Bye-bye Indie-love

Yipiyayooo! Heute zieht Indie aus! Endlich! Yippie! Wird nun aber wirklich auch Zeit. Auf den Spazier-Runden der letzten Tage haben mich alle wie ein Auto oder anderweitig „Fehl am Platze“ seiendes Objekt angeschaut. Die meisten Menschen, die wir treffen – mit und ohne Hund – sind begeistert von diesem freundlichen, hübschen, gefälligen – einfach fantastischem Hund. Eben Indie. Wie kann man auch anders?

Und dann sage ich, dass es der tollste Hund, den ich je gehabt habe. Das meine ich so. Und ich bin so begeistert von ihm! Und er zieht am Freitag (also heute!) endlich aus zu seiner Familie.

„Wie bitte was?“ Konsternation. Schweigen. Der Blick „hat die nicht alle Latten am Zaun?“ Dann erzähle ich kurz die Geschichte und die Menschen verstehen. Auch, dass mein Herz sich nun einmal an den Chaoten Coco gebunden hat und ich daran nichts ändern kann. Dann kommt immer die gleiche Frage: „Tut es nicht weh, die Hunde gehen zu lassen? Nach so langer Zeit auch“ Nein. Das tut es nicht. Mir nicht. Das liegt für mich daran, dass ich einen Hund immer erst abgebe, wenn er „reif“ ist und die Menschen für ihn wirklich, wirklich zu 100% passen! Bei Indie war der Hürdenlauf ja nun wirklich nicht zu verachten und mehr als ein Marathon. Vielleicht so eine Art Iron Man des Vermittlungssports…

Ich freue mich. Ich feiere ein Fest. Ich weiß, wann ich die richtigen Menschen gefunden habe. Es fühlt sich richtig an. Für das Gefühl „richtig“ habe ich keine Worte. Es ist einfach do – oder es bleibt bei manchen Menschen aus. Es ist eine Freude den Hund zu den „richtigen“ Menschen zu geben, weil es sich anfühlt, wie Weihnachten. Es ist als ob ich ein Weihnachtsgeschenk hinfahre und beim Auspacken (dem ersten Draufzulaufen) mit dabei sein darf!

Und dann ist es gut und dann wird es auch gut. Manchmal mit Holpersteinen und manchmal ohne.

Jeder, der von mir einen Hund hat (oder eben auch nicht bekommen hat), weiß, dass ich die Bewerber immer ganz schön hüpfen lasse und nicht immer angenehm und „verträglich“ bin, wenn es darum geht, einen meiner „Bibis“ in neue Hände zu geben. Viele, die keinen Hund von mir nehmen / bekommen, mögen mich danach überhaupt nicht mehr. Viele, die einen Hund von mir bekommen, mögen mich für einen kurzen Zeitraum vor, während oder nach der Adoption auch nicht mehr. Kleine Konflikte gehören für mich im Zweifelsfall immer dazu! Ich stehe dazu eine Person zu sein, an der man sich reibt.

Und ich habe mir schon immer den Satz zu Herzen genommen: „Ein Mann, der keine Feinde hat ist ein Mann, dem man nicht vertrauen kann.“ Ich münze diesen Satz auch auf mich als Frau um und finde es wichtiger integer und unkorrumpierbar (zu versuchen) zu sein, als jedem gefallen zu wollen.

Und ich freue mich, wenn ich mit „meinen“ Menschen reibe. Wir reiben uns, wir arbeiten Dinge auf, wir besprechen, wir weinen, wir schimpfen – und dann, mit ganz viel Liebe, Achtsamkeit und dem Wunsch einander als Menschen zugewandt zu begegnen wird es am Ende gut. Bisher hat das in allen bis auf einem Fall tatsächlich geklappt.

Dies sind die letzten Fotos von Indie in unserem Zuhause. Ab heute schreibt Indie neue Geschichte. Ich muss sein Geschirr noch finden und in die Wäsche tun – ich habe es gestern ausgezogen und irgendwohin getan. Das kann ich gut… Gegen Trantütigkeit ist wohl noch kein Kraut gewachsen?