Training, Training, Training

So! Nun habe ich meiner Trauer über das Vergangene Raum gegeben und nun geht es nach vorne. Am Sonntag haben wir gemeinsam Training gemacht bei mir zuhause. Das bedeutet, dass wir mit Caspar, Filou, Coco und Ambra spazieren gegangen sind im Park bei uns hinter dem Haus.

Das hat recht vernünftig, aber im Ergebnis doch eher mäßig gut nur geklappt. Da ist noch viel Potenzial nach oben, um es mal vorsichtig auszudrücken! Die fantastische Aufzucht der Welpen zeigt sich bei solchen Treffen immer wieder von allen Facetten. Unsere fünf Bagaluten sind freundlich, sozial, angemessen, souverän, lebensfroh, schnell, gesund, an allem interessiert und in ihrer Lebenslust kaum zu bändigen! Wie schön auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite steht, dass Hunde wie unsere, die sich kein bißchen wie Leibeigene, kein bißchen wie Sklaven und kein bißchen wie unser Eigentum fühlen, nicht einmal auf die Idee kommen uns Gehorsam schenken zu wollen. Woher auch? Wir sind die Deppen, die immer brav und artig neben ihnen stehen, während sie juchzend das Leben in vollen Zügen genießen. In der Gewöhnung an Umweltsituationen habe ich sehr darauf geachtet, dass unsere Hunde Fähigkeiten zur eigenständigen Nähe-/Distanz-Regulierung mitbekommen.

Das ist insofern wichtig als dass ich bei allen sechs Bagaluten garantieren würde, dass sie sich in den nächsten Wochen, ggf. noch Monaten in jeder engen, auch übergriffigen und eventuell von Gewalt getragenen Begegnung immer angemessen verhalten werden. Angemessen bedeutet hierbei nicht immer devot, freundlich oder gar still und leise.

Angemessen bedeutet schlicht angemessen. Angemessen unter Hunden ist es in einem weitläufigen Bogen aufeinander zu zu gehen und die frontale Begegnung grundsätzlich zu meiden – außer man ist schon länger und möglichst täglich auf „Du“. Haben Sie schon mal einen Menschen gesehen, der im normalen Leben im Bogen (Halbkreis) auf Sie, auf Ihren Hund zugeht? Die meisten Menschen sind doch „normal“ und folgen dem geraden Wegesverlauf und gehen direkt auf uns, bzw. unseren Hund zu.

Sie haben dabei oft gar keine „Begegnungsabsicht“, sie wollen einfach nur ihres Weges gehen. Das weiß aber der Hund nicht. Ein Hund, der so fein und sensitiv ist wie unsere Hunde es sind. Ein Hund, der so „intakt“ ist, wie unsere Hunde es sind, empfindet diese ständige „Begegnerei“ unter verschärften Bedingungen (eng, frontal, an der Leine) als nicht nur unsinnigen Quatsch, sondern stressige Tortur.

Viele Hunde gewöhnen sich in diesem Alter das Bellen an. Erst sanft und langsam, später (eventuell) doll und laut. Es ist sehr einfach dagegen zu steuern, wenn man weiß wie. Es ist sehr einfach dem Hund zu helfen „neue Wege“ zu gehen in seinem Verhalten und Fühlen. Aber nun ist die Zeit es zu tun.

Diesen Freitag versuche ich es mit „meinen“ Leuten und Hunden. Bedarf ist auf jeden Fall bei Indie da, bei Filou sind auch Ansätze da. Coco – mein Riesenweichei – sowieso. Und Ambra fängt jetzt auch damit an. Bei Caspar weiß ich es nicht genau, der hat immer so viel Quatsch in der Birne, dass ich gar nicht weiß, ob er noch für anderes Platz hat darin als den Blödsinn, der ihm so einfällt….

Es ist jetzt normal, dass die Hunde anfangen in Begegnungssituationen anders zu reagieren, da jetzt die Geschlechtsreife beginnt und die Welpen zu Junghunden werden. Da verändert sich ihre Haltung zur Welt immer ein wenig – wir müssen sie nun an der Hand (Pfote? Leine?) nehmen und ihnen Hilfestellung geben dabei ihren Platz, ihre Rolle in dieser Gesesllschaft und ein dazu korrespondierendes Verhalten zu finden. Hier kommt vieles zusammen: Technik bei der Leinenführung, Raum für Persönlichkeitsentwicklung lassen, adäquate geistige Auslastung.