Doodle? Nie wieder!

Ich gebe es zu, manchmal gibt es Momente in denen ich denke: „Das kannst du nicht schreiben. Das ist einfach zu heftig.“ Und nicht jeder Gedanke ist des Veröffentlichens wert. Aber das, das muss man doch wohl noch sagen dürfen (ein amüsanter Hüpfer in Richtung Rechtspopulismus). Nein, es gibt nichts, was man sagen dürfen muss. Aber im Moment denke ich mindestens einmal am Tag: „Doodle? Nie wieder!“

Wer hat sich diesen Schietkram bloß ausgedacht? Und was bitte ist so toll an Doodles, dass man sich Hunde zulegt, deren Fell man aufwendig, aufwendiger, „doodelig“ pflegen muss? Und ich habe diese Hunde auch noch vermehrt! Meinen ersten Hund Nathan habe ich extra so gewählt, dass ich mögilchst wenig Fellpflege habe. Dann habe ich einen Australian Shepherd (nie wieder!), einen Tibet Terrier „zwangsadoptiert“, also über die Huta, bzw. Hundeschule in meiner Familie als Pflegehunde eine zeitlang gehabt und habe Fellpflege zwangsläufig gelernt, aber nie gerne gemacht. Und ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, dass einen doodle zu adoptieren bedeutet mir aufwändige Pflege ins Haus zu holen. Jippiee! Oder auch nicht.

Das ist schon echt ganz schön nervig immer zu schauen, dass nichts verfilzt. Das geht ja jetzt schon los. Täglich kuschle ich Coco und taste dabei sein Fell ab und kämme es weich mit meinem tollen Kamm mit den selbstdrehenden Zinken.

Mit einem Hundi zu kämpfen, zu ziepen, zu schneiden, zu machen, das möchte ich nicht. Und Hundefrisör? Geht gar nicht! Nie nicht! Aus Prinzip schon mal nicht.

Hundefrisöre sind für mich in erster Linie geldgeile Tierquäler. Okay, das trifft garantiert nicht auf jeden zu. Und ist auch ein bißchen hart in der Wortwahl. Aber seitdem ich vor einigen Tagen gelernt habe, dass das Tierquälinstrument, mit dem Hunde zum Frisieren zwangsfixiert werden Galgen heißt, bin ich nur noch mehr bestätigt in meiner Haltung, dass wer einen Galgen einsetzt zur „Tierpflege“ selbst mal in so einen Galgen gespannt gehört. Ohne Ausnahme oder Erbarmen. Hat ein Hundefrisör mit dem darin zwangseingespanntem Hundchen auch nicht. Das muss ja sein.

Un!Fass!Bar!

Und seitdem ich nun auch noch gelernt habe von Indies neuer Familie, dass das Scheren eines Doodles von A bis Z, also vollständig mal eben bummelige 1,5 Stunden dauert, fasse ich mir nur noch mehr an den Kopf und frage mich: „Gütiger Gott, was habe ich da bloß getan?“ Wie gut, dass ich einen Doodle F2-Zuchtansatz gemacht habe. Das bedeutet, dass 3 von meinen Hunden gar keine Schur brauchen. Puh! Freut euch liebe Ambra, Mogli und Caspar – ihr habt Glück und das pflegeleichte Flat coated/Golden-Fell. Was für ein Gottesgeschenk für euch! Coco hat ein ebenfalls pflegearmes Fell, glaube ich im Moment. Und hoffe es einfach, ändern kann ich es nicht. Aber Coco ist noch nicht annähernd ein so explodiertes Schäfchen wie Indie. Der wuchert ja nunmehr fast zu wie eine Terasse mit Efeu im Frühjahr.

Indie braucht eine Schur. Die Maschine ist heute gekommen. Heute abend mache ich ihn mit der Schärmaschine bekannt. Ich mache sie einfach an. Lege sie neben mich und tue rein gar nichts damit. Fellpflege wird nun bei den anderen Doodles, also in dem Falle noch Filou, jetzt Thema werden. Das müssen wir üben. Und die Halter müssen es lernen und die Hundchen auch.

Ich will, dass meine Doodles NICHT von fremden Frisören gequält werden. Wenn es geht, bitte nie. Ich will, dass meine Doodles Fellpflege als Teil des täglichen Kuschelrituals erleben. Ich will, dass meine Doodles trotz der Notwendigkeit zur Zieherei, Zieperei und auch mal Erdulderei körperlich und seelisch intakte Wesen bleiben, die ohne Zwangsfixation ihren ganzen Körper als ein Geschenk und keine Belastung erfahren, die gepflegt werden muss, sondern gepflegt werden darf. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich, was dieses Thema betrifft schon sehr tiefe Abgründe erlebt habe, von denen ich lieber nicht berichte, denn sie sind wirklich grausam gewesen.

Also wohlan! Den Blick nicht nach hinten, sondern nach vorne gerichtet!

Die Schere, die von Trixie mitgekommen ist, ist übrigens absoluter Schietkram. Sie ist stumpf wie eine Kinderschere aus Plastik. Das gibt es doch nicht, dass so ein Scheiß wirklich verkauft wird. Immer wieder das gleiche. Das Ding geht direkt an den Absender zurück. Einfach nur aus Prinzip! Nicht ein einziges Haar hat diese Schere zu fassen vermocht. Oh Mannomann….

Da das Theme Fellpflege erst beginnt, werde ich mich vermutlich noch mehr als einmal darüber hier auslassen. Aber für den Anfang sei gesagt, dass ich beginne mit folgenden Utensilien für Coco:

– Ein Haarentwirrer von dm für Menschen
– Eine Effilierschere von dm für Menschen
– Zwei Scheren aus dem professionellen Tierbedarf (kommen noch per Post, vermutlich morgen)
– Eine Schärmaschine mit Akku (braucht keine lange Laufzeit, ich will max. 10-15 Min. am Stück machen, wenn überhaupt).
– Eine kleine Schere abgerundet vorne, muss ich noch finden, die von Trixie ist ja anscheinend Müll, schaue bei dm danach, hatte mal eine von Rossmann, die war sehr gut, ist aber in Greifswald.