sie konnte sich kaum noch wehren. Sie wollte einfach nur noch in Ruhe sterben, so gut es ging. Die Hundeführerin war so stolz auf die Kunststückchen, die Gipsy konnte. Ich war so stolz auf das Privileg das alles in die Wege geleitet zu haben. Die Pflegerin wollte so unbedingt helfen! Wir alle hatten erwartet, dass etwas passiert. Egal was. Etwas. Gipsy hatte nur Leckerchen erwartet. Sie hatte überhaupt nicht mit dieser Frau interagiert. Gar nicht. Wir hatten agiert. Gipsy war nur Leckerchen-Futteromat mit Antennen bei seinem Frauchen gewesen.

Und da wir alle etwas erwartet hatten, konnte wir unsere Erwartung nur schlecht enttäuschen. Wir brauchten also etwas und so geschah dann auch etwas. Die Frau schrie, schlug und zerrte an Gipsy. Wir hatten geerntet, was wir gesät hatten. Wir hatten schlechte und entwürdigende Arbeit geleistet.

Ich will eine andere Situation aus dem Hospiz erzählen, die schlussendlich in Liebe und Harmonie ihre Auflösung fand. Ich war mit meiner eigenen Hündin im Hospiz gewesen, mit Nala. Nala hat den Zweitnamen „Jolie“ die Fröhliche. Weil nala so ist: Fröhlich. Fröhlich und unaufdringlich. Wir kamen zu einer Dame, die früher angeblich zwei Hunde gehabt hatte. Sie war in ihren letzten 10, vielleicht 14 Tagen auf dieser Erde. Auch sie schaute zum Fenster hinaus. Und als wir eintraten und Nala in ihrer unnachahmlichen Art ihren Kopf zart auf das Bett schob und an der Frau schnüffelte wurde die Frau ganz starr. Wir hatten gelernt und die Pflegerin drehte sich um und sortierte irgendein Zeugs, um Druck rauszunehmen. Ich lächelte der Frau zu und kraulte Nala den Popo (das liebt sie). Und dann bewegte die Frau ihre Hand. Da waren so viele Schläuche dran und Nala wollte da erst hin, machte dann aber vermutlich wegen des starken Geruchs von Arzneimitteln einen Bogen um die Hand herum.

Es war Sommer. Und ein Zeh der Dame schaute unter der Decke hervor. Nala schleckte den Zeh und die Frau fing an zu weinen. Ganz still und leise. Und es war als ob ihr Geist das Zimmer verließe in eine andere Zeit. Sie erzählte von ihren zwei Boxern. Nala legte sich hin. Ich setzte mich hin und die Pflegerin ging irgendwann raus. Die Dame erzählte fast 10 Minuten von ihren zwei Boxern. Nala hatte sie in die Gegenwart, in dieses Zimmer zurück geholt. Nur einen Riecher und Schlecker von ihr waren dafür nötig gewesen. Und dann war für ein paar Minuten ein Wunder im Raum. Es ging so plötzlich wie es erschien. Und ich ging dann wortlos aus dem Raum. Alles war gesagt gewesen für den Moment.

Wer therapeutisch arbeitet, weiß, dass die Seele Abgründe und Höhen hat, die ohne Anfang und ohne Ende sind. Und genauso dürfen Begegnungen sein. Hunde holen uns aus dieser Limitation so einfach heraus, wenn sie denn noch Hunde und keine Konditioniermaschinen sind. Und deshalb braucht ein Hund keine Ausbildung zum Therapiehund. Aber Obacht! Das ist kein Freifahrtsschein.

Wir Menschen müssen lernen nicht nur fleißig zu sein und Sand ohne Sinn von Rechts nach Links zu schippen, sondern das Richtige zur rechten zeit zu tun, dass es auch sinnvoll ist und wir Gutes tun mit dem, was wir tun. Und deshalb gilt:

– Jeder Hund, der im Sozialwesen tätig ist, sollte ca. 10 Min. in sozialen Situationen, die aussagekräftig sind, ungeschnitten gefilmt und archiviert werden zum annähernd objektivierbaren Beleg seiner sozialen Tauglichkeit (Obacht! Wesenstest können Hunde sehr negativ beeinflussen und sogar dauerhaft schädigen!)

– Jeder Therapiehund muss in angemessener Weise gezüchtet (genetische Vorselektion des Züchters) und aufgezogen sein beim Züchter (möglichst wenig Interventionen, möglichst natürilche Aufzucht, idealerweise frei auf einem Hof mitten im Stallmist)

– Jeder Therapiehund muss die Möglichkeit zur freien Entfaltung seiner eigenen persönlichen Ressourcen udn tief in sich verwurzelt und im Leben glücklich und frei sein

– Jeder Therapiehund muss frei von ihn belastenden Trainingsarten sein

– Jeder Therapiehund muss die Kooperation mit seinen Menschen als bereichernd und frei von Zwang erleben

– Jeder Therapiehund muss in angemessenem Tempo in sein „Arbeitsumfeld“ ohne Zwang und auf seine Bedürfnisse angepasst integriert werden

Pfui Hund, du stinkst!

Ich habe gerade meinem Coco seine Pfötchenhaare geschnitten. Ich kann Ihnen sagen, dass Sie lieber keinen Pudel einkreuzen sollten, wenn Sie ein stets sauberes Haus wollen. Coco und ich lagen harmonisch auf unseren lattefarbenen Fliesen. Meine Schwiegermutter sprang um uns herum, da mein Großer sie rumkommandierte und Schwiegervater saß vom Tag mit seinen Enkeln erschöpft im Ohrensessel, der natürlich eigentlich Coco gehört.

Und während dieser meditativen Ruhe, die Coco und ich gerade für eine halbe Stunde miteinander genossen haben, habe ich meine Gedanken schweifen lassen. Ich bin nicht weit gekommen, weil mich die Ruhe und der Frieden, den Coco und ich miteinander teilten erfüllt hat. Ich finde es unendlich wichtig, dass wir Menschen die körperliche und seelische Integrität unserer Hunde so wenig wie möglich berühren oder auch nur verletzen.

Das ist nicht immer möglich. Wenn wir unseren Hund zum Tierarzt bringen müssen, weil er eine Verletzung hat, dann wird unser Hund den vom Tierarzt durchgeführten EIngriff mit Sicherheit als eine heftige Überschreitung seiner individuellen Wohlfühldistanz empfinden. Und die extremen und gegebenfalls schmerzhaften Manipulationen als einen verletzenden und schlimmstenfalls sogar traumatisierenden Eingriff erleben. In dieses Beispiel kann sich vermutlich jeder, der schon einmal leidend im Krankenhaus, beim Zahnarzt oder einem anderen „übergriffigen“ Arzt war, reinfühlen.

Was sich viele nicht vorstellen können ist, dass die häufig notwendig erscheinende Körperpflege an Hunden einen ebenso heftigen Übergriff auf den Hund darstellen kann. Ein Hund, der von seinem bisher doch so zuverlässigem und freundlichem Halter gepackt, in ein Metallgefäß (Wanne) gesetzt, dann dort festgehalten und anschließend ohne Vorankündigung mit Wasser übergossen und dabei auch noch aufs Heftigste gerubbelt wird. Was soll der von seinem bisher so verlässlich wirkenden Partner auf zwei Beinen denken? Und mit dieser dramatischen Schilderung nimmt das Übel meistens erst seinen Anfang.

Dann nämlich kommen die Menschen mit widerlich stinkendem schaumigen Zeugs. Rubbeln noch mehr an einem herum. Dann schütten sie wieder Wasser über einem in rauhen Mengen aus. Dabei rubbeln sie dann wieder wie die Bekloppten. Anschließend, gerade dann, wenn das Hundi denkt es kann den Irren, die aus der Anstalt entflohen sind, sicher entkommen, kommt bloß der nächste Akt der grausamen Idiotie: Das Handtuch!

Die – wie bereits gesagt – bisher eigentlich ganz vernünftig wirkenden Zweibeiner entpuppen sich als vollkommen Bekloppte. Erst schleifen sie einen in so ein Metallding, dann machen sie nass, schaumig, nass. Und jetzt kommen sie mit einem Riesen-Stoffding und reiben noch mehr an einem rum (und manche noch beklopptere Exemplare auf zwei Beinen holen ein brüllendes Pusteding, dessen heißen Atem sie dann auf den vor Angst zitternden zwangsfixierten Hund richten).

Bin ich jetzt gegen Körperpflege des Hundes? Jein. Ich denke schon, dass wir Menschen die ethische Pflicht haben uns klar zu machen, dass ein Hund ein Hund und kein freiwillig in sauberen Wohnungen lebendes Wesen ist. Ein Hund liebt Dreck, Scheiße innen und außen, toten Fisch innen und außen und fühlt sich sehr wohl mit diversen Anhaftungen in seiner ihn vor Hitze und Kälte schützenden „Fellkutte“.

Ich finde es absolut unangemessen, was viele Menschen mit ihren Hunden treiben, wenn sie von einem Spaziergang nach Hause machen. Die Hunde im Übrigen auch, bloß fragt die keiner und es hört ihnen auch keiner zu, wenn sie in ihrer Sprache und ihrer Weise ihr Missfallen, ihre Angst und ihre Wut äußern über das, was sie erleben. Und bitte bedenken Sie: Wir alle erleben Hunde, die in bestimmten Situationen bellen, weil sie sich selbst nicht aushalten (die sog. Problemhunde).

Haben Sie schon einmal einen Hund erlebt, der seinen Mensch so wütend anbellt und auch nicht damit aufhört, wenn dieser ihn baden oder abrubbeln will? Ich nicht. Die Hunde erdulden still, zittern und lassen sich wie willenloses – sich selbst aufgegebenes Vieh- hin und herbugsieren. Wo glauben Sie kommt denn die Unfähigkeit vieler Hunde sich adäquat zu verhalten her? Wo kommen denn die chronischen Erkrankungen her, die viele Hunde anheimfallen? Fällt das alles nur vom Himmel oder kann es sein, dass auch die Art und Weise in der wir unseren Hunden körperliche und seelische Integrität gestatten etwas damit zu tun hat? Jeder, der in seinem Leben ein Trauma, bzw. einen schweren und demütigenden Übergriff erlebt hat weiß wie wichtig es ist so leben zu können, dass man sicher ist, dass einem das NIE WIEDER und ich meine NIE NIE WIEDER passiert.

Ein Hund aber muss in der Gewissheit leben, dass sein zuvor – wie gesagt recht rational wirkender Mensch – wieder mal vollkommen durchdreht und zum übergriffigen Hassmonster wird, das nur noch gemein, gemein und gemein ist. Und man weiß nie wann und wie. Aber eines weiß das Hundi irgendwann ganz gewiss: Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Typen am anderen Ende der Leine wieder Gaga sind und einen Fangen, Einsperren, Nassmachen, beschimpfen, Schaum machen, Nassmachen, Abrubbelterror veranstalten.

Ich will das für meine Hunde so nicht. Zum einen vermeide ich jedes unnötige Baden. Das ist ohnehin für Haut und Fell der Hunde nicht gut. Aber es gibt so Situationen, da führt auch wirklich kein Weg dran vorbei. Tatsächlich sind 99% aller Dreckschmoddereinsätze von Hunden gut lösbar mit ein wenig Einfallsreichtum. In den meisten Fällen reicht Zuwarten. In wenigen Fällen (Scheiße im Fell oben im Nacken/Rücken) macht es Sinn den Hund in einem Teich oder Fluss baden zu lassen. Er muss dann wirklich schwimmen. Mehr als einmal schon habe ich meine Nala „zufällig“ vom Steg geschubst (mit einer schnellen drängelnden Beinbewegung), wenn sie sich mal wieder in Entenkacka gewälzt hat.

Im Normalfall ist aber auch das schon bei Nala nicht notwendig. Ich lasse Nala einfach ein paar Enten anschauen, sie schwimmt motiviert hinterher und schon ist das Thema erledigt. Dumm nur, wenn der Hund toten Fisch in seinem Fell hat. Der Geruch von totem Fisch geht auch mit Schwimmen im See oder Fluss kein bißchen raus. Die Sommersaison steht bevor und es ist sehr wahrscheinlich, dass demnächst euer Hund irgendwo einen von Anglern liegen gelassenen Kadaver findet und sich darin wälzt, wälzt und noch mehr wälzt. Prima! Ihr werdet auf der Rückfahrt von Goldhamsterzuchten, zierfischhaltung und Chinchilla-Farmen träumen. Und ihr werdet den Tag verfluchen an dem ihr euch für einen Hund entschieden habt! Denn der Hund wird so verflucht im Auto müffeln, dass es gar keine Frage sein wird, ob er geduscht wird oder nicht.

Er wird dann geduscht. Er wird mit lauwarmen Wasser und Spüli im Fell gerubbelt (im Notfall auch gegen den Strich einmassiert) geduscht. Bitte kein Schampoo. Bitte keine Duftstoffe oder anderen Schietkram aus dem Chemielabor (Drogerie). Am besten simples Spüli von einem Ökohersteller (sonett o.ä.) – es ist dann ohne Enzyme oder anderen Krimskrams (ist auch für eure Haut besser).

So – nun schreibt die pfotenpartner-Tante man soll den Hund nicht quälen und dann tut man es doch? Wie löst man diesen Widerspruch auf? Naja. Zu 100% geht das nicht wirklich. Aber jeder Mensch kann sich bemühen die irgendwann (in diesem oder dem nächsten Sommer) kommende Qual so angenehm wie möglich zu gestalten. Für sich selbst und seinen Hund. Und das beginnt wie immer mit der Planung und Übung vorab.

Deshalb: Beginnen Sie jetzt mit dem Trainng des Duschens! Beginnen Sie so, dass Sie das Training nicht auf das Gelingen konzentrieren, sondern auf das Desensibilisieren? Bitte was, fragen Sie sich? Nun – es ist nicht so wichtig, dass Sie mit dem Training erreichen, dass Ihr Hund das alles gerne und freiwillig mitmacht. Es kann sein, dass er das – sobald er erlebt, was Duschen tatsächlich ist – nie gerne oder gar freiwillig machen wird. Sie können aber dafür sorgen, dass er mit der Dusche oder Wanne so viel Selbstwirksamkeit und positive Gefühle vorab assoziiert wie möglich.

Deshalb ist es gar nicht doof, wenn Sie ca. drei bis vier Wochen lang ab sofort ein winziges kleines Ritual in Ihren Alltag einbauen. Legen Sie Super-Leckerchen in die Dusche für Ihren Hund zur freien Verfügung! Wer eine für den Hund ohne Heben betretbare Dusche hat, legt einfach in die Duschwanne einen gefüllten Kong, einen tollen (wirklich vom Hund begehrten) Kaustreifen oder platziert ein paar Stückchen Fleischwurst in der Wanne.

Wer keine Dusche, sondern eine Wanne hat, in die man den Hund heben muss, muss ein paar Schritte vorher beginnen. Platzieren Sie die o.g. Leckerchen mitten im Raum. Gehen Sie dabei so vor, dass Sie am ersten Tag mit Ihrem Hund zusammen den prall gefüllten Kong (stellvertretend für alle anderen Superleckerchen im Weiteren) in das Badezimmer tragen. Dort legen Sie ihn kommentarlos auf den Boden und gehen weg. Wo Ihr Hund den Kong verspeist ist vollkommen egal. Er darf ihn gerne davon tragen. Das Ganze machen Sie 2 – 3x hintereinander. Wer eine Duschwanne hat, legt seinen Kong 3x in die Duschwanne und erlaubt seinem Hundi das Entschwinden.

Ab dem vierten Tag nehmen Sie eine Zeitung oder ein Buch mit. Wenn Sie ins Bad gehen udn Ihr Hudn mitgeht, machen Sie die Badezimmertür zu. Es ist der erste Schritt zur Einbindung von Freiheitsbeschränkung in diesem „Spiel“. Ansonsten tun Sie nichts. Legen Sie den Kong gerne in eine hintere Ecke der Dusche oder des Bades und lassen Sie den Hund in Ruhe seine Portion in sich hineinschlabbern. Lesen Sie dabei Ihre Zeitung oder Buch. Gehen Sie nicht weg. Es ist kein Alleinbleibetraining. Es geht auch um Ihre Anwesenheit / Nähe dabei.

Bei Hunden, die das toll und gerne machen ohne dabei verunsichert zu wirken durch die Zwangsfixierung in dem ihnen wenig bekannten Raum (Badezimmer), genügt es auch hier 2-3x das Spielchen so zu spielen. Bei Hunden, die unsicher sind sollte diese Übung 7-10 Tage lang täglich wiederholt werden. Es ist wichtig bei unsicheren Hunden sehr langsam vorzugehen. Denn der Übergriff wird am Ende ohnehin kommen. Aber sie brauchen eine tiefere Verfestigung der guten Gefühle. Ansonsten nimmt ihre Angst zu schnell überhand und sie werden an die positiven zu wenigen Erfahrungen keinen Zugang mehr haben.

Man kann sich das so vorstellen wie einen Anker der Seele. Oder vielleicht einen Leuchtturm. Wenn die Seele des Hundes in Not gerät, ist er für den Moment nicht weniger in Not. Er hat jedoch einen Orientierungspunkt an dem er sich ausrichten kann: Seine guten Erinnerungen. Und er hat einen Anker, der ihn hält: Seine guten Erinnerungen. Er geht dann nicht völlig verloren im Strudel seiner Angst und seiner schlimmen ihn überwältigenden Gefühle.

Er kann nach oder während des Übergriffes (Duschen) wieder in einen Zustand der inneren Ruhe und des Friedens zurückehren. Das an sich ist schon viel wert. Manchen Hunden, die keinen Leuchtturm und/oder Anker von ihren Menschen „geschenkt“ bekommen, gehen im Strudel ihrer Gefühle verloren. Das sind dann die (kleinen) Hunde, die immer wieder als Kläffköter auffallen oder die Hunde, deren Augen so tumb und ausdruckslos an jeder Bushaltestelle in diese scheintote Welt sinnlos hineinstarren. Irgendwo muss die Seele sich ja verlieren, um in diesen zustand der Apathie hineinzukommen.

Unsere jungen Hunde, die gerade einmal fünf Monate alt sind, sollten aber von diesem Zustand so weit entfernt sein, dass sie sich diesen Geisteszustand noch nicht einmal vorstellen können. Dennoch! Es genügt nicht, gute Vorsätze zu haben. Es ist als Eigentümer des Leibeigenen Hundes erforderlich, dass wir Menschen uns Gedanken dazu machen, wie wir unseren aufgezwungenen Wunsch nach einem erträglichen Zusammenleben mit dem Hund auch für ihn erträglich gestalten. Stellen Sie sich mal vor, Sie wären irgendwo zu Gast, trügen eine Creme auf, die sie gerne mögen und Ihr Gastgeber würde Sie kommentarlos in die Dusche schleifen, abduschen, einseifen, abduschen und abtrocknen. Und falls Sie nicht stillhalten, hält Sie ein zweiter fest. Würden Sie dort auch nur eine Nacht noch verbringen?

Daher zurück zum Thema! Wenn Ihr Hund von sich aus ab und an mal im Bad vorbeischaut, ob da nicht der tolle Stoff ist, dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn Ihr Hund willig ins Bad vorausläuft, wenn Sie mit dem Kong loslaufen, auch. Und wenn Ihr Hund den Kong ausschlabbert, danach liegen bleibt oder einfach mit Ihnen kuschelt und die geschlossene Tür völlig okay findet auch.

Denn jetzt kommt der nächste Schritt! Ab hier wird es komplex, daher werde ich die Ausführungen heute nicht mehr fertig stellen. Ab hier kann man nicht mehr jeden Hund über einen Kamm scheren. Und diese Differenzierung ist wichtig, damit das Training und die investierte Zeit überhaupt einen Sinn hat für den Hund und auch den Mensch.

Wer eine Dusche hat, legt den Kong so weit nach hinten wie möglich in die Dusche. Vielleicht können Sie den Kong auch oben auf der Armatur platzieren? Seien Sie einfallsreich und versuchen Sie Ihren Hund dazu zu bekommen in die Dusche mit möglichst allen vier Pfötchen zu gehen. Vielleicht können Sie den KOng auch in einem Körbchen an der Armatur auf Kopfhöhe hängen? Ihr Hund kann ja alleine rein und raus in die Dusche. Lassen Sie ihn. Alternativ kann jetzt auch das Einstreuen der Dusche mit ein paar Superleckerchen hilfreich sein.

Wer eine Wanne hat, legt den Kong in die Wanne oder auf den Rand der Wanne (so dass der Hund sich mühen muss daran zu kommen). Es geht nicht darum, dass der Hund alleine an den Kong herankomt. Das kann er nicht und das soll er auch nicht. Er soll sich bloß ein bißchen bemühen, ein bißchen mit der Wanne „beschäftigen“ mit dem Gefühl von Vorfreude.

Wenn Sie das Gefühl haben er hat sich nach 15 – 30 Sekunden genug bemüht und ist noch freudig aber nicht frustriert, geben Sie ihm den Kong oder rollen Sie ihn einfach ein bißchen in seine Richtung, bis er sich den selbst schnappt und davon zischt. Ab jetzt dürfen Sie ihn wieder aus dem Bad rauslassen und die gemeinsame Badsitzung ist vorbei.

Das gleiche gilt für den Duschkabinenhund. Es ist nicht Sinn und Zweck dieser ersten Schritte, dass der Hund gerne in der Duschwanne ist oder bleibt. Es ist nur bezweckt, dass er an das „Hineingehen“ gute Erinnerungen haben wird.

Bevor Sie jetzt stöhnend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen wie lange der Firlefanz denn noch gehen soll, bis Sie endlich duschen können mit ihrem Stinketier auf vier Pfoten? Wenn Not am Mann ist, tun Sie es natürlich einfach. Aber hoffen wir einfach mal, dass noch keine Not am Mann sein wird.

Die ersten Schritte sind immer die aufwendigsten. Ich sage im Training jedem, der es noch hören kann: „Im Anfang steckt das Ende.“ Es ist so. Im Anfang steckt das Ende. Wer sich die Karten gut legt, wird später eine Chance haben, gewinnen zu können. Ich ermuntere meine „Halter“ dazu ihren Hunden auf den ersten 10% des Weges 90% der Leckerchen in ihren Hund hineinzustopfen. Und wenn das nicht genügt, dann werden einfach die geplanten 100% während des Spaziergangs erweitert – oder auch nicht. Egal.

Wer sich die Karten nicht legt, wird nur auf das Glück und äußere Umstände angewiesen sein. Das kann manchmal gut gehen. Es geht aber auch oft in die Hose. Und dann mit Anlauf volle Granate.

Ich will, dass es Ihnen und Ihrem Hund macht, Freude zusammen zu leben. Ich will, dass Sie Ihren Junghund lieben! Und ich will, dass Sie mit ihm ein langes Hundeleben verbringen das von mehr glücklichen als unglücklichen Momenten getragen ist. Für Sie, Ihre Kinder, Ihren Hund, Ihre Nachbarn und natürlich die leidgeprüften Ehepartner, die den täglich vom „Viech“ hineingeschleppten Dreck (meist) still ertragen.

Coco sucht Paten

Es ist soweit! Wir haben uns durchgerungen. Und wir hoffen, dass wir für unseren Augapfel, den Zwerg, das Schätzchen, den Chaot und Alles-Dreckig-mach-Hund mit dem schönsten Augenaufschlag wo gibt einen tollen Menschen als Paten finden.

Für alle, die mehr wissen wollen zu Coco und dem, was wir uns unter Patenschaft vorstellen, hier ein kurzer (oder wie bei mir mal wieder längerer) Eindruck:

Coco ist ein fantastischer Hund. Er ist humorvoll, liebt es im Wasser zu toben, anschließend in den Sand zu hüpfen und schlussendlich mit schwarzen Stiefeln nach hause zu kommen. Beim Spielen mit anderen Hunden haben die immer ein wenig goldenen Flaum im Maul. Coco spielt mit vollem Körpereinsatz und da bleibt nichts anderes übrig, als dem Hühnchen auch mal ein paar Federn zu rupfen.

Ich habe Coco, wie alle meine Hunde, zu einem freundlichen, unaufgeregten Begleiter geschult. Coco liebt meine Kinder (10 Monate und 2 Jahre) abgöttisch. In unserem Haushalt lebt Cocos zauberhafte Schwester Ambra und seine Mutter Nala wird demnächst von ihrem Urlaub auf dem Bauernhof auch wieder zu uns zurückkehren.

Auf Dauer können wir keine drei Hunde halten.

Daher suchen wir jemanden, der Lust hat, Coco in sein Leben zu integrieren. Es ist dabei völlig gleichgültig, wer Sie sind und wie Sie leben. Junge Menschen, alte Menschen, Familie, Singles, Eigenheimbesitzer wie Zur-Miete-Wohner. Alle sind Coco und uns gleichsam willkommen als Paten.

Wichtig ist, dass Sie bereit sind, einer Zauberschnute, die so fein und weich ist, wie mein Coco mit Liebe, Achtsamkeit und ein wenig Humor zu begegnen. Den braucht man nämlich, wenn Goldschopf sich wie Schwein in Schiet schmeißt und man darüber nachdenkt, ob man den Hund anschließend verkaufen, kahl scheren oder vollbaden will. Wir haben damit unseren Weg gefunden und erzählen gerne über unsere Ideen und Erfahrungen mit Coco.

Wenn sich jemand findet, bei dem Coco mit Haut und Haaren geliebt wird, bei dem sich alles gut einspielt, bei dem wir uns rundum wohl fühlen und der auch mit uns (meiner Familie) und mir gut zurecht kommt, steht im nächsten Jahr einer dauerhaften Vermittlung nichts im Wege.

Eine Einschränkung habe ich jedoch noch: Ich möchte Coco in meiner Nähe behalten. So nah wie möglich wäre mir lieb. Mehr als 10 km würde ich ihn nur mit großen Bauchschmerzen abgeben. Am liebsten wäre mir in Hamburgs Norden oder Norderstedt, jedoch nicht länger als eine halbe Stunde Fahrt mit dem Auto.

Ich beantworte jede Zuschrift, die ernst gemeint und bemüht ist an meine Emailadresse tunia(at)pfotenpartner.de. Manchmal brauche ich ein bis zwei Tage dafür, da ich zwei kleine Kinder habe und mit ihnen und meinen Hunden manchmal allein bin.

Ich wünsche mir einen Menschen, dessen Seele lacht, manchmal weint und der neugierig ist… auf Coco, die Zauberschnute!

Schonzeit 15.04. – 15.07.

Das Beitragsbild zeigt Nala nach erfolgreicher Jagd eines Kaninchens. Die Beute verteidigt sie ohne zu zögern (nur fürs Protokoll: Nicht gegen mich. Mein Australian Shepherd Dschinn stand bei dem Foto neben mir und wollte Nala die Beute wegnehmen, man sieht, dass Nala nach links knurrt). Nala ist eine Jägerin erster Güte. Nala jagt, Nala tötet mit einem Biss und Nala verspeist ihre Beute vollständig. Es bleibt von einem Kaninchen nichts übrig!

Es gibt Jägäer und Gejagte. Unsere Hunde sind Jäger. Doch bitte bedenkt: In den nächsten drei Monaten sind sie Gejagte! Es ist Schonzeit und es wird scharf geschossen gegen (wildernde) freilaufende Hunde. Und Obacht! Ein Jäger darf einen freilaufenden Hund selbst dann schießen, wenn er nicht offenkundig wildert, sondern nur weiter entfernt von seinem Besitzer frei läuft. Ein kluger Jäger wird das nicht tun. Aber die Zahl kluger Jäger nimmt ab und die Zahl schießwütiger Deppen mit einer Flinte und Schießschein mit SUV unterm Arsch nimmt in erschreckendem Maße in Deutschland zu!

Deshalb bitte ich euch: Fahrt Fahrrad mit euren Hunden. Meinen Bibihaltern in und um Hamburg habe ich es beigebracht, sofern sie keine Fahrradfahr-Phobie haben (Ambras Patin hat da ein „Thema“).

Zum einen ist es jetzt Zeit zum Fahrradfahren. Die Welpen sind jetzt fünf Monate alt. Da können, müssen und sollen sie auch am Fahrrad laufen. Es tut ihnen gut. Wobei laufen das falsche Wort ist. Grundsätzlich sollten Hunde am Fahrrad nur ein schnelles Schrittempo oder einen langsamen Trab „laufen“. Schneller nicht. Das schüttet zu viel Adrenalin aus und versetzt die Hunde nur in Stress. Sinn des Radfahrens ist es die Reichweite zu erhöhen, flexibler zu sein in der Anpassung des Tempos, der Strecke und dem Hund eine spannende neue Möglichkeit zu bieten sich mit seinen Menschen fort zu bewegen.

Als ich vor drei Wochen angefangen habe meine Hunde am Fahrrad laufen zu lassen sind sie wieder deutlich entspannter geworden. Die Kehrseite ist, dass wir coco eigentlich nur noch an die Wäscheleine hängen wollen, wenn wir wieder da sind. Er kommt fast immer so schwarz wie Indie zurück, da er voller Begeisterung in jedes (JEDES!) Schlammloch springt, das wir unterwegs entdecken.

Wichtig ist, dass bitte niemand (NIE!MAND!) seinen Hund ab jetzt bis zum 15. Juli im Wald freilaufen lässt. Jetzt wird scharf geschossen! Ich will den ökologischen Sinn der Schonzeit nur kurz erwähnen: Es soll den Jungtieren eine Chance gegeben werden in Frieden aufzuwachsen. Und Jäger dürfen jetzt nicht „normal“ schießen. Aber Obacht! Natürlich gibt es Förster und Jäger, die auf die Einhaltung der Schonzeit achten. Und die beinhaltet eine bundesweite Leinenpflicht teilweise inner- jedenfalls aber außerhalb der Kommunen.

Bitte lasst eure Hunde nicht frei laufen im Wald! Mit Wald meine ich nicht alles das, was grün ist. Sondern mit Wald meine ich Orte an denen ihr Wild erwarten würdet. Das tut man nicht im kleinen Park hinter dem Haus. Aber wenn ihr euch in euer Auto setzt und ein paar Kilometer ins Grüne fahrt, werdet ihr so einen Ort finden. Und genau dort fahrt ihr bitte bis zum 15. Juli NICHT HIN MIT EUREM HUND!

Bitte bedenkt, dass manche „Freizeitjäger“ oder „Lebensgefrusteten Förster“ scharf schießen, nur weil der Hund frei läuft! Bitte bedenkt, dass in Deutschland jedes Jahr nicht nur Hunde, sonern auch Menschen durch schießwütige Jäger und Förster verletzt werden oder zu Tode kommen! Bitte nehmt meine Warnung ernst! Die Zahl schießwütiger Jäger nimmt zu, die nicht mit Augenmaß, sondern Schießwut an „die Sache“ herangehen. Bitte meidet in dieser Zeit den Forst möglichst vollständig! Und bitte, wenn es nicht anders geht, beißt in den sauren Apfel und haltet euren Hund dann fest an der Leine! Und wer weiß, dass in seinem Forst schießwütige Jäger unterwegs sind, der geht dort bitte, bitte in der Schonzeit gar nicht hin.

So. Schluss meines Aufrufes. Ich will euer und eures Hundes Wohlergehen. Und Tatsache ist: Eure Hunde sind jung. Sie entwickeln, sofern sie es tun, in den nächsten Wochen fühlgbare, geile sie erfüllende und überwältigende Jagdpassion. Und es kann sein, dass eure bisher so freundlichen und gut abrufbaren Hunde, wenn ihnen in den nächsten Wochen ein schönes Rehlein direkt vor der Nase durchstartet einfach weg sind. Und ich meine: WEG! Der Hund läuft hinterher und ihr seht euren Hund für eine Viertelstunde nicht mehr. Wenn ihr Glück habt. Mit Pech länger. Und wenn in dieser Zeit irgendwo ein Schuss fällt. Ich möchte dann nicht in eurer Haut stecken. Und ich möchte keines meiner Bibis so jung zu Grabe tragen müssen.

Ihr werdet von mir zu sonst nichts Aufrufe hören. Ich bin nicht dafür, sich wegen Giftködern verrückt zu machen. Ich lasse meine Hunde allen Scheiß fressen und mache mir keine Sorgen. Punkt. Wenn ich ein komisches Gefühl habe, dann pflücke ich sie ab und gehe weiter. Und gut. Und ich habe so gut es geht die Geisteshaltung: Ich mache mir keine Sorgen. Das ist wie mit unseren Flughafen-Besuchen mit den Kindern. Wir fahren da einmal pro Woche hin. Und das Risiko dort Opfer eines Attentates zu werden ignoriere ich ganz einfach. Punkt.

Aber es gibt große und kleine Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein freilaufender Hund im Wald in der Schonzeit geschossen wird, ist hoch. Ich würde sagen mindestens 1 zu 1000, gefühlt aber höher. Vielleicht 1 zu 500. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei ein Mensch verletzt wird, ist geringer, aber immer noch im statistisch relevanten Bereich. Da es eine einfache Lösung gibt, bitte ich euch sie in diesem ersten Jahr mit euren Welpen zu 100% zu befolgen: Meidet vom 15.04. bis 15.07. Waldgebiete.

Fahrt an die Elbe, geht an der Alster spazieren, geht in kleine Parks, fahrt Fahrrad, tut Dinge, die Spaß machen aber geht nicht in den Wald mit euren Hunden! Bitte.

Leckerchen, Leckerchen, Leckerchen

Ich beginne jede Einarbeitung mit den Worten: „Man kann einem Hund nicht zu viele Leckerchen geben.“ So einfach ist es. Ein zu viel an Leckerchen gibt es schlicht nicht. Ja gut, vielleicht, wenn der Hund sich seitwärts wie eine Tonne rollt und die Pfoten zwischen den vielen Schichten aufgeblähten Fettgewebes nur noch als Stummel herausschauen. Das ist dann ein verfetteter Hund. Wer einen solchen Hund „hinbekommt“ bei normaler artgemäßer Bewegung, angemessenem Umgang und ansonsten gesunder Ernährung möge mir bitte einen Protestbrief schicken. Ich veröffentliche ihn dann.

Ansonsten gilt: „Leckerchen, Leckerchen, Leckerchen!“ Unsere Hunde sind so „verwöhnt“, dass mit „einfachen“ Leckerchen kein Blumentopf zu gewinnen ist. Gestern habe ich neue Leckerchen aus dem EDEKA ausprobiert. Der Hersteller ist Purina und die Packung sah vielversprechend aus. Als ich es aufgemacht habe, dachte ich, ich müsste erbrechen. Es stank wie Scheiße mit Kunstdüngergeruch. Inhaltsstoff Nummer 3 war Glyzerin. Ja ehrlich! Glyzerin! In der Futtermittelindustrie ist es wohl normal die Viecher damit zu füttern. Mahlzeit beim nächsten Schweinekotelett.

Meine beiden sind völlig verrückt nach ihren glyzerinhaltigen Lebensmitteln. Ich habe immerhin 1,49 EUR für diesen Scheiß bezahlt! Dann sollen die Hunde das gefälligst auch fressen! Haben sie leidenschaftlich gerne und unsere Schneewanderung heute war ein voller Erfolg.

Ich nehme immer so viel Leckerchen mit, dass die Hunde eigentlich fünf Spaziergänge damit bestreiten können sollten. Und ich schneide die Leckerchen so astronomisch klein, dass es kleiner nicht geht und gleichzeitig mit Handschuhfingern noch irgendwas greifbar ist, was ein Hundemaul noch gerne verwertet. Zum Schluss unserer Wanderung waren wir ziemlich trocken gefallen, aber meine goldene Regel „immer genug Leckerchen mitnehmen und auf keinen Fall riskieren in der trainingsphase mit leeren Händen dazustehen“, habe ich mit Ach und Krach selbst eingehalten bekommen.

Gleich müssen wir neue Leckerchen kaufen. Mal schauen, ob ich etwas mit weniger Müll darin verwertet finde.

Morgen treffen wir uns alle und ich hoffe, dass wir genug Leckerchen haben werden für eine regelrechte Leckerchenparty! Denn morgen wünsche ich mir, dass wir es schaffen konzentriert zu arbeiten und unser Knäuel zu entwirren und die Hunde zu fokussieren. Mal schauen, ob es klappen wird, klappen kann. Aber die Bibis sind nun fast fünf Monate alt, also „reif“ für diese Herausforderung.

Eigentlich ist das, was ich geschrieben habe nur das Präludium zu dem, worauf es wirklich ankommt: Wie verteile ich meinen Leckerchenregen? Wann gebe ich Leckerchen? Worauf kommt es dabei an? Wie schaffe ich es, dass es Fortschritte im Training gibt und ich einfach nur sinnlos mein Leckerchenpulver verschieße? Doch ich muss los in die Kita. Und so bleibt nur morgen das gesprochene Wort – bald, aber bald, schaffe ich es vielleicht auch hierdraus ein Buch zu machen. Denn das, was hier ungesagt bleibt ist das, worauf es eigentlich ankommt…

Training, Training, Training

So! Nun habe ich meiner Trauer über das Vergangene Raum gegeben und nun geht es nach vorne. Am Sonntag haben wir gemeinsam Training gemacht bei mir zuhause. Das bedeutet, dass wir mit Caspar, Filou, Coco und Ambra spazieren gegangen sind im Park bei uns hinter dem Haus.

Das hat recht vernünftig, aber im Ergebnis doch eher mäßig gut nur geklappt. Da ist noch viel Potenzial nach oben, um es mal vorsichtig auszudrücken! Die fantastische Aufzucht der Welpen zeigt sich bei solchen Treffen immer wieder von allen Facetten. Unsere fünf Bagaluten sind freundlich, sozial, angemessen, souverän, lebensfroh, schnell, gesund, an allem interessiert und in ihrer Lebenslust kaum zu bändigen! Wie schön auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite steht, dass Hunde wie unsere, die sich kein bißchen wie Leibeigene, kein bißchen wie Sklaven und kein bißchen wie unser Eigentum fühlen, nicht einmal auf die Idee kommen uns Gehorsam schenken zu wollen. Woher auch? Wir sind die Deppen, die immer brav und artig neben ihnen stehen, während sie juchzend das Leben in vollen Zügen genießen. In der Gewöhnung an Umweltsituationen habe ich sehr darauf geachtet, dass unsere Hunde Fähigkeiten zur eigenständigen Nähe-/Distanz-Regulierung mitbekommen.

Das ist insofern wichtig als dass ich bei allen sechs Bagaluten garantieren würde, dass sie sich in den nächsten Wochen, ggf. noch Monaten in jeder engen, auch übergriffigen und eventuell von Gewalt getragenen Begegnung immer angemessen verhalten werden. Angemessen bedeutet hierbei nicht immer devot, freundlich oder gar still und leise.

Angemessen bedeutet schlicht angemessen. Angemessen unter Hunden ist es in einem weitläufigen Bogen aufeinander zu zu gehen und die frontale Begegnung grundsätzlich zu meiden – außer man ist schon länger und möglichst täglich auf „Du“. Haben Sie schon mal einen Menschen gesehen, der im normalen Leben im Bogen (Halbkreis) auf Sie, auf Ihren Hund zugeht? Die meisten Menschen sind doch „normal“ und folgen dem geraden Wegesverlauf und gehen direkt auf uns, bzw. unseren Hund zu.

Sie haben dabei oft gar keine „Begegnungsabsicht“, sie wollen einfach nur ihres Weges gehen. Das weiß aber der Hund nicht. Ein Hund, der so fein und sensitiv ist wie unsere Hunde es sind. Ein Hund, der so „intakt“ ist, wie unsere Hunde es sind, empfindet diese ständige „Begegnerei“ unter verschärften Bedingungen (eng, frontal, an der Leine) als nicht nur unsinnigen Quatsch, sondern stressige Tortur.

Viele Hunde gewöhnen sich in diesem Alter das Bellen an. Erst sanft und langsam, später (eventuell) doll und laut. Es ist sehr einfach dagegen zu steuern, wenn man weiß wie. Es ist sehr einfach dem Hund zu helfen „neue Wege“ zu gehen in seinem Verhalten und Fühlen. Aber nun ist die Zeit es zu tun.

Diesen Freitag versuche ich es mit „meinen“ Leuten und Hunden. Bedarf ist auf jeden Fall bei Indie da, bei Filou sind auch Ansätze da. Coco – mein Riesenweichei – sowieso. Und Ambra fängt jetzt auch damit an. Bei Caspar weiß ich es nicht genau, der hat immer so viel Quatsch in der Birne, dass ich gar nicht weiß, ob er noch für anderes Platz hat darin als den Blödsinn, der ihm so einfällt….

Es ist jetzt normal, dass die Hunde anfangen in Begegnungssituationen anders zu reagieren, da jetzt die Geschlechtsreife beginnt und die Welpen zu Junghunden werden. Da verändert sich ihre Haltung zur Welt immer ein wenig – wir müssen sie nun an der Hand (Pfote? Leine?) nehmen und ihnen Hilfestellung geben dabei ihren Platz, ihre Rolle in dieser Gesesllschaft und ein dazu korrespondierendes Verhalten zu finden. Hier kommt vieles zusammen: Technik bei der Leinenführung, Raum für Persönlichkeitsentwicklung lassen, adäquate geistige Auslastung.

Neue Ära

Indie ist weg, Ambra hat eine Patin gefunden (die zauberhafte Maryam), Coco ist ein fantastischer Kerl geworden und Caspar und Filou gehören mir nicht mehr. Bei Mogli haben wir den Eigentumsübergang noch nicht rechtswirksam vollzogen, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. Spätestens, wenn ich die Geschirre für die Bagaluten fertig haben werde und sie Mogli zuschicken werde, wird auch Mogli mir dann nicht mehr gehören. Das ist schön so, denn es war ja so gewollt! Und gleichzeitig traurig.

Denn die aufregende Phase der Welpenvermittlung geht nun wirklich zu Ende.

Meine Posts werden nun auch weniger werden. So Gott will, habe ich nun endlich eine Fotografin gefunden, die mit mir zusammen weiter arbeiten wird. Ich kann leider nicht alles alleine und gleichzeitig machen, deshalb brauche ich Hilfe bei der fotodokumentarischen Arbeit.

Meine Schilddrüse und ich haben im Moment einen sehr wackligen Freundschaftsbezug zueinander – ich bemühe mich sehr, sehr, sehr um strenge schilddrüsenfreundliche Diät – aber das ist meiner Leckermäulchenader ein echter Dorn im Auge – sodass das Einhalten der strengen entgiftenden Diät für mich ein täglicher Spagatakt ist, der zwar merklich gut tut und gleichzeitig Kraft kostet…

Unter diesen Bedingungen werde ich nun anfangen in der nächsten Woche zu kompilieren und mein erstes Grundlagenbuch zusammen zu schreiben „richtig züchten“ oder „den richtigen Züchter finden?“ Ich weiß noch nicht unter welchen Titel ich es stellen will. Für Vorschläge, Ideen, fragen und Anregungen bin ich sehr, sehr dankbar!

Zusammen kommen sollen die Erfahrungen aus drei Würfen, deren Vermittlung und den Ansprüchen, die mit einer guten Welpenaufzucht verbunden sind.

Also Antworten auf Fragen wie: Was macht einen guten Züchter aus? Wie erkenne ich einen guten Züchter? Wie erkenne ich einen schlechten Züchter? Von welchem Züchter kann ich „gerade eben“ noch einen Hund nehmen? Und wo sollte ich die Finger von lassen? Aber noch viel, viel wichtiger finde ich die Lebenslust rüberzubringen, die kleine Welpen im Idealfall beim Züchter entwickeln sollten, die körperliche und seelische Integrität, die sie mitbringen sollten und somit das Fundament, dass ein Welpe haben muss, damit er fit ist für ein Leben in dieser engen und lauten Zivilisation.

Bye-bye Indie-love

Yipiyayooo! Heute zieht Indie aus! Endlich! Yippie! Wird nun aber wirklich auch Zeit. Auf den Spazier-Runden der letzten Tage haben mich alle wie ein Auto oder anderweitig „Fehl am Platze“ seiendes Objekt angeschaut. Die meisten Menschen, die wir treffen – mit und ohne Hund – sind begeistert von diesem freundlichen, hübschen, gefälligen – einfach fantastischem Hund. Eben Indie. Wie kann man auch anders?

Und dann sage ich, dass es der tollste Hund, den ich je gehabt habe. Das meine ich so. Und ich bin so begeistert von ihm! Und er zieht am Freitag (also heute!) endlich aus zu seiner Familie.

„Wie bitte was?“ Konsternation. Schweigen. Der Blick „hat die nicht alle Latten am Zaun?“ Dann erzähle ich kurz die Geschichte und die Menschen verstehen. Auch, dass mein Herz sich nun einmal an den Chaoten Coco gebunden hat und ich daran nichts ändern kann. Dann kommt immer die gleiche Frage: „Tut es nicht weh, die Hunde gehen zu lassen? Nach so langer Zeit auch“ Nein. Das tut es nicht. Mir nicht. Das liegt für mich daran, dass ich einen Hund immer erst abgebe, wenn er „reif“ ist und die Menschen für ihn wirklich, wirklich zu 100% passen! Bei Indie war der Hürdenlauf ja nun wirklich nicht zu verachten und mehr als ein Marathon. Vielleicht so eine Art Iron Man des Vermittlungssports…

Ich freue mich. Ich feiere ein Fest. Ich weiß, wann ich die richtigen Menschen gefunden habe. Es fühlt sich richtig an. Für das Gefühl „richtig“ habe ich keine Worte. Es ist einfach do – oder es bleibt bei manchen Menschen aus. Es ist eine Freude den Hund zu den „richtigen“ Menschen zu geben, weil es sich anfühlt, wie Weihnachten. Es ist als ob ich ein Weihnachtsgeschenk hinfahre und beim Auspacken (dem ersten Draufzulaufen) mit dabei sein darf!

Und dann ist es gut und dann wird es auch gut. Manchmal mit Holpersteinen und manchmal ohne.

Jeder, der von mir einen Hund hat (oder eben auch nicht bekommen hat), weiß, dass ich die Bewerber immer ganz schön hüpfen lasse und nicht immer angenehm und „verträglich“ bin, wenn es darum geht, einen meiner „Bibis“ in neue Hände zu geben. Viele, die keinen Hund von mir nehmen / bekommen, mögen mich danach überhaupt nicht mehr. Viele, die einen Hund von mir bekommen, mögen mich für einen kurzen Zeitraum vor, während oder nach der Adoption auch nicht mehr. Kleine Konflikte gehören für mich im Zweifelsfall immer dazu! Ich stehe dazu eine Person zu sein, an der man sich reibt.

Und ich habe mir schon immer den Satz zu Herzen genommen: „Ein Mann, der keine Feinde hat ist ein Mann, dem man nicht vertrauen kann.“ Ich münze diesen Satz auch auf mich als Frau um und finde es wichtiger integer und unkorrumpierbar (zu versuchen) zu sein, als jedem gefallen zu wollen.

Und ich freue mich, wenn ich mit „meinen“ Menschen reibe. Wir reiben uns, wir arbeiten Dinge auf, wir besprechen, wir weinen, wir schimpfen – und dann, mit ganz viel Liebe, Achtsamkeit und dem Wunsch einander als Menschen zugewandt zu begegnen wird es am Ende gut. Bisher hat das in allen bis auf einem Fall tatsächlich geklappt.

Dies sind die letzten Fotos von Indie in unserem Zuhause. Ab heute schreibt Indie neue Geschichte. Ich muss sein Geschirr noch finden und in die Wäsche tun – ich habe es gestern ausgezogen und irgendwohin getan. Das kann ich gut… Gegen Trantütigkeit ist wohl noch kein Kraut gewachsen?

Goldfischzucht

Wer ein nichthaarendes Haustier möchte, sollte sich Goldfische zulegen. Alternativ eine Steifftier-Sammlung auf dem Fensterbrett anlegen – oder Nackthunde halten. Die haaren auch nicht. Ansonsten kann ich klar sagen: Wer einen Hund, besonders einen Doodle hat (egal welcher Fellstruktur), der hat einen Hund, der haart.

Goldfische kann man in einem Glasbehälter aufbewahren, pflegen und anschauen. Man kann sie so sogar darin züchten und mehr oder weniger werden lasesn (Tod oder Geburt) und die Wohnung oder die eigene Kleidung bleiben davon vollkommen unberührt.

Versuchen Sie das mal mit Hunden. Nalas Fruchtblase ist bei dieser Geburt auf meinem Sofa geplatzt. Prima. Das erste Welpie ist auch auf dem Sofa aus ihrem Bauch rausgekommen. Samt Plazenta & Co. Gestern habe ich meinen nichthaarenden Doodle Coco gekämmt mit seiner super-Prima-Bürste von dm, einem Haarentwirbler aus Plastik mit Echthaar dazwischen. Hammergeiles Teil! Coco liebt es zum Kämmen und auch zum Draufkauen und bekommt davon babyweiches Fell und ich eine Sammlung feiner blonder Löckchen im Kamm von meinem nichthhaarenden nicht-hypoallergenem Doodle.

Indie wollte ich auch damit kämmen. Ganz dumme Idee. Das ist wie mit einer Bürste in einen eng gewebten Wollpullover zu striegen. Bringt gar nichts, außer dass der Pullover kaputt geht. Der Kamm hätte in Indies Wolle verschwinden können, so aufgeplustert ist der explodierte Chicken Wing (so nannte Maria ihn heute) bereits.

Ich habe die Schermaschine gestern angemacht und in meiner Hand gehalten. Rechts habe ich die Schermaschine im vibrierenden Zustand gehabt und mit der linken Hand Leckerchen genommen. Sowohl Coco als auch Indie fandne das völlig unspektakulär. Indie fand es sogar so spannend, dass ich ihm 3x auf dem Rücken entlang scheren durfte. Wow! Er sieht ja wieder aus wie ein Hund an der Stelle und nicht wie ein Watteknäuel in schwarz auf vier Pfoten.

Im Moment habe ich das Gefühl täglich beim Zuwuchern zuschauen zu können bei Indie.

Insofern freue ich mich, wenn morgen meine (hoffentlich schneidenden) Profi-Scheren für Hundefell kommen mit denen ich ihm dann die Pfoten ein wenig enthaaren kann. Denn Freitag zieht unser Wollknäuel in sein neues Zuhause! Und ich bin schon ganz aufgeregt ihn dorthin bringen zu dürfen. Ich möchte gerne, dass er so viel mitbringt an Fundament, wie er nur kann, damit Indie und seine neue Familie gleich auf hohem Niveau miteinander durchstarten können. Wer weiß, vielleicht wird mein Wollknäuel ja doch noch ein Mantrailer? Das Können dafür hat er definitiv in sich angelegt. Indie ist überdurchschnittlich nasenbegabt – schon seit einigen Wochen zeigt sich das deutlich.

Nach unserem Spaziergang vorhin habe ich beim Stillen von Marek meinen Pullover und seine Hose angeschaut im Sonnenlicht auf dem Sessel. Und ich habe von einer Goldfischzucht geträumt, die nicht haart und nicht dreckt. Denn mein Pullover, ursprünglich schwarz, hatte viele gelbe Sandkörner und Fellknäuel, durchsetzt mit schwarzen Lockenhaaren dazwischen. Bernsteinfarbenes habe ich nicht gefunden. Wie gut, dass der Flat Coated normales haarendes Fell hat und der Doodle nichthaarendes. Ich werde das meinem Pullover noch einmal sagen, wenn ich ihn in die Wäsche tue.