Mufuka

Wir haben mal wieder einen Mufuka. Einen Multifunktionskarton. Er steht unter dem Tisch im Wohnzimmer. Es ist ein Beißobjekt, ein Kater-Versteck-Platz, eine Coco-Ablage und eine Versandmöglichkeit für Königin Ambra. Nur Indie will mit dem Mufuka gar nichts zu tun haben. Der rollst sich lieber auf meinem (!) Sessel ein und genießt das Für-Sich-Sein ohne nervende Schwester, Bruder oder aufdringlichen Kater.

Der Mufuka ist ein wenig angenagt und es fehlen schon Ecken. Er wird vermutlich in den nächsten Tagen an Form, Stabilität und schlussendlich an Schönheit verlieren. Bisher haben nur Ambra und Coco ein bißchen an ihm herumgenagt und die Ecken mit Löchern und Abrissen verschönert. Aber vermutlich wird heute oder morgen eine groß angelegte Katzenjagd (3 Junghunde auf einen Kater) oder ein wilder Moment des Trio Infernale dem Mufuka ein jähes Ende bereiten.

Solange gibt es eine Sache, an der wir nicht hängen, die die Bibis ihren Bedürfnissen anpassen.

Gestern abend hat Olek alle Hundedecken udn Kissen des Wohnzimmers zusammen getragen. Sie liegen nun mittig im Wohnzimmer und Coco flätz sich wohlig darauf. Ambra hat den Teppich vor der Terassentür als ihren Liegeplatz umgewidmet und vor die Heizung geschoben.

Gestern habe ich (zu meiner Seelenqual?) mal wieder geschaut, was andere Trainer und Blogger so für Unsinn verzapfen. Was ich gefunden habe fand ich schlimm, schlimm und noch schlimmer. Ich finde es schlimm, wenn ich schon Welpen sehe, die von angeblichen Trainern nur missverstanden und als Konditioniermaschinen vorgeführt werden.

Für mich ist die Arbeit mit Tieren, das Leben mit Tieren zunächst einmal das Lieben und Feiern ihrer seelischen und körperlichen Integrität. Und das bedeutet ruhige TIere zu haben. Das bedeutet freundliche und angemessene Tiere zu haben. Das bedeutet die Tiere vor dieser Welt so gut es geht zu schützen und ihnen gleichzeitig Raum zu geben in dieses feindliche Umfeld der westlichen Diktatur, ich meine Demokratie, unserer Werte hinein zu wachsen in hundegerechter Weise. Und das ist nicht immer einfach.

Und deshalb liebe ich Mufukas, sich fläzende Hunde, sich mit Essen vollschmoddernde Kinder und überhaupt das Lachen, das Atmen, das Leben, das Sein. Frieden, Ruhe und Nicht-Aktionismus. Für all das steht für mich ein blöder Pappkarton im Wohnzimmer unter dem Tisch, eben ein Mufuka.