Nala

Nala ist am 11.03.2011 in der Nähe von Hamburg geboren worden. Ihre Mutter ist eine freundlich ausgeglichene Golden Retriever-Dame gewesen und ihr Vater ein temperamentvoller Flat Coated Retriever-Rüde. Ich habe Nala durch Zufall gefunden. Ich war auf der Suche gewesen nach einem geeigneten Welpen für die Ausbildung zum Blindenführhund. Dabei bin ich über Bekannte auf den „Unfallwurf“ gestolpert. Die Mischung gefiel mir gut und ich sah Potenzial in der jungen Hundedame, die ich Nala taufte, die aufwändige Ausbildung zum Blindenführhund zu durchlaufen.

Der Plan war gut und dann kam das Leben. Erst überlegte sich die Interessentin für den Blindenführhund anders. Sie wollte doch keine zwei Jahre auf ihren Hund warten (das ist bei kleinen Blindenführhundschulen üblich und wird als Qualitätskriterium gesehen gegenüber der massenhaften „Fließbandausbildung“ großer Schulen). Dann hatte Nala im Alter von drei Monaten einen Unfall bei dem sie als Welpe von zwei Schäferhundmischlingen angegriffen wurde und ich habe sie in der Folge sofort ausgemustert – es war nicht mehr zu erwarten, dass Nala die Ruhe und Gelassenheit bewahren wird in sozialen Situationen mit anderen Hunden, die man von einem Blindenführhund erwartet.

Nala hat sich ihrem Namen gemäß entwickelt. Sie lebte in einem Rudel mit drei älteren Rüden und übernahm innerhalb weniger Monate „die Führung“ in der Huta, die ich damals betrieben habe. Nala nahm sich die Aufgabe an für Frieden, bzw. Konfliktmanagement zu sorgen innerhalb der sich täglich ändernden Gruppenzusammensetzung. Nala nahm diese Aufgabe mit einem solchen Eifer an, dass sie im Alter von einem Jahr einer kleinen Dackelmischlingshündin namens Mina vermutlich sogar das Leben gerettet hat mit ihrem heldenhaften Einsatz.

Wir hatten eine Hündin namens Eve, eine Mischlingsdame aus Labrador Retriever und Rhodesian Ridgeback, die im Alter von nur 6 Monaten kastriert worden war. Eve fiel uns sehr negativ auf, da sie häufig verletzungsbereites Aggressionsverhalten zeigte ohne, dass es dafür einen triftigen Grund gegeben hätte. An dem Tag griff Eve Mina ohne erkennbaren Grund an. Eve wog drei mal so viel wie Mina, sie hackte mit einer derartigen Vehemenz auf Mina ein, dass ich kurz verzweifelt war, denn ich war alleine mit den Hunden und es schien mir fast unmöglich diese zwei ungleichen Partner voneinander zu trennen. Nala stürzte sich auf Eve. Das war meine Rettung. Nun hatte ich zwei gleichgroße Partner. Innerhalb von Sekunden machte ich Nala eine Leine am Geschirr fest, band sie an einem Baum an und hielt dann Eve mit einem Kurzführer an ihrem Geschirr fest, um sie in einem geeigneten Moment zügig von Nala wegziehen zu können.

Dank Nalas heldenhaftem Einsatz gelang es mir die Damen voneinander zu trennen ohne mich selbst in Gefahr zu bringen oder Mina Eves unverhältnismäßiger Verletzungsbereitschaft lange aussetzen zu müssen. Ähnliches Verhalten hat Nala in manch anderer Situation noch gezeigt, jedoch nie wieder so stark (es gab auch nie wieder eine so heftige und ungleiche Auseinandersetzung zwischen Hunden bei uns).

Nala hat eine ausgeprägte Leidenschaft zum Jagen, sie liebt die Bewegung, das Leben, Menschen und ihre Umwelt. Nalas Augen glänzen vor Lebensfreude und sie hat sich stets von überdurchschnittlicher Gesundheit gezeigt. Nalas Gangbild ist rund, ihr Fell glänzend und sie ist bis zum 8. Lebensjahr nicht ein einziges Mal beim Tierarzt gewesen außer für eine Impfung. Wir sind dankbar, dass Nala drei Mal Mutter geworden ist. Es war eine Freude ihre drei vollkommen unterschiedlichen Würfe kennen zu lernen.

Die außergewöhnlichste Hündin war meines Erachtens nach Ronja, eine funkensprühende Hundedame im zweiten Wurf. Ronja ist auf dem Foto hinter Nala zu sehen mit dem grünen Geschirr. Jeder Wurf von Nala war anders, jeder Welpenvater vereinte ganz unterschiedliche Eigenschaften in sich und jeder Vermittlungsprozess lief demzufolge ganz anders ab.