Ambra

Wurfankündigung
Ambra, unsere zweijährige apricotfarbene Mischlingsdame der Rassen Golden/Flat-Coated Retriever und Goldendoodle erwartet ende Juni ihre ersten Welpen. Ambra hat das Aussehen eines Duck Tolling Retrievers, ist jedoch deutlich kleiner und zarter gebaut. Sie wiegt 15kg und hat eine Schulterhöhe von 55cm. Von allen Hunden, die ich je gehabt habe bin ich dankbar nun mit Ambra zusammen zu leben und nicht mit einem der größeren und schwereren Hunde, die ich früher gehabt habe.

Mit Kindern ist Ambra die beste Hündin, die ich mir vorstellen könnte. Genau wie ihre Mutter (ich züchte mit Ambra in zweiter Generation) ist Ambra duldsam, freundlich, geduldig und tiefenntspannt mit den Kindern. Wenn die Kinder sich auf Ambra drauflegen und man für kurze Zeit nur noch einen Schweif zwischen Kinderbeinen und vielen krabbelnden Rücken entdeckt bleibt Ambra entweder geduldig liegen oder schiebt sich irgendwann unzufrieden murrend aus diesem Geknäuel heraus und flüchtet sich auf ihren Lieblingssessel am Fenster, da sie weiß, dass auf dem Sessel die Kinder keine Chance haben sich auf sie drauf zu legen.

Wenn wir zusammen Bahn fahren und ich den Kleinen an der einen Hand führe, einen Koffer oder wie letztens die gesammelten Stöcker in der Hand trage, die auf keinen Fall zurück gelassen werden dürfen, dann nimmt schon mal der Große (4 Jahre) Ambras Leine an der Hand und geht mit ihr bis zur Treppe. An der Rolltreppe angekommen tauschen wir, ich gebe dem Großen die Stöcker, nehme Ambra wie ein Schaf auf den Arm und fahre dann mit dem Kleinen, der sich an meiner Hose festhält die Rolltreppe hoch. Ambra ist mit ihren 15kg so leicht, dass ich gar nicht darüber nachdenken muss, ob ich es schaffe sie hoch zu heben. Es geht einfach und wird ruck-zuck gemacht.
Ambra ist die Nachfolgerin meiner ersten Zuchthündin Nala. Sie ist die einzige Hündin aus Nalas letztem Wurf, einem Wurf mit 6 Welpen von denen fünf Rüden waren. Nala ist eine schwarze Golden/Flat-Coated-Retriever-Dame, die den Beinamen „Jolie“ trägt für „die Fröhliche“. Den Beinamen hat Nala wenige Wochen nach ihrem Einzug als Welpe bei uns erhalten. Wir hatten damals vier Hunde von denen ich zwei zum Blindenführhund ausbildete in der damaligen Zeit (als ich noch keine Kinder hatte und als Hundetrainerin, Tierheilpraktikerin sowie mit einer Huta berufstätig war).

Nala hat uns drei Würfe gesunder Welpen geschenkt und ist nun, züchterisch gesehen, im wohlverdienten Ruhestand und genießt ihr Leben (wie zuvor auch immer) an der Seite einer jungen Familie, die sie mit ihrer heiteren “Sonnenscheinart” bereichert. Jeder Hund trägt bei uns einen Namen, der etas ausdrückt von der Persönlichkeit, die er in sich trägt. Bei Ambra ist es ausnahmsweise ein bißchen anders: Sie heißt so, wie sie aussieht. Ambra (englisch Amber) steht für die wunderschöne Bernsteinfarbe, die ihr Fellkleid hat.

Ambra war der einzige Welpe iunter ihren fünf Geschwistern, der die Bernsteinfarbe eines apricotfarbenen Pudels entwickelt hat. Ihre Geschwister (oder vielmehr Brüder) waren entweder blond wie ein Golden Retriever oder hatten schwarzes Fell, das sie wie Ambra als glattes Retriever-Fell tragen oder wie ein Doodle in immer wachsenden Locken.

Neben Ambra hatten noch zwei ihrer Brüder glattes Fell wie ein Golden/Flat Coated Retriever, die drei verbleibenden Brüder haben das gelockte Doodle-Fell, das immer wächst und somit alle 2-3 Monate geschoren werden muss. Ambra ist somit eine Doodle-F2-Mischlingsdame ebenso wie es ihre Welpen sein werden.

Der Vater der Welpen
Der Vater der Welpen, Eddy, ein kinderfreundlicher und auffällig sanftmütiger Goldendoodle ist noch leichter als Ambra, er wiegt nur 14kg und ist 2cm kleiner als Ambra. Das Besondere an Eddy ist, dass er vier Anläufe gebraucht hat, bis es schlussendlich zum Deckakt kam. Zu verdanken hatten wir diesen Erfolg der Tochter des Halters von Eddy. Sie brauchte ein Pflaster und ihr Vater war abgelenkt – diese Gelegenheit nutzte Eddy, um hinter dem Rücken seines Menschen den Deckakt zu vollziehen an den wir mittlerweile kaum noch geglaubt hatten.

Eddy ist, wie viele Goldendoodle (und Retriever im Allgemeinen) so eng verbunden mit seinem Halter, dass er mehr auf den Menschen, dessen Wünsche und Anforderungen konzentriert ist als auf sich selbst und seine Bedürfnisse. Diese Zartheit des Gemüts macht Doodles zu fantastischen Familienhunden, sofern sie von ihrem Menschen ebenfalls sanft und liebevoll in das Familiengefüge eingeführt werden. Unter dominanzorientierten und herrschsüchtigen Erziehungsmethoden des Menschen neigen Doodles orientierungslos und anfällig für Krankheiten und ängstliches Verhalten zu werden. Sie wollen mit ihrem Halter bedingungslos kooperieren und gehen jedem Konflikt so gut sie es können aus dem Weg – sie brauchen daher verständnisvolle und sanftmütige Menschen, die ihnen Raum geben zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit, damit am Ende ein fein balanciertes Gleichgewicht aus Kooperation und Ergänzung der Persönlichkeiten auf zwei und vier Pfoten das Familienleben entsteht.

Die zu erwartenden Welpen

Aus der Verpaarung zwischenb Ambra und Eddy sind Welpen in derselben Vielfalt zu erwarten wie Ambras Geschwister es waren. Eine Hälfte der Welpen wird aller Voraussicht nach glattes Fell entwickeln wie ein Retriever, die andere Hälfte wird das gelockte Doodle-Fell bekommen. Die welpen werden schwarz/blond/apricot sein, manche werden vollständig einfarbig sein, andere werden kleine weiße Blässen aufzeigen. Wie genau die farbliche Verteilung sein wird, ist bei Mischlingen vorher unmöglich zu sagen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Hälfte der Welpen schwarz sein wird, da die Farbe “schwarz” dominant vererbt wird und sowohl Ambra als auch Eddy je ein Gen haben, das die Farbe schwarz weiter vererbt. Die andere Hälfte der Welpen wird zwischen den Farben Aprico und blond (Golden Retriever) ihre Fellfarbe bekommen.

Ein kleiner Exkurs in Ambras Lebensgeschichte
Ambras Mutter Nala ist, wie wir sie gerne liebevoll genannt haben, eine Zaubermaus. Nala schafft es mit ihrem sonnigen Gemüt (daher der Rufname “Jolie”) jedem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern (sogar Menschen, die keine Hunde mögen, wie mein Mann und ich es oft auf Spaziergängen erlebt haben). Trotz ihres schwarzen Fells, das eigentlich dazu geeignet ist bei Menschen Hundeangst aufkeimen zu lassen, hat der Sonnenschein aus Nalas Seele fast allen hundeängstlichen, denen Nala zufällig im Leben begegnete oder in ihrem Einsatz als Therapiehündin in der Schule oder im Sterbehospiz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert (oder bei Sterbenden nicht selten hemmungslos die Tränen kommen zu lassen, um am Ende 15 Minuten auf deren Schoß in Stille zu liegen, bis friedliche Stille eintrat und das Loslassen sich gut und leicht anfühlte).

Ambra ist ist ähnlich zärtlich wie ihre Mutter, kann bisweilen auch extrovertiert sein, hat aber von dieser raumfüllenden “Sonnenschein-Art” nicht allzu viel abbekommen. Ambras Seele ist eher ruhig und ausgeglichen im Vergleich zu ihrer Mutter. Sie hat eine feinfühlige Tiefe in sich, die sich friedlich und ruhig anfühlt, wenn Ambra sich einem mit ihrer unnachahmlichen Art ruhig aber bestimmt in den Schoß hineindrängelt. Ambras Talent ist es feinfühlig und der perfekte Spiegel der Seele ihres Gegenübers zu sein – das gilt für vierpfotige wie zweibeinige Persönlichkeiten. Ambra spiegelt jede Situation, der sie begegnet mit beeindruckender Genauigkeit und ist somit ein für mich verlässlicher Parameter, um Menschen und Hunde einschätzen zu können (Nala hat dieses Talent auch, allerdings beherrscht Nala die feinen Nuancen des Spiegelns nicht so gut wie Ambra es angeborenerweise kann). Aufgrund dieser seltenen Eigenschaft habe ich zusammen mit einer motivierten Patin Ambra zur Therapie- und Begleithündin ausgebildet. Zusammen mit ihrer Patin hatte Ambra in einer Einrichtung des Gesundheitswesens gearbeitet, leider nur für kurze Zeit, da ihre Patin traurigerweise kurze Zeit nach der Einarbeitung an Krebs erkrankte.

Nach diesem tragischen Ende der fast einjährigen Vorbereitungsphase für Ambras Arbeit im Gesundheitswesen war nicht ganz klar, wie es mit Ambra weitergehen wird. Klar war jedoch, dass wir ihr ein Herumgereichtwerden ersparen wollten und so haben wir nach kurzer Zeit, als wir keinen zu ihr passenden Hundeführer fanden, der in die Fußstapfen von Ambras erster Patin hinein treten konnte, die Suche nach einem solchen Hundeführer abgebrochen und Ambra als Familienhündin ohne dienstliche Pflichten bei uns behalten. Und so lebt Ambra nun als Erziehungshilfe für meine zwei Raubauken mit uns in Hamburg und Greifswald. Meine Kinder sind noch recht klein (2 und 4 Jahre alt), so dass ich bisher meine Berufstätigkeit nicht wieder aufnehmen konnte, da wir die Kinder erst mit drei Jahren in den Waldkindergarten geben.

Meine Berufstätigkeit mit Hunden und in der Fotografie werde ich wieder ausbauen, aber vermutlich nicht mit einem Welpen von Ambra. Das liegt unter anderem daran, dass wie oben bereits beschrieben die Goldendoodles als Arbeitshunde nur mäßig belastbar sind für schwerere Arbeiten wie beispielsweise die Arbeit eines Blindenführhundes eher ungeeignet sind. Hinzu kommt, dass Ambra ohnehin zu leicht und zu klein ist für diese Arbeit und es zu vermuten ist, dass ihre Welpen dafür ebenfalls zu klein und leicht sein werden. Insofern bleibt als Fazit zu sagen: Ambra ist der perfekte Familienhund. Sie hat eine gute Größe, ist ein “echter” Hund (also keine Fußhupe) und dabei aber keineswegs so groß, dass sie ständig im Weg ist, man kann sie leicht heben und mit ihrer feinfühligen Art und ihrem Willen allen zu gefallen kann sie mit jedem Menschen, der sich ihr öffnen will eine Beziehung eingehen, die langsam wächst und, sofern der Mensch es zulässt, Tiefe entwickelt.