Leckerchen, Leckerchen, Leckerchen

Ich beginne jede Einarbeitung mit den Worten: „Man kann einem Hund nicht zu viele Leckerchen geben.“ So einfach ist es. Ein zu viel an Leckerchen gibt es schlicht nicht. Ja gut, vielleicht, wenn der Hund sich seitwärts wie eine Tonne rollt und die Pfoten zwischen den vielen Schichten aufgeblähten Fettgewebes nur noch als Stummel herausschauen. Das ist dann ein verfetteter Hund. Wer einen solchen Hund „hinbekommt“ bei normaler artgemäßer Bewegung, angemessenem Umgang und ansonsten gesunder Ernährung möge mir bitte einen Protestbrief schicken. Ich veröffentliche ihn dann.

Ansonsten gilt: „Leckerchen, Leckerchen, Leckerchen!“ Unsere Hunde sind so „verwöhnt“, dass mit „einfachen“ Leckerchen kein Blumentopf zu gewinnen ist. Gestern habe ich neue Leckerchen aus dem EDEKA ausprobiert. Der Hersteller ist Purina und die Packung sah vielversprechend aus. Als ich es aufgemacht habe, dachte ich, ich müsste erbrechen. Es stank wie Scheiße mit Kunstdüngergeruch. Inhaltsstoff Nummer 3 war Glyzerin. Ja ehrlich! Glyzerin! In der Futtermittelindustrie ist es wohl normal die Viecher damit zu füttern. Mahlzeit beim nächsten Schweinekotelett.

Meine beiden sind völlig verrückt nach ihren glyzerinhaltigen Lebensmitteln. Ich habe immerhin 1,49 EUR für diesen Scheiß bezahlt! Dann sollen die Hunde das gefälligst auch fressen! Haben sie leidenschaftlich gerne und unsere Schneewanderung heute war ein voller Erfolg.

Ich nehme immer so viel Leckerchen mit, dass die Hunde eigentlich fünf Spaziergänge damit bestreiten können sollten. Und ich schneide die Leckerchen so astronomisch klein, dass es kleiner nicht geht und gleichzeitig mit Handschuhfingern noch irgendwas greifbar ist, was ein Hundemaul noch gerne verwertet. Zum Schluss unserer Wanderung waren wir ziemlich trocken gefallen, aber meine goldene Regel „immer genug Leckerchen mitnehmen und auf keinen Fall riskieren in der trainingsphase mit leeren Händen dazustehen“, habe ich mit Ach und Krach selbst eingehalten bekommen.

Gleich müssen wir neue Leckerchen kaufen. Mal schauen, ob ich etwas mit weniger Müll darin verwertet finde.

Morgen treffen wir uns alle und ich hoffe, dass wir genug Leckerchen haben werden für eine regelrechte Leckerchenparty! Denn morgen wünsche ich mir, dass wir es schaffen konzentriert zu arbeiten und unser Knäuel zu entwirren und die Hunde zu fokussieren. Mal schauen, ob es klappen wird, klappen kann. Aber die Bibis sind nun fast fünf Monate alt, also „reif“ für diese Herausforderung.

Eigentlich ist das, was ich geschrieben habe nur das Präludium zu dem, worauf es wirklich ankommt: Wie verteile ich meinen Leckerchenregen? Wann gebe ich Leckerchen? Worauf kommt es dabei an? Wie schaffe ich es, dass es Fortschritte im Training gibt und ich einfach nur sinnlos mein Leckerchenpulver verschieße? Doch ich muss los in die Kita. Und so bleibt nur morgen das gesprochene Wort – bald, aber bald, schaffe ich es vielleicht auch hierdraus ein Buch zu machen. Denn das, was hier ungesagt bleibt ist das, worauf es eigentlich ankommt…